theologische Meditationen

Energiegewinnung aus Ketzern nach der dick’schen Methode

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Auch in dieser Woche ist die Sonntagsausgabe des „Bad Friedelruher Waldpfeiffers“ ein wahrer Lesegenuss. Besonders die allwöchentliche Kolumne von Schwester Dick hat es mir angetan, da sie neben theologischen Denkanstößen auch praktische Ratschläge für Heim und Garten enthält. Den heutigen will ich Ihnen keinesfalls vorenthalten:

“ (…) Gerade in der kalten Jahreszeit versammelt sich die ganze Familie bekanntlich gerne um das wärmende Feuer des wohlig glimmenden Scheiterhaufens. Aber wussten Sie schon, dass man aus Ketzern auch ganz einfach umweltfreundlichen Strom gewinnen kann? Laden Sie einfach ein paar von diesen halbstarken Nihilisten zum Tee ein und lassen sie die fehlgeleiteten Seelen einige Passagen aus blasphemischen Pamphleten wie Nietzsches „Zarathustra“ rezitieren. Sie werden sehen: Bald macht es „Rumms!“ – und es blitzt und knallt mit heiligem Zorn auf den jämmerlichen Sünder hernieder, dass es das Herz erwärmt und den Lithiumspeicher auflädt. So lohnt im übrigen auch endlich die Nietzsche-Lektüre und die Stromrechnung erreicht ganz ohne Solarzelle einen rekordverdächtigen Tiefstand. Da soll noch einer sagen, der Herr verstünde nichts von Nachhaltigkeit. Hurra und Halleluja!“

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Kategorien: Aktuelles, theologische Meditationen

Theologische Mittwochs-Meditation

Der Zeitgeist ist bekanntlich höchst widersprüchlich. Einerseits ist ein striktes Fastenregime heutzutage verpönt (ungesund); andererseits sind die Plakatwände voll von sogenannten „Mager-Modellen“, die ein für Viele unerreichbares Schönheitsideal propagieren, während der „normale“ Mensch mit ständigen Gewichtsproblemen zu kämpfen hat.

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Da drängt sich doch die Frage auf, ob diese ausgemergelten Idealbilder nicht Ausdruck einer menschlichen Ursehnsucht sind, nämlich der nach dem Verzicht. Und ist dieser Wunsch nicht ganz auf einer Linie mit dem Glauben? Schließlich hat der Mensch bei jedem Kirchgang das Abbild des gekreuzigten Heilands vor sich, der dort, gezeichnet von seinem bejammernswerten Martyrium, mit eigefallener Brust seinen Tod erwartet – und doch im knappen Lendenschurz gleichzeitig eine beneidenswert gute Figur macht? Anders gefragt: war Jesus nicht sogar das erste „Größe-Null-Modell“?

Welche wertvollen Erkenntnisse können wir daraus für unser Alltagsleben gewinnen?

Ein guter Christ hat allzeit bereit zu sein für den Märtyrertod. Und sollte man einst beschließen, ihn zu kreuzigen, so hat er schon vorher dafür Sorge zu tragen, dass über dem Lendenschurz kein Schmerbauch hängt. Merke: Die christliche Todesmarter hat etwas genuin Ästhetisches an sich.

Nun wissen Sie also, was der Herr von Ihnen erwartet. Sollte Ihnen das Hungern schwerfallen – stellen Sie sich nicht so an! Für sein Seelenheil darf man sich ruhig beizeiten den Finger in den Hals stecken. Was glauben Sie, hat der Heiland getan?

Amen.

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Revoluzzer, Füßeputzer

Ich muss schon sagen – dieser Pontifex entpuppt sich zunehmend als ausgemachter Revoluzzer; sein neuster Geistesblitz: die Einsetzung einer heiligen Kommission, die mit päpstlichem Auftrage zu überprüfen hat, ob es Frauenzimmern gestattet werden sollte, eine wichtige Rolle in der heiligen Kirche zu übernehmen. Eine fast unlösbare Aufgabe, selbst für ein Gremium der größten Geister.

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Der progressive Geist des Heiligen Vaters in allen Ehren – mir indes erscheint eine derart radikale Änderung der seit Jahrtausenden bewährten Praxis doch als allzu progressiv; schließlich ist in der heiligen Schrift schwarz auf weiß vermerkt, dass zum letzten Abendmale lediglich der Heiland und seine Jünger – also männliche Gäste – geladen waren. Was ja keineswegs bedeutet, dass der Erlöser das unbedeutendere Geschlecht auszugrenzen gedachte – ganz im Gegenteil! Ich bin mir sogar ausgesprochen sicher, dass die Aufräumarbeiten nach diesem Epoche machenden Abendbrot hauptsächlich von den Damen des Hauses übernommen wurde, während sich die Männer mit substanziellen Themen wie Kreuzigung und hahnkrähenbedingtem Verrat befassen mussten. So leistet ein jeder seinen Beitrag.

Mein Vorschlag zur Güte würde daher lauten, den Frauenzimmern weiterhin Schonzeit zu gewähren. Katechistisch hochwichtige sakrale Handlungen sind ihnen schlicht noch nicht zuzutrauen. Und wer weiß: hat sich das schwache Geschlecht weitere 2000 Jahre mit nützlichen Putztätigkeiten bewährt, so wird ihm der dann amtierende Pontifex vielleicht weitreichendere Rechte zuerkennen (bis dahin haben wir das jüngste Gericht hoffentlich längst hinter uns).

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Veranstaltungsprogramm der Liebfrauengemeinde April 2016

Werte Damen und Herren,

anbei das – wieder einmal äußerst anregende – Veranstaltungsprogramm der Pfarrgemeinde „zu unserer Lieben Frau“ für den Monat April. Um möglichst zahlreiches Erscheinen wird gebeten, Potztausend!

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Nachhaltigkeit mit der Heiligen Schrift

Nur allzu oft werden dem redlichen Menschen zum Beleg unsinniger Legenden („die Erde ist rund“ und ähnlicher Unsinn) Zitate von Albert Einstein und anderer Physik-Ketzer entgegengehalten.

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Die Sintflut – durch und durch ökologisch

So meint man, die Bibel als eine Ansammlung von lächerlichen Fabeln brandmarken zu können. Was, darf man in diesem Zusammenhange fragen, hat uns die moderne Physik schon nützliches eingebracht? Die Atomkraft? Also jene überkommene Form der Energiegewinnung, die derzeit für teures Geld mit hochmoderner Kohlekraft ersetzt werden muss? Überhaupt war bereits das erste Anwendungsszenario des Atoms – namentlich das Zerbomben einiger japanischer Dörfer – völlig unsinnig. Auf Jahrzehnte war hernach alles verseucht und unbenutzbar.

Ein Blick in die Heilige Schrift belegt, dass dem Herrn zur Vernichtung ganzer Zivilisationen eine einfache Sintflut genügte, also reines Wasser. Im Gegensatz zur Atombombe bewundernswert ökologisch und nachhaltig! Welche Praxis halten Sie für zeitgemäßer? Die Antwort sollte recht klar sein; da mögen sich die Atheisten meinethalben grün und schwarz ärgern, Potztausend!

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Stolz und Gottesurteil

Werte Damen und Herren,

Welch überaus begrüßenswerte Entwicklung in der Tat, dass sich dieser Tage eine zunehmende Zahl von Fratzenbuch-Nutzern in die Farben des Regenbogens hüllt. Da will auch ich keinesfalls nachstehen. Symbolisiert dieser doch schon seit alttestamentarischen Zeiten jenen Bund, den der Herr mit den Menschen nach Ende der Sintflut schloss, er war das Zeichen des Friedens, der Versöhnung mit Gott, nachdem er alles Leben auf Erden, Noah und seine tierischen Mitreisenden ausgenommen, gnadenlos ersäuft hatte. Aber zugleich war und ist er ein Mahnmal, welches den Menschen da sagen will: „treibt es nicht allzu bunt, sonst muss ich abermals korrigierend eingreifen. Und siehe da: schon schmelzen die sogenannten „Polkappen“, was man durchaus als Vorzeichen einer baldigen Neuauflage nehmen darf. Ich blicke diesem Tag schon heute mit nervöser Vorfreude entgegen.

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Selbstredend leben wir heute in anderen Zeiten. Eine Arche muss nicht eigens konstruiert werden. Vielmehr werden ausgewählte Senioren und Pensionisten komfortable Kreuzfahrschiffe – wie zum Beispiel das „Traumschiff“ – besteigen und so in angenehmster Bequemlichkeit dem sinnlosen Überlebenskampf des sündigen Pöbels zusehen. Auch Tiere werden selbstredend mit an Bord genommen, allerdings reichen zur Schnitzelverarbeitung geeignete Arten wie Schweine oder Rinder vollends aus. Da darf durchaus in sinnvoller Weise selektiert werden. Zumal Hummer und Partygarnele ja bekanntermaßen ohnehin im Meer vorkommen.

Sobald dann der Wasserpegel wieder sinkt gehen wir frisch erholt und braungebrannt wieder an Land, bereit ein neues, rein gerontokratisches Utopia zu erschaffen, ganz ohne Unzucht und laute Ballspiele zur Mittagsruhe. Eine Welt, in der drei Fernsehprogramme endlich wieder ausreichen.

Wer dann unsere Renten zahlt, fragen Sie sich? Nun, recht einfach: nachdem heutzutage fast alle Geldströme ganz unbar und virtuell um den Globus mäandern können diese selbstverständlich auch nicht vom Wasser durchweichen und unbrauchbar werden. Ein jeder wird sich einen Schrebergarten von der Fläche des Saarlandes leisten können!

Sie sehen – ist erst einmal die unbetagte Bevölkerung dahin wird ein jeder von uns einen friedvollen und sorgenfreien Lebensabend verleben können.

Was soll man da noch sagen, außer, nun:

Vor uns die Sintflut!

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