Die bessere Gesellschaft

Bu$0

Vorweihnachtlicher Paarabend. Achim und Maike sind bei Sebi und Martina zu Gast.

Maike: Jedenfalls sollte man sich auf gar keinen Fall von dieser Laisser-Faire-Propaganda beirren lassen, die gerade in der Eltern-Kolumne auf SPON immer wieder auftaucht. Jedes Kind hat Talente und Begabungen.
Achim: Und wir finden eben, daß die es verdienen, gefördert zu werden. Wer da kapituliert, hat meistens ja schon anerkannt, daß das eigene Kind nur Durchschnitt ist.
Maike: Ja, und deshalb finden wir es schon mega wichtig, daß der Ernim und die Sophie ihr Programm durchziehen, auch wenn sie mal keinen Bock haben. Einfach, weil ihnen das später so viel bringen wird.
Achim: Man kann das ja auch ganz entspannt machen, ohne gleich diktatorisch rüberzukommen. Wenn der Ernim mal nicht zum Cello will, dann zähle ich ihm einfach ganz zwanglos auf, was er wahrscheinlich später alles sausen lässt – und natürlich, wie das dann irgendwann mal beim Personaler rüberkommt.
Maike: Wie macht ihr das denn mit Juri? Ernim hat uns erzählt, daß er schon ganz lange nicht mehr im Chello war.
Sebi: Ne, der Juri kann am Mittwoch nicht mehr zum Cello, da hat er Street.
Maike: Wie jetzt „Street“?
Martina: Naja, ihr müsst wissen: Wir sind jetzt auf die Yield-Methode gewechselt.
Achim: Ah, das klingelt irgendwie. Das ist doch diese neue Erziehungsmethode aus den USA, oder?
Sebi: Genau. Das Besondere daran ist eigentlich die totale Efficiency-Orientierung. Anstatt das eigene Kind in tausende ungerichtete Aktivitäten zu jagen, schaut man erstmal: Was kann das Kind wirklich und, das ist besonders wichtig, wie lassen sich diese Talente später auch mal richtig profitabel einsetzen.
Martina: Und dann fördert man nur noch in diese Richtung. Also schon sehr efficiencyorientiert.
Sebi: Und beim Juri hat das echt Wunder gewirkt. Vorher waren wir bei ihm echt teilweise am Verzweifeln. Das hat schon in der PEKiP angefangen bei ihm. Und auch sonst war er irgendwie in allem bestenfalls mittelmäßig.
Martina: Was haben wir uns Vorwürfe gemacht. Aber nach dem Yield-Buch ist es uns wie Schuppen von den Augen gefallen.
Sebi: Ja. Wisst Ihr noch, was es mal für einen Ärger gab, als der Juri in der Vorschule „Pippi Kacka“ und „Arschi“ an die Klowand geschrieben hat. Und das kam ja nicht nur einmal vor. Wir haben ihm sowas ja nicht vorgelebt. Also muss das etwas sein, was selbst aus ihm herauswill, quasi eine Manifestation seiner natürlichen Veranlagungen.
Martina: Und da wurde uns plötzlich klar: Er wird Gangster-Rapper!
Achim: Okay… Naja, ich fand ja früher die Fanta Vier auch ziemlich gut.
Sebi: Ach, daß ist ja dieser deutsche Akademiker-Rap. Damit gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr. Spätestens seit Aggro Berlin muss man schon real sein. Man muss von ganz unten kommen, sozusagen.
Maike: Das wird bei Juri aber schwer. Ich mein, Sebi, du bist ja Entwickler und hast ein super Gehalt, und Martina verdient jetzt ja trotz Teilzeit auch nicht schlecht. Und ihr wohnt in Berlin-Mitte…
Martina: Deswegen ja auch „Street“. Da geht er einmal in der Woche in ein ganz schlechtes Viertel und lernt die Regeln der Straße. Das ist für seine spätere professionelle Entwicklung ganz wichtig.
Maike: Aha… und was macht er da so?
Sebi: Das erzählt er uns nicht. Aber soweit ich weiß, vertickt er gerade erfolgreich Weed.
Martina: Am Montag hat er außerdem Swear-Word-Lessons und am Freitag Flow bei einem ganz erfahrenen OG.
Achim: Und das bringt tatsächlich was?
Martina: Und wie! Warte mal. (ruft) Juri, komm doch mal kurz rein. Ganz wichtig: sprecht ihn bitte bei seinem Street Name „Buso“ an. Geschrieben wird das „Bu$0“, also mit Dollarzeichen und einer Null am Ende.
Juri: Wallah, was geht?
Maike: Hallo Juri!
Juri: Hey Milf!
Maike: Also…
Martina: Bu$0, zeig Achim und Maike doch mal seine Skills.
Juri: Logo! (räuspert sich) Ich leg die Bitches in den Dojo, und kick sie dann mit meinem Flow jo, meine Rhymes sind so tight wie Mutti Merkel, selbst Deine Omi hält mich für’n Ferkel, ich ritt schon auf JLo durch Vegas, als Du doch noch Pokemon-Bilder geklebt hast.
Maike (verhalten klatschend): Ja…sehr…
Martina: Ja, das ist alles natürlich ein bisschen frauenfeindlich, aber das gehört in dem Fall eben dazu, das darf man nicht so eng sehen.
Juri: Ja, das hab ich meiner Lehrerin in der Schule auch…
Martina: Juri! Artikel?
Juri: Oh! Das hab ich Lehrerin in Schule auch gesagt. Entschuldigung, Mama.
Martina: Juri!
Juri: Fuck! Entschuldigung, Bitch.
Martina. Siehst Du? Geht doch!

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

𝕸𝖊𝖎𝖓 𝖂𝖎𝖊𝖌𝖊𝖓𝖋𝖊𝖘𝖙

An dieser Stelle ist es mir ein ausgesprochenes Anliegen, allen Gratulanten zu meinem Wiegenfest aufs herzlichste zu danken. Freilich muss ich um Ihr Verständnis bitten, daß mir eine gebührliche Danksagung erst zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist, musste ich mich doch erst von den ausgemachten Strapazen meiner Geburtstagsfeier erholen.

Und was es für eine Feier war! Selbstredend gilt mein Ehrentag in gehobenen Pensionisten-Kreisen ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. In diesem Jahr hatte sich das Frl. von Eisenstein sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und eine sogenannte „Motto-Party“ für mich organisiert, welche sie, dem bedeutungsreichen 19er-Jahr entsprechend, unter das Motto „Spartakusaufstand 1919“ gestellt hatte, was gerade in Anbetracht der geradezu permanenten Bedrohung von Links heutzutage aktueller denn je erscheint. Selbstredend war für jeden Gast eine bestimmte Rolle vorgesehen: während das Frl. Eisenstein selbst als kaisertreue Generalswitwe brillierte, gab ich recht überzeugend den Freikorps-Major. Auch Kleingartenvorsteher Kleinschmidt fand an jedem denkwürdigen Abend seine Paraderolle: Als füsilierter Spartakist brillierte er nach acht halben „Schierling“ fast schon in Volksschauspieler-Manier. Als heimlicher „Star“ des Abends muss allerdings rückblickend Pupsi gelten, der als Reichswehrminister Noske schlicht entzückend aussah.

Zu vorgerückter Stunde sorgte dann ein ganz besonderer Gast nochmals für allgemeines Hallo: Zar Putin höchstpersönlich stattete der zu diesem Zeitpunkt schon einigermaßen illuminierten Teegesellschaft einen Überraschungsbesuch ab. Mit dabei hatte er die brandheiße Exklusivmeldungen, die er uns unter allgemeinem Beifall vortrug, noch bevor sie am nächsten Tag auch auf Facebook erschienen. Über den weiteren Verlauf der Feierlichkeiten will ich aus aus Contenance den Mantel des Schweigens legen; es sei aber gesagt, daß man sich noch ausgiebig am Blasentee bediente, während ich in meiner unvergleichlichen Weise eine fidele Tirade über Kommunisten und Sozen zum Besten gab.

Insgesamt darf wohl gesagt werden, daß auch in diesem Jahr eine denkwürdige Geburtstagsfeier gelang, die wohl alle Beteiligten wohl nicht so schnell vergessen werden – gewiss bleibt sie uns wenigstens bis übermorgen in lebhafter Erinnerung.

 

geburtstag_19
Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Erbauliches

Deutsche Auswanderer aktuell

bebauungsplan

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

Epochenhochzeit richtig gemacht

Für Eheschließungen vermiete ich mein Familienkastell ja bereits seit Jahren. Ich weiß, ich weiß: eine durchaus etwas anrüchige, aber gleichsam eben unwiderstehlich lukrative Nebeneinkunft für einen Aristokraten von Rang. Allerdings macht der rückschrittliche Zeitgeist inzwischen nicht einmal vor unschuldigen Verehelichungen halt.

Zuletzt erreichen mich quasi permanent Anfragen für sogenannte „Mittelalterhochzeiten“, nach meinen Recherchen äußerst dümmliche Veranstaltungen, auf denen in Faschingskostüme gewandete Brautpaare sich zum plärrenden Klang der Laute mit in ehemaligen DDR-Kombinaten selbstgeschmiedeten Trauringen das Ja-Wort in gebrochenem Mittelhochdeutsch zuradebrechen.

Aber gut, der Kunde ist nun einmal auch bei mir König, was allerdings nicht bedeutet, daß ich dem bedauernswerten Mittelalter – bekanntlich in Wahrheit eine eher ernste Epoche – eine derart verkitschte Romantisierung zuzufügen gedenke, die es ganz zweifellos nicht verdient hat. Ganz im Geiste dieser Überlegungen habe ich nunmehr auch die erste Mittelalter-Vermählung ihrer Art, nämlich dieselbe der Müllers, geplant.

Empfangen werden die geladenen Gäste vor der romantischen Kulisse des frühgotischen Burghofs von einem Flagellantenzug, der schmackhafte Carpaccio-Häppchen vom eigenen, offenen Wundfleisch serviert. Anschließend darf sich die Allgemeinheit an einer echten Enthauptung erfreuen (der glückliche Delinquent wird bei einer lustigen Tombola gezogen), während im großen Festsaal noch die letzten Vorbereitungen laufen. Hand aufs Herz: Was wäre schließlich eine Mittelalterhochzeit ohne eine zünftige Pest-Epidemie? Sind alle Sitzreihen gleichmäßig mit Erregern kontaminiert, kann auch schon die Trauungszeremonie beginnen.

Allerdings habe ich auch hier keineswegs auf eine epochengerechte Inszenierung verzichtet: Unmittelbar nach dem Ja-Wort wird nämlich eine eigens engagierte Schauspielerin aufspringen und den Bräutigam des Ehebruchs bezichtigen, woraufhin dieser unter allgemeinem Hallo aufs Rad geflochten wird. Aber auch die Braut bekommt ihren großen Auftritt: sie wird im späteren Verlauf der Feierlichkeiten als Hexe entlarvt und solang peinlich befragt, bis sie gesteht. Anschließend beschließt ihre Verbrennung die Feierlichkeiten mit einem beeindruckenden Lichterspiel.

Sie sehen: Nur wer bei mir mittelalterlich ehelicht, erhält ein wahrhaft authentisches Erlebnis. Gerne richte ich auch Ihre Epochenhochzeit für Sie aus. Bezahlung nur im Voraus.

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

Krautbusch zeigt sich unbestechlich

dekoteller.png

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

Baron Friedels aristokratisches Konversationslexikon

Audienzbalkon, der: Für aristokratische Hofhaltung nahezu unabdingbarer, meist überdachter Gebäudevorbau, der sich sowohl durch seine Form als auch durch seine Zweckbestimmung deutlich von den an Plebejer-Unterkünften üblichen Freiluftvorbauten unterscheidet (vgl. Balkonien, das, Bal­kön­chen, das). Werden diese meist zur armseligen Nahsterholung und insbesondere zur Herausbildung einer vulgären Proletarier-Bräune oder im süddeutschen Raum zur Kopulationsanbahnung (vgl. fensterln) genutzt, dient der A. grundlegend anderen Zwecken. Durch seine meist eher längliche Anlage auf die repräsentative Aufreihung vielköpfiger Dynastien ausgelegt, wird der A. schon seit den Tagen des Imperium Romanum weniger als bloße Freiluftplattform, sondern vielmehr als erstes erstes Mittel der Untertanen-Kommunikation genutzt. Die Einsatzmöglichkeiten des A. waren ausgesprochen vielfältig. Sie konnten sich von Nachwuchspräsentationen über Brandreden (vgl. Hunnenrede, die) und Proklamationen bzw. Kriegserklärungen bis zur mildtätigen Verteilung von Holzpfennigen reichen, die zu diesem Zwecke vom A. aus auf das Volk geworfen wurden (aufgrund der akuten Verletzungsgefahr sieht man seit dem Hochmittelalter von Blechtalern und Granithellern ab). Mit dem zunehmenden Bedeutungsverlust des Adels entfallen heutzutage die meisten kommunikativen Funktionen des A., wohingegen er in der direkten Folge als Ausgangspunkt melodramatischer Suizide nochmals Konjunktur erlebte. Heutzutage werden durch einige, sich selbst als Audienzbalkon-Aktivisten bezeichnende Aristokraten (vgl. von Friedel, Jesus-Maria) zunehmend Versuche unternommen, den A. wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen, wobei diese Bemühungen meist an der engstirnigen Unkultiviertheit der bürgerlichen Behördenvertreter scheitern und nicht selten in einer unrechtmäßigen Internierung des adeligen Aufrührers gipfeln (vgl. Nervenheilanstalt, die).

balkon

Kategorien: Baron Friedels aristokratischer Almanach, Die bessere Gesellschaft

Transformermäßiger Sachschaden

»Du wirst es nicht glauben, Manfred!«
»Was denn?«
»Ich hab‘ ihn endlich gesehen, diesen Transformer-Fim!«
»Ja endlich! Und? Der ist schon stark, oder? Wie da die ganzen Autos explodieren! Stark!«
»Ja, schon stark! Ich schlafe ja normalerweise immer gleich ein bei so Filmen. Da auch. Aber wie die Autos explodiert sind, bin ich sofort wieder aufgewacht.«
»Ja, eine starke Action!«
»Das schon. Aber bei mir haben sich da schnell ganz andere Überlegungen eingestellt.«
»Ach so? Welche denn?«
»Du weißt, daß ich jetzt 25 Jahre bei einer Versicherung arbeite?«
»Ja, schon… Na und?«
»Na, das ist doch ganz klar. Da geht natürlich sofort mein Gehirn an. Dieser ganze Sachschaden. Das muss alles einer regulieren.«
»Aber das ist doch gar nicht der Punkt. Das ist doch nur ein Film.«
»Ja, aber das ist doch gerade das Spannende!«
»Naja…«
»Doch doch. Stell Dir doch beispielsweise mal vor, der Transformer, der da im Eifer des Gefechts alle Autos kaputthaut hinterlässt keine Personalien und begeht quasi Fahrerflucht. Dann bleiben die Fahrzeughalter, wenn sie kein Vollkasko haben, letztlich auf den Kosten sitzen. Und die Reparaturkosten liegen eindeutig über der Wertgrenze. Das sind alles Totalschäden!«
»Ja, aber warum soll denn der Transformer seine Personalien hinterlassen? Der ist doch eine außerirdische Maschine!«
»Ich darf Dich daran erinnern, daß es diese Transformer sich in Kraftwagen verwandeln können. Dieser Optimus Breim, oder wie der heißt, ist zum Beispiel auch ein Brummi. Damit muss der sich, wenn er am Straßenverkehr teilnimmt, selbstverständlich auch versichern.«
»Aber den kennt doch jeder. Der muss also keine Personalien hinterlassen.«
»Ich möchte eh wissen, welcher Prüfer so einen Brummi zulassen würde. Aber Du hast natürlich Recht. Na, den würde seine Versicherung jedenfalls saftig hochstufen.«
»Na, wenn Du meinst. Ich muss jetzt.«
»Gut. Was treibst Du dann heute noch.«
»Ach, nicht viel. Vielleicht einen Film.«
»Ah, den zweiten Transformer?«
»Nein, nein. Ich habe jetzt eher Lust auf einen mit diesem Freddy Krüger. Da kommen wenigstens nur Menschen zu Schaden.«

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Redliches Fernsehprogramm

Die B-Note

duell

Wie es sich ganz zweifellos für einen waschechten Edelmann von Range gehört, habe auch ich selbstredend schon einige Duelle hinter mich gebracht. Sollten Sie also erwägen, mich zum Ehrenhändel zu fordern, so möchte ich Sie an dieser Stelle ausdrücklich warnen: Zwar bin ich ein geradezu lausiger Schütze, dafür aber ein regelrechter Meister in der Kunst der dramatischen Pose des tödlichen Getroffenwerdens (mit oder ohne Zylinderverlust). Damit konnte ich bislang noch jeden Wettkampf über die B-Note für mich entscheiden. Vor Ihnen habe ich also keine Angst!

Kategorien: Baron Friedels aristokratischer Almanach, Die bessere Gesellschaft

Skandinavische Krimis

»Ach, ist das spannend!«
»Ja, wirklich sehr spannend.«
»Total! Ich liebe ja diese skandinavischen Krimis.«
»Weil die aber auch immer so spannend sind!«
»Ja, aber nicht nur. Die skandinavische Seele hat sowas Tiefes und Abgründiges.«
»Eins frage ich mich aber schon immer…«
»Was denn?«
»Eigentlich tragen die Skandinavier ja fast immer Pullover…«
»Das ist deshalb, weil es in Skandinavien fast immer kalt ist!«
»Ich frage mich immer, ob die auch mal was anderes tragen. Was macht der Skandinavier beispielsweise, wenn er mal schick ausgeht? Da ist es doch dann auch kalt.«
»Ist doch ganz klar, was die da anziehen.«
»Aha. Und was bittesehr?«
»Na schicke Pullover, natürlich.«
»Natürlich.«

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Redliches Fernsehprogramm

Erprobter Aphorismus für eine Festrede auf der goldenen Hochzeit eines geschätzten Freundes

goldene-hochzeit-sprueche2

“Sind nicht alle langjährig Verheirateten ein bisschen wie Tropfsteine? Gemeinsam hängt man, zu fahler, wulstig-schwieliger Statur erstarrt, in dumpfem Domizil nebeneinander. Längst vergessen jene kurzlebige Jugendglut, als wallende Chemie beide einst Seit’ an Seit’ aus teigigem Kalkstein presste – doch weniger schicksalhafte Bestimmung denn diffuse Naturlaune. Und so tropft man in passiv-aggressiver Übereinkunft Dekaden und Äonen nebeneinanderher – mehr als genug Zeit immerhin, um das immergleiche Geblubber des anderen irgendwann ertragen zu lernen. Daher erhebe ich mein Glas auf Erna und Manfred!”

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Erbauliches

Bloggen auf WordPress.com.