Die bessere Gesellschaft

Erprobter Aphorismus für eine Festrede auf der goldenen Hochzeit eines geschätzten Freundes

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“Sind nicht alle langjährig Verheirateten ein bisschen wie Tropfsteine? Gemeinsam hängt man, zu fahler, wulstig-schwieliger Statur erstarrt, in dumpfem Domizil nebeneinander. Längst vergessen jene kurzlebige Jugendglut, als wallende Chemie beide einst Seit’ an Seit’ aus teigigem Kalkstein presste – doch weniger schicksalhafte Bestimmung denn diffuse Naturlaune. Und so tropft man in passiv-aggressiver Übereinkunft Dekaden und Äonen nebeneinanderher – mehr als genug Zeit immerhin, um das immergleiche Geblubber des anderen irgendwann ertragen zu lernen. Daher erhebe ich mein Glas auf Erna und Manfred!”

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Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Erbauliches

Das Glück in der Ferne

In den Wintermonaten muss ich stets einen schmerzlichen Verlust erdulden: mein bevorzugter Canasta-Partner, der Herr Studienrat i. R. Gradinger, weilt dann mit seiner Gattin in seinem Appartement auf Teneriffa. Er langweile sich, so versicherte er mir unlängst, während dieser Zeit schier zu Tode. Die Hitze empfinde er als lästig, Strand, Leute und Essen seien ihm ohnehin völlig zuwider. Den Großteil seiner Zeit dort verbringe er damit, vom Balkon aus das Meer indifferent, seine Frau hingegen aggressiv anzuschweigen.

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Dann aber, und seine Miene hellte sich deutlich auf bei dem Gedanken, komme stets der Moment, an dem er sich denke: „In Deutschland müssen’s grad alle frieren.“ Das allein, so meinte er, sei ihm die ganze Sache dann schon wieder wert.

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

Eine äußerst ungustiöse, mündliche Wurst

Werte Damen und Herren,

Wer mich kennt, der wird nur allzu genau wissen, dass mir nichts ferner läge, als die zivilisatorische Großleistung des deutschen Menschen im Laufe der Weltgeschichte zu bestreiten. Welche Nation kann schließlich von sich behaupten, der Welt gleichsam mit großen Köpfen wie Goethe und Helmut Kohl, sowie kulturellen Segnungen wie dem Vadalensturm oder dem Sparkassenwesen bedacht zu haben?

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Bisweilen jedoch beschleichen mich in stillen Momenten leise Zweifel an der subtil ausgebildeten Kulturfertigkeit meiner Landsleute. So ist es doch – gelinde gesprochen – einigermaßen befremdlich, dass eine Suchanfrage nach einer alten, meztgereiproduktbezogenen Volksweisheit zu gleichen Teilen kulinarische Ratgeberseiten und Verweise auf einen weithin bekannten Hersteller einschlägiger Chemie-Klosette ausspeit.

Woher, so muss man sich in diesem Zusammenhange doch fragen, rührt die oftmals festzustellende, semantische Ähnlichkeit (oder Gleichheit) von wohlschmeckenden Speisen und Scheußlichkeiten aus dem Reich der Fäkalien?

Kehren wir zurück zum Ausgangsbeispiel: auch dem Franzosen ist bekanntermaßen das Konzept der Wurst keineswegs unbekannt. Gleichwohl wird man ihn wohl niemals von einer„saucisse de merde“ sprechen hören – optische Ähnlichkeit hin, optische Ähnlichkeit her. Ganz im Gegenteil: der Franzose hält diese beiden Sphären appetitlicherweise hübsch getrennt – kurzum: er defäkiert nicht, wo er ißt. Ein Konzept, das wiederum zum deutschen Landsmann – wenigstens was die praktische Ausführung anbelangt – auch bereits durchgedrungen ist.

Fraglos: dass sich dergleichen auch in rein theoretischer, sozusagen mündlicher Form nicht geziemt, ist schon die höhere Schule. Gleichwohl wird es uns ausgesprochen gut tun, diesen nächsten zivilisatorischen Schritt alsbald zu wagen.

Also halten Sie sich gefälligst von nun an daran. Zuwiderhandlungen werden mit Kaviarlöffel-Züchtigung nicht unter hundert Schlagen geahndet.

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Kulinarisches

Die Helm-Mode der Saison

Kopfbedeckungen mit Raubvogel-Aufsatz – ein wahrhaft zeitloses Accessoir und auch in diesem Frühjahr wieder der letzte Schrei im urban-kaisertreuen Subkultur-Milieu.

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Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Die bessere Gesellschaft, Redliche Lebenshilfe

Zensur beginnt im Kleinen!

Werte Damen und Herren,

als aufmerksamer Leser der Tagespresse kommt man nicht um die Feststellung umhin, dass die Zensur zuletzt wieder in aller Munde ist. Endlich, möchte man sagen. Schließlich ist eine umfassende Inhaltskontrolle schon seit jeher Indikator für ein funktionierendes Staatswesen. Merke: wenn der Bauer schon lesen kann, so sollte er es wenigstens nicht dürfen, von der Bibel einmal abgesehen.

Selbstverständlich gehe ich in meiner Eigenschaft als Schlüsselfigur auch auf diesem Felde mit gutem Beispiel voran. Als Chefzensor der örtlichen Kindertagesstätte „St. Theresia“ leiste ich schon seit Jahren wertvolle Arbeit an der Front der Nachwuchszucht – ehrenamtlich, versteht sich. Ist es nicht beruhigend, dass uns zumindest vonseiten nachwachsender Generationen somit keine Gefahr mehr droht? Die ersten Erfolge meines Wirkens sind jedenfalls bereits sichtbar: will man dem aktuellen Statusbericht der Reichs-Rauschgiftbeauftragten Glauben schenken, zieht die Jugend heutzutage einen schönen Bausparer der Haschgift-Spritze vor. Recht so! Lediglich die Sprösslinge des Lumpen-Proletariats (die folgerichtig Real- oder Hauptschule besuchen), sind von dieser positiven Entwicklung erwartungsgemäß bisher ausgenommen.

Umso hängt der Weiterbestand des Abendlandes selbstredend von dem Engagement seiner ehrenamtlichen Zensoren ab. Daher möchte ich jedem ausdrücklich ans Herz legen, es mir umgehend nachzutun!

Daher habe ich Ihnen an dieser Stelle eine Kostprobe meines Schaffens verknüpft. Es handelt sich um ein Machwerk Namens „Die Raupe Ursula“. Ein Extremfall, in der Tat! Hier wurde auf widerwärtige Weise der Versuch unternommen, handfeste Pornografie unter dem Deckmäntelchen der harmlosen Insekten-Folklore in die Hände NOCH! unschuldiger Kindlein zu schmuggeln. Dementsprechend musste der Rotstift erschöpfend zum Einsatz kommen, was er selbstredend auch tat.

Aber beschließen wir diese Abhandlung mit einer erfreulichen Randnotiz: durch meine emsige Streicharbeit musste das Halblingsgestammel der Kindergruppe „Moppelbär“ bloß noch anderthalb Minuten ertragen werden. Welch Erleichterung für alle Beteiligten!

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Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, redliche Erziehung

Kopfweh vom Kamillentee

Werte redliche Heimseitenbesucher,

gestern mit den Herren von Friedel und von Angmar nach der Messe noch einen kleinen Abstecher in die „Parkklause“ unternommen, auf „einen kleinen Kamilentee“.

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Tee war hervorragend und der Herr von Angmar schlug vor, zur geschmacklichen Aufwertung noch jeweils einen kleinen „Wacholder“ zu bestellen. Erste Bedenken sind schnell überwunden, so dass gegen 17.00 die Gläser erneut befüllt werden.

17.10 Runde des Herrn von Friedel auf „Die Dragoner“

17.15 Runde meinerseits auf „Die Marine“

17.20 Runde des Herrn von Angmar auf „Die Kaiserliche Infantrie“

17.25 Gemeinsame Runde „Auf seine Majestät“

17.30 Gemeinsame Runde „Auf den Kaiser“

17.35 Runde des Herrn von Friedel auf „Unseren geliebten Souverän“

17.40 Runde von Klotz/von Angmar „Auf das schöne Wetter“

17.45 Runde des Herrn von Angmar „Ein letztes Glas bevor wir gehen“

17.50 Runde meinerseits, so genannter „Absacker“

17.50 Runde des Herrn von Friedel „Auf das Vaterland“

17.55 Runde des Herrn von Angmar „Auf unser Vaterland“

18.00 Runde meinerseits „Ein letztes Glas aufs Vaterland, bevor wir zahlen“

18.05. Gemeinsame Runde „Auf die Kameradschaft“, absingen heroischer Lieder

18.10 Letzte Runde des Tages

18.11 Runde von irgendwem „Auf den Beginn der neuen Minute“

18.12 Weitere Runden „Auf den Beginn jeder neuen Minute“

Ab 18.30 weitere Runden auf irgendwas, nachspielen prägender Kriegserlebnisse über Tisch und Bänke, unter Einbeziehung der anderen Gäste.

…19.00 oder so, Trinken Schnaps direkt aus der Flasche, Herr von Angmar feuert mit Revolver in die Decke, Gäste verlassen die Parklause

…irgendwann, Wirt ist entfleucht, überall Flaschen…keine Munition mehr..Trinken noch „Eine letztes Glas“, versuchen selbst die Zeche auszurechnen. Herr von Friedel errechnet für alle zusammen 4,75 „oder so“. Potzdonner, ich knalle generös 5 Euro auf den Tisch, dann verlassen wir redlichst die verwüstete Stube.

Heute seltsamerweise leichtes Kopfweh, ebensolches Befinden bei den anderen Herren, wie mir telefonisch versichert wurde. Erneuter Beweis dafür, das „Quertrinken“ nichts bringt, sapperlot. Den anfänglichen Kamillentee hätte man unbedingt weglassen müssen!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Die bessere Gesellschaft, Gesundheit

Prosit Neujahr!

Hochgeehrte Damen und Herren!

Die Welt feiert den Tag des heiligen Silvesters und das neue Jahr – wir redliche Christen sind da keine Ausnahme, Potztausend! Ich persönlich werde den heutigen Abend im Beisein meines mittlerweile halbvollen Urinsammelbehälters, meines schnieken Hörgerätes wie auch meiner löblichen, rezeptpflichtigen Demenzmedikamente geniessen. Selbstverständlich gehören auch sogenannte „Vorsätze“ zur alljährlichen Silvesterprozedur, hierzu zählen nicht etwa die vorsätzliche Körperverletzung wie das Zünden gehörschädigender Feuerwerkskörper durch vorbestrafte Jugendliche: nein, es handelt sich um banale Bestrebungungen, welche für das nächste Jahr geplant sind.

Meine Vorsätze sind redlicherweise: noch löblicher, noch christlicher, noch kaisertreuer und noch frommer zu werden. Wohl wahr, einige überaus komplizierte Aufgaben, wenn man bedenkt, wie löblich, christlich, kaisertreu und fromm meine Wenigkeit doch bereits ist, Sackerlot. Seien Sie froh, geschätzter Leser, dass Sie sich nur mit solch überaus simplen Vorsätzen wie dem Verlust einiger Pfunde beschäftigen müssen! Wenn man das seinige Dasein so nahe der Perfektion fristet, wie man es als Dr. Waldemar Drechsler leider zu tun pflegt, so fallen einem die guten Vorsätze nicht mehr so leicht in den redlichen Schoss, gell. Welch ein Frust mein Leib bei diesem Gedanken durchfährt!

Frustriert ob seiner Existenz nahe der ultimativen Perfektion,
Dr. Waldemar Drechsler

Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Die bessere Gesellschaft, Dr. Waldemar Drechsler gibt sich die Ehre

Endlich wieder Tanztee

Endlich ist es wieder soweit: der allmonatliche Tanztee in der Seniorenbegenungsstätte „Wilhelmine Lübke“ steht unmittelbar bevor. Wie aufregend! Selbstverständlich kann bei einem solchen Anlass auf die Anwesenheit von Weibsvolk nicht gänzlich verzichtet werden. Frauenzimmer verfügen einfach über einen untrüglichen Sinn für alles Musische. So lobte die Baronin von Wimmelshausen beim der letzten Veranstaltung beispielsweise ausdrücklich das ästhetische Wellenspiel meiner Cordhose, wie sie da im Winde um meine fragilen Beine schlackerte. Gottlob konnte ich diesen genau zum rechten Zeitpunkt produzieren. Gewusst wie, sage ich da.

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Zudem macht bereits der Wettbewerbscharakter des Tanzvergnügens die Damen unverzichtbar. Auch wenn die keuschen Herren nämlich aus sittlich bedingten Gründen das Tanzbein ganz alleine schwingen – das untrügliche Auge der Frauenzimmer muss doch schlussendlich beurteilen, von welchem der flotten Tänzer es sich AM WENIGSTEN angezogen fühlt. Dieser glückliche Herr ist dann der Sieger.

Und was soll ich sagen: auch am heutigen Sonntag halte ich meine Titelverteidigung für durchaus realistisch, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, Erbauliches

Die Beisetzung der alten Wambold

Werte Damen und Herren,

[Bild: rip.gif]

Heute die Beerdigung der alten von Wambold besucht. Was Rang und Namen hat und zudem noch am Leben ist, machte nahezu geschlossen seine Aufwartung. Selbst Generalleutnant Dulpar ließ es sich nicht nehmen, der Freifrau seine letzte Aufwartung zu machen, nebst seiner zweiten Gattin, einem ausgemachten Flittchen. Nachtclubtänzerin – ein Skandal!

Abseits solcher gesellschaftlichen Suizide sei eins Vorausgeschickt: meine aufgrund der höchst geschmacklosen Todesanzeige nachgerade unterirdischen Erwartungen wurden doch übertroffen, wenn auch nur marginal. Man ist über die Jahre doch ein höchst anspruchsvoller Trauergast geworden, meine diesbezüglichen Ansprüche zu erfüllen, ist sicher nicht eben leicht.

Die Wambold indes sah so gut aus, wie schon seit Jahren nicht mehr. Rosiger Teint, straffe Gesichtshaut, fast liebliche Züge. Ganz verschwunden der verhärmte Ausdruck und die charakteristischen, gen Boden deutenden Schmisse in der Mundgegend. Auch vom prominenten Hautlappen am Halse keine Spur zu sehen. Wäre von ausgemachtem Interesse, welcher Spachtelmasse sich der Einbalsamierer bedient hat. Man wird schließlich selbst kaum jünger.

Die Trauerreden des Geistlichen und einiger enger Freunde indes eher uninspiriert, unnötig salbungsvoll, fast schon salbadernd. Die Verstorbene wurde unnötigerweise als liebliches Wesen dargestellt, keineswegs aber als die giftige alte Vettel, die sie ganz zweifellos war. Konsequenterweise nickte ich alsbald ein. Erst die allgemeine Aufbruchstimmung weckte mich schließlich.

Als Veranstaltungsort hatte man den großen Festsaal der „Burenschanz“ ausgewählt. Eher Rustikal, ganz zweifellos, aber doch wenigstens nicht salopp. Zumindest wurde somit trotz der Verarmung der Familie etwas aristokratische Würde bewahrt.

Der Leichenschmaus ließ indes einiges zu wünschen übrig, das Entrecôte zäh und zu durch, die Süßkartoffeln zu hart, zudem mit einer penetranten Muskat-Note. Zum Dessert nur drei Torten zur Auswahl – etwas spärlich, bedenkt man die schiere Singularität des Anlasses. Geheiratet und Gestorben wird schließlich nur einmal im Leben. Und wer in derart knickriger Weise von den Menschen sich verabschiedet, der kann ein liebevolles Andenken nur bedingt erwarten. Wir halten fest: am Ende am falschen Ende gespart.

Ein weiterer Minuspunkt, wenn nicht gar ein absoluter Lapsus: der Aufbau des Dessert-Buffets selbst: positioniert in einem viel zu engen Korridor der Lokalität, schaute ein jeder, der das Pech besaß, sich unmittelbar hinter dem Herrn Professor Nackel zu befinden, sozusagen mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Dazu sollte man wissen, dass der Herr Professor sich keineswegs mit drei Büffetgängen zufriedenzugeben pflegt. Ich möchte beschwören, dass dieser Mann imstande ist, seinen Kiefer auszuhängen.

Nun allerdings genug von der Verpflegung. Immerhin wusste die Gesellschaft zu überzeugen. Auch bei der Zusammensetzung der einzelnen Tische bewies man Feingefühl und Sinn für alte Fehden und Freundschaften. So soll es sein! Ich hätte beispielsweise wenig Wert darauf gelegt, mit dem Baron von Guldenburg den Tisch zu teilen, welchem ich vor Jahren im Rahmen eines Duells das linke Ohrläppchen abschoss.

Solche selten gewordenen Zusammenkünfte bieten selbstverständlich stets eine willkommene Gelegenheit, sich über die aktuellen Geschehnisse im weiteren Bekanntenkreise auf den neusten Stand zu setzen.

So kam ein durchaus angeregtes Tischgespräch zustande. Mit Schrecken vernahm ich die Krankheitsgeschichte des Hofrats Brunz; bis vor einem Jahr war dieser noch quietschfidel, dann plötzlich die fatale Diagnose: ein dackelgroßer Tumor, Metastasen überall. Noch einmal erschien er beim mittwöchlichen Kanasta, dann, innerhalb von drei Wochen: weg vom Fenster. Schauerlich!

Verstorben sind weiterhin: Studiendirektor Brömmelkamm (erholte sich nicht mehr von seinem Sturze im Dezember des letzten Jahres, 98), Generaldirektor i.R. Haushahn (Fettsucht, 86), sowie die Kapitänswitwe Boersen (ehrenvoller Tod auf See im Entmüdungsbecken des örtlichen Physiotherapeuten, 105).

Ich persönlich konnte mir fürderhin noch einen lästigen Praxisgang sparen, als sich ein mir vorher unbekannter Tischgenosse als Dermatologe herausstellte. Bereitwillig nahm dieser das nässende Furunkel an meinem Rektum, welches mich bereits seit einem Monat plagt in Augenschein. Freilich hielt ich mich auch nicht weiter damit auf, lang und breit nach seiner Zustimmung zu fragen, sondern präsentierte ihm die schmerzhafte Scheußlichkeit direktemang; schließlich ist ein Mediziner qua Hyppokrates zur Nothilfe verpflichtet.

Den restlichen Abend ließ ich mit einigen Kräuterbitter ausklingen, welche mir die Verdauung der acht Stück Torte nicht unerheblich erleichterten.

Insgesamt darf gesagt werden: eine mittelmäßige, teils aber auch durchaus gelungene Veranstaltung, wenn man bereit ist, hie und da einige Abstriche zu machen. Es darf mit Spannung erwartet werden, ob die Beerdigung des Hofrats in der nächsten Woche sich eher dem Maßstab annähert, den die Beisetzung des alten von Hoffstätter in letzten Jahre gesetzt hat. Diese soll in der „Goldenen Eiche“ stattfinden, über deren Küche mir bereits viel gutes zu Ohren kam.

Immerhin kehrte ich in halbwegs beschwingter Stimmung und mit einem Gefühl der inneren Befriedigung in meine Stadtvilla zurück: einigermaßen gespeist, ein medizinisches Problem gelöst, abermals einige überlebt.

Am heutigen Tage indes leide ich unter leichten Bauchschmerzen, deren Ursache sich mir nicht wirklich erschießen will. Ich werde mich wohl von der Fahrbereitschaft zu meinem Hausarzt chauffieren lassen. Sicher ist schließlich sicher, insbesondere in Gesundheitsfragen. Zumal ich die Beerdigung in der nächsten Woche auf gar keinen Fall verpassen möchte.

Ihr

[Bild: sig.gif]

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