Monatsarchiv: April 2016

Urlaubsschnäppchen im Pflegeheim

Werte Damen und Herren,

gewiss kennen auch Sie dieses Gefühl: bisweilen scheinen die nagenden Fährnisse des tristen Alltags selbst den duldsamsten Menschen geradezu zu verzehren. Freilich: man soll sich nicht beklagen, so steht es schließlich bereits in der Bibel – den Lohn für alle irdische Müh erhält man im Jenseits, wo auf den guten Christenmenschen gottlob nur eine einzige, auf ewig unbefleckbare Jungfrau wartet.

Gleichwohl ist jedermann bloß ein Mensch – sogar eine Schlüsselfigur meines Zuschnitts. So trifft es sich, dass auch ich bisweilen eine sogenannte „Auszeit“ vom Trubel des Alltags benötige. Als vielbeschäftigter Hochbetagter habe ich mir ein wenig Erholung ja auch redlich verdient. Da erscheint ein Kuraufenthalt auf den ersten Blick als das Gebot der Stunde. Wohingegen sich bereits beim zweiten Hinsehen die Nachteile eines solchen Erholungsurlaubes offenbaren: Kurtaxe, Hotelkosten, sowie teure und wenig nahrhafte Schonkost sind da nur die Spitze des kostspieligen Eisberges.

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Betreuung auf Fünf-Sterne-Niveau

Meine Maxime lautet hingegen: Erholung sollte in diesem Lande auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich sein und bleiben. Daher urlaube ich seit Jahr und Tag im Pflegeheim St. Theresa. Wie herrlich erholsam ist es doch, endlich einmal wieder völlig umsorgt zu werden und Seele wie Schließmuskel vollends baumeln lassen zu können.

Noch nicht einmal um die Anreise muss ich mich kümmern: ich brauche lediglich den sogenannten „Notfallknopf“, den ich an einer uhrähnlichen Vorrichtung am Handgelenk trage zu betätigen –  flugs eilt medizinisch geschultes Personal herbei. Meist genehmige ich mir noch kurz vor dem beherzten Knopfdruck ein gesundes Fläschchen Sechsämter und lege meine Dragoner-Uniform an. Logische Diagnose: fortgeschrittene Demenzerkrankung. Nächster Halt: Seniorenstift!

Erfreulicherweise verfüge ich über keinerlei lebende Verwandtschaft und bin zudem durch eine geschickte Finanzbuchhaltung bedarfsweise völlig mittellos. Die Kosten meines Aufenthalts trägt also Vater Staat.

Nach der Erledigung dieser lästigen Formalitäten kann denn auch endlich die Erholung beginnen – und die umfassende Betreuung lässt in der Tat kaum Wünsche offen. Endlich völlig unbehelligt von der alten Zeit berichten, oder dem Ärger über die falsch ausgefüllte Steuererklärung Anno ’75 freien Lauf lassen, ohne auf terminliche Zwänge, Nervenkostüm oder Feierabend des Personals oder der anderen Insassen Rücksicht nehmen zu müssen – herrlich!

Man wird angekleidet, auf Wunsch gefüttert, ja, nicht einmal das Klosett muss man besuchen, sollte man es vorziehen, den Tag gemütlich im Bett zu verbringen. Gut, bisweilen bleibt man vielleicht, aufgrund von personellen Engpässen, im wahrsten Sinne des Wortes auf der eigenen Bettpfanne sitzen. Immerhin: eine Fango-Packung käme weitaus teurer!

Die Verpflegung ist übrigens besser als ihr Ruf: Freude exotischer Kost erwartet eine aufregende Entdeckungsreise in unendliche kulinarische Weiten – bei Astronautennahrung und Magensonde speisen Sie wie weiland die Besatzung des Raumschiffs Orion.

Langeweile kommt ebenfalls nicht auf: bei bunten Abenden im Aufenthaltsraum kommt selbst der reservierteste Insasse in ausgelassene Schunkelstimmung. Bisweilen sorgt bei der gemeinsamen Polonaise zudem ein spontaner Schlaganfall bei einem Mitbewohner für knisternde Spannung. Im Falle seines Ablebens lässt man den Abend dann bei einer guten Tasse Harntee mit informierten Gesprächen über die tragische Krankengeschichte des Verschiedenen ausklingen. Wohlige Schauer, sowie das befriedigende Gefühl, selbst noch am Leben zu sein, sind garantiert!

Man darf also zusammenfassend festhalten: wer seinen Urlaub im Pflegeheim verbringt, der kann sich hernach mit neugewonnener Energie wieder ins Tagesgeschäft stürzen; Ich kann Ihnen folglich nur raten, es mir nachzutun. Bedenken Sie: Das Pflegepersonal wird schließlich nur dafür bezahlt, Sie nach allen Regeln der Kunst zu umsorgen. Ein schlechtes Gewissen – oder gar Trinkgelder – sind völlig unangebracht. Schließlich steht es schlussendlich jedem frei, etwas Vernünftiges zu lernen –  beispielsweise Sparkassendirektor oder Berufspolitiker.

Ich wünsche Ihnen von Herzen einen erholsamen Urlaub!

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Kategorien: Aktuelles, Erbauliches, Gesundheit

Technische Sensation

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Kategorien: Aktuelles, Erbauliches

Mein redlicher Tagesbeginn

Heureka,

heute um 5.00 aufgestanden und zur Begrüßung des Tages auf der Sturmtrompete geblasen. Wie üblich Protestrufe aus dem Haus von Herrn Krawulke, die ich einfach niederspiele. Der Herr bildet sich ein, nur weil er Straßenarbeiter mit Nachschicht ist und um 4 nach Hause kommt, müsse die ganze Welt sich um ihn drehen. Ballaballa, sapperlot!

Eine Stunde extatisches Gebet in der garteneigenen Gnadenkapelle wechseln sich ab mit Ertüchtigung, fröhliche 500 Liegestütze auf je einem Arm. Nach einem erprobten Programm meines ehemaligen Ausbilders, des Herrn von Prügelpeitsch, beende ich den Morgensport erst, als mir vor Erschöpfung die Sinne schwinden und mir das Blut aus der Nase schießt. Heureka, nun bin ich frisch für den Tag.

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Eine redliche Maulschelle hat noch keinem geschadet!

Wohlgelaunt zum Einkaufen in den nächsten EDEKA-Markt marschiert, da sogleich das erste Malheur des Tages, in der Fleischabteilung. Hühnerhirn ist alle, ich protestiere lautstark, schlage mit dem Stock auf die Vitrinen, fordere Rechtfertigung des Geschäftführers. Als das Männlein vor mir steht lasse ich meinem gerechten Zorne freien Lauf, schreie ihn an, dass die Dosen aus den Regalen fallen und die Verkäuferinnen sich unter der Ladentheke verstecken. Schließlich wird ein Lehrbub geschickt, um Hühnerhirn aus einer anderen Filiale zu besorgen, na bitte, warum nicht gleich so. Vorsorglich verpasse ich dem Knaben eine herzhafte Maulschelle, damit er erst gar nicht auf die Idee kommt, bei dem Botengang zu trödeln, sapperlot.

Bis zu seiner Rückkehr halte ich den Geschäftsführer am ausgestreckten Arme am Schlafittchen gepackt, damit der Lump sich nicht still verdrücken kann. „Sörwis“ wird hier offensichtlich klein geschrieben, sapperlot!

Später dann, mit leckerem Hühnerhirn und einer Tüte Innereien ausgestattet, das nächste Ärgernis an der Kasse! Vor mir eine lange Schlange halbwüchsiger, die allerlei Schoko-Krimskrams, wohl für den Pausenhof, erstanden haben. Sogleich mache ich vom Recht des Alters gebrauch und gehe bis zum ersten Platz an der Kasse vor. Feurio, ein altkluges Mädel von etwa 15 Jahren mit einem albernen „Schägewara-Hemd“ protestiert lautstark und kassiert dafür die zweite Maulschelle des Tages. Ein Bube der unverschämt bemerkt, das man keine Damen schlage, erhält die dritte und den Hinweis, das es sich nicht um eine solche handele.

Später dann ein kurzer Besuch bei Kaplan Bertrams, dem ich Eigensucht und fehlende Manieren der heutigen Jugend vorklage. Geistlicher Beistand richtet mich wieder auf, sapperlot. Der Herr Kaplan bemerkt, dass die Welt noch nicht gänzlich verloren wäre, solange es so anständige Menschen wie mich gibt. Ich erbitte den Segen für mich und meinen Stock und trinke mit dem Herrn Kaplan noch einen Wacholder.

Moralisch gestärkt sehe ich nun dem weiteren Tage entgegen.

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Redliches Tagebuch

Die Helm-Mode der Saison

Kopfbedeckungen mit Raubvogel-Aufsatz – ein wahrhaft zeitloses Accessoir und auch in diesem Frühjahr wieder der letzte Schrei im urban-kaisertreuen Subkultur-Milieu.

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Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Die bessere Gesellschaft, Redliche Lebenshilfe

Baron Friedels nützliche Alltagsratschläge, Teil 336

Haben Sie eine lästige Pflicht vor sich, müssen beispielsweise einen Vortrag vor einem kritischen Fachpublikum halten? Machen Sie es wie wir im großen Kriege vor dem Sturmangriff: rauchen Sie eine Roth-Händle. Dann haben Sie das Schlimmste IN JEDEM FALL schon hinter sich.

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Kategorien: Aktuelles, Redliche Lebenshilfe

Zensur beginnt im Kleinen!

Werte Damen und Herren,

als aufmerksamer Leser der Tagespresse kommt man nicht um die Feststellung umhin, dass die Zensur zuletzt wieder in aller Munde ist. Endlich, möchte man sagen. Schließlich ist eine umfassende Inhaltskontrolle schon seit jeher Indikator für ein funktionierendes Staatswesen. Merke: wenn der Bauer schon lesen kann, so sollte er es wenigstens nicht dürfen, von der Bibel einmal abgesehen.

Selbstverständlich gehe ich in meiner Eigenschaft als Schlüsselfigur auch auf diesem Felde mit gutem Beispiel voran. Als Chefzensor der örtlichen Kindertagesstätte „St. Theresia“ leiste ich schon seit Jahren wertvolle Arbeit an der Front der Nachwuchszucht – ehrenamtlich, versteht sich. Ist es nicht beruhigend, dass uns zumindest vonseiten nachwachsender Generationen somit keine Gefahr mehr droht? Die ersten Erfolge meines Wirkens sind jedenfalls bereits sichtbar: will man dem aktuellen Statusbericht der Reichs-Rauschgiftbeauftragten Glauben schenken, zieht die Jugend heutzutage einen schönen Bausparer der Haschgift-Spritze vor. Recht so! Lediglich die Sprösslinge des Lumpen-Proletariats (die folgerichtig Real- oder Hauptschule besuchen), sind von dieser positiven Entwicklung erwartungsgemäß bisher ausgenommen.

Umso hängt der Weiterbestand des Abendlandes selbstredend von dem Engagement seiner ehrenamtlichen Zensoren ab. Daher möchte ich jedem ausdrücklich ans Herz legen, es mir umgehend nachzutun!

Daher habe ich Ihnen an dieser Stelle eine Kostprobe meines Schaffens verknüpft. Es handelt sich um ein Machwerk Namens „Die Raupe Ursula“. Ein Extremfall, in der Tat! Hier wurde auf widerwärtige Weise der Versuch unternommen, handfeste Pornografie unter dem Deckmäntelchen der harmlosen Insekten-Folklore in die Hände NOCH! unschuldiger Kindlein zu schmuggeln. Dementsprechend musste der Rotstift erschöpfend zum Einsatz kommen, was er selbstredend auch tat.

Aber beschließen wir diese Abhandlung mit einer erfreulichen Randnotiz: durch meine emsige Streicharbeit musste das Halblingsgestammel der Kindergruppe „Moppelbär“ bloß noch anderthalb Minuten ertragen werden. Welch Erleichterung für alle Beteiligten!

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Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft, redliche Erziehung

Gastronomische Höhepunkte in der „Parkklause“

Werte redliche Heimseitenbesucher,

die Düsseldorfer „Parkklause“ hat einen „Sternekoch“ eingestellt und konnte ihr kulinarisches Programm damit erheblich erweitern, sapperlot.

Es handelt sich um einen Herrn, der bei der Fremdenlegion an der Gulaschkanone diente – im Rang eines Hauptgefreiten d.h. auszeichnet mit einem Stern auf den Schulterklappen.

Kuhfuß

Gustiös!

Folgende Spezereien sind daher ab sofort zusätzlich auf der Karte zu finden:

Eine ganze rohe Kartoffel mit Tütensenf oder Zimt 12,50

Kuhfuss auf einem Bett aus Klee 19,-

Schweinenase mit einer Soße aus Kondensmilch 18,-

Kniescheibe vom Hammel gefüllt mit „Allerlei“ 17,50

Heureka, sicherlich allesamt kulinarische Hochlichter, die man nicht verpassen sollte, sapperlot. Vergessen Sie nicht, noch heute einen Tisch zu reservieren.

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Klassiker, Kulinarisches

Veranstaltungsprogramm der Liebfrauengemeinde April 2016

Werte Damen und Herren,

anbei das – wieder einmal äußerst anregende – Veranstaltungsprogramm der Pfarrgemeinde „zu unserer Lieben Frau“ für den Monat April. Um möglichst zahlreiches Erscheinen wird gebeten, Potztausend!

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Kategorien: Aktuelles, theologische Meditationen

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