Aktuelles

Transformermäßiger Sachschaden

»Du wirst es nicht glauben, Manfred!«
»Was denn?«
»Ich hab‘ ihn endlich gesehen, diesen Transformer-Fim!«
»Ja endlich! Und? Der ist schon stark, oder? Wie da die ganzen Autos explodieren! Stark!«
»Ja, schon stark! Ich schlafe ja normalerweise immer gleich ein bei so Filmen. Da auch. Aber wie die Autos explodiert sind, bin ich sofort wieder aufgewacht.«
»Ja, eine starke Action!«
»Das schon. Aber bei mir haben sich da schnell ganz andere Überlegungen eingestellt.«
»Ach so? Welche denn?«
»Du weißt, daß ich jetzt 25 Jahre bei einer Versicherung arbeite?«
»Ja, schon… Na und?«
»Na, das ist doch ganz klar. Da geht natürlich sofort mein Gehirn an. Dieser ganze Sachschaden. Das muss alles einer regulieren.«
»Aber das ist doch gar nicht der Punkt. Das ist doch nur ein Film.«
»Ja, aber das ist doch gerade das Spannende!«
»Naja…«
»Doch doch. Stell Dir doch beispielsweise mal vor, der Transformer, der da im Eifer des Gefechts alle Autos kaputthaut hinterlässt keine Personalien und begeht quasi Fahrerflucht. Dann bleiben die Fahrzeughalter, wenn sie kein Vollkasko haben, letztlich auf den Kosten sitzen. Und die Reparaturkosten liegen eindeutig über der Wertgrenze. Das sind alles Totalschäden!«
»Ja, aber warum soll denn der Transformer seine Personalien hinterlassen? Der ist doch eine außerirdische Maschine!«
»Ich darf Dich daran erinnern, daß es diese Transformer sich in Kraftwagen verwandeln können. Dieser Optimus Breim, oder wie der heißt, ist zum Beispiel auch ein Brummi. Damit muss der sich, wenn er am Straßenverkehr teilnimmt, selbstverständlich auch versichern.«
»Aber den kennt doch jeder. Der muss also keine Personalien hinterlassen.«
»Ich möchte eh wissen, welcher Prüfer so einen Brummi zulassen würde. Aber Du hast natürlich Recht. Na, den würde seine Versicherung jedenfalls saftig hochstufen.«
»Na, wenn Du meinst. Ich muss jetzt.«
»Gut. Was treibst Du dann heute noch.«
»Ach, nicht viel. Vielleicht einen Film.«
»Ah, den zweiten Transformer?«
»Nein, nein. Ich habe jetzt eher Lust auf einen mit diesem Freddy Krüger. Da kommen wenigstens nur Menschen zu Schaden.«

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Teuflischer Verbrecher dringend gesucht

phantom

Endlich ist es den braven Ordnungshütern gelungen, ein aussagekräftiges Phantombild jenes Galgenvogels zu erstellen, der mein Wohnviertel schon seit Jahren in Atem hält. Von Delikten wie vorsätzlicher Körperverletzung, über Nötigung, Bedrohung, bis zu unerlaubtem Waffenbesitz hat dieser Unhold jede denkbare Straftat auf dem Kerbholz. Sehen Sie sich diese degenerierte Verbrechervisage nur an; die aggressiv blitzenden, zu Schlitzen zusammengezogenen Augen; die schmalen, von krimineller Energie kündenden Lippen; der ungepflegte Vollbart. Solange solche Subjekte sich ganz unbehelligt in Freiheit bewegen, sind unbescholtene Bürger nicht mehr sicher. Ich jedenfalls werde meine Bemühungen zur Ergreifung dieses Subjekts nunmehr intensivieren und bei jedem kleinsten Verdacht umgehend meinen Gehstock zum Einsatz bringen und gegebenenfalls auch sogleich das Feuer eröffnen.

Für Sie gilt selbstverständlich: sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen!

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Zum Pilcher-Tod

Hand aufs Herz: Was war Ihre liebste Pilcher-Schnulze?

herzkino_pilcher
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Unentschuldigtes Fehlen

In meiner Jugend wäre es uns ja niemals eingefallen, so einfach die Schule zu schwänzen. Unvorstellbar! Gefehlt haben wir wenn überhaupt nur entschuldigt und dann auch nur ausnahmsweise zum Weltkrieg. Zum Dank gab es dann einen lobenden Vermerk in Zeugnis oder Totenschein.

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Der Huawei

»Ich finde es ja sehr gut, daß man diesen Menschen jetzt aus unserem Internet ausschließt!«
»Wen?«
»Na diesen Huawei!«
»Ach, den schließt man jetzt aus?«
»Ja, oder er darf, genauer gesagt, unser Internet nicht mehr aufbauen. Liest man. Auch der Trump ist angeblich wütend auf den.«
»Was, sogar der Trump? Ich meine, ich finde das ja auch nötig, dieser Schritt war längst überfällig. Aber daß den selbst der Trump kennt, hätte ich nun nicht gedacht. War der bei dem auch schon im Internet?«
»Ja, offenbar.«
»Da tut mir dieser Trump aber direkt leid. Bei mir war der ja auch schon drin!«
»Wirklich?«
»Ja, natürlich. Bei allen bei uns im Haus war der da schon drin. Der hat ja bei fast allen dieses schnurlose Internet installiert, weil sich sonst keiner auskennt. Da hat sich der natürlich gleich das Passwort aufgeschrieben und schwupps – war er drin.«
»Das darf doch nicht wahr sein!«
»Wir hätten das ja eigentlich gar nicht gemerkt. Aber der Herr Müller aus dem zweiten Stock ist irgendwann auf Fotos von der Frau Orlandoni auf so Seiten gestoßen, die sie da sicher nicht selbst heraufgeladen hatte. Da kam es dann auf, daß der bei uns allen herumgeschnüffelt hat.«
»Das ist ja allerhand!«
»Und deshalb finde ich es auch sehr gut, daß man ihn vom Rest von Deutschland fernhält.«
»Genau. Ich denke mir sowieso: Was muss der sich da von China aus an unserem Internet zu schaffen machen?«
»Aus China?«
»Ja, da kommt der Huawei doch her.«
»Der wer?«
»Na der Huawei. Von dem reden wir doch die ganze Zeit. Der bei Ihnen im Internet geschnüffelt hat«
»Ach je, dann meinen wir vielleicht einen anderen. Bei uns war das der Huber. Der ist bei uns Hausmeister. Der ist aber nicht aus China, sondern aus Wunsiedel.«

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Weisheit zum Montag

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Unverschämte Einhaltung der Mittagsruhe

Ich werde unsanft aus dem Mittagsschlaf gerissen. Drei Halbstarke diskutieren betont gedämpft vor meinem Fenster.
“Aber echt jetzt”, beginnt der offensichtliche Rädelsführer, “es ist doch mehr als lächerlich und längst widerlegt, daß der historische Materialismus frei sei von jeder hegelianischen Teleologie!”
“Hallo?”, sekundiert der Zweite, “Das ist ja wohl logisch! Nur Marx bringt das Kunststück fertig, Hegels Weltgeist einerseits als »metaphysisches Gespenst« zu diffamieren und ihn im selben Atemzug durch das kolportierte Fortschreiten der Freiheit durch die Überwindung des kapitalistischen Staates unbewusst gerade zu implizieren!”
“Was doch superdeutlich zeigt”, versetzt Nummer drei triumphierend, “daß Hegel richtig liegt: Der sittliche Staat ist das Mittel des Weltgeistes zur Verwirklichung der Vernunft! Er ist die göttliche Idee auf Erden und die Freiheit kann nur innerhalb des bestehenden Systems existieren. Deshalb ist der Kommunismus ja auch gescheitert!”
“Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Klassenkämpfen, ihr Lümmel”, donnere ich wutentbrannt aus dem eilig aufgerissenen Fenster,
“und wenn ihr die philosophische Einsegnung der bestehenden Verhältnisse nicht umgehend der älteren Generation überlasst, rufe ich die Polizei! Und lasst Euch gefälligst mal die Haare wachsen!”
Also wirklich: Was ist nur mit dieser Jugend los? Als sie noch lautstark den Umsturz herbeibrüllen wollte, habe ich sie viel lieber gehasst.

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#Montagsperpetuum

laecheln_kreuzigung

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Skandinavische Krimis

»Ach, ist das spannend!«
»Ja, wirklich sehr spannend.«
»Total! Ich liebe ja diese skandinavischen Krimis.«
»Weil die aber auch immer so spannend sind!«
»Ja, aber nicht nur. Die skandinavische Seele hat sowas Tiefes und Abgründiges.«
»Eins frage ich mich aber schon immer…«
»Was denn?«
»Eigentlich tragen die Skandinavier ja fast immer Pullover…«
»Das ist deshalb, weil es in Skandinavien fast immer kalt ist!«
»Ich frage mich immer, ob die auch mal was anderes tragen. Was macht der Skandinavier beispielsweise, wenn er mal schick ausgeht? Da ist es doch dann auch kalt.«
»Ist doch ganz klar, was die da anziehen.«
»Aha. Und was bittesehr?«
»Na schicke Pullover, natürlich.«
»Natürlich.«

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Die Hölle: Silvesterparty

Spätestens nach den rauschenden Erfolgen der AfD ist bekannt: Nichts liebt der deutsche Mensch mehr als seine Traditionen. Das gilt insbesondere, wenn ihn allzu kleinmütige Vorschriften linksgrünversiffter Miesepeter ohnehin schon über die Gebühr in seiner Persönlichkeitsentfaltung einschränken. Nie wird dieser Umstand evidenter als an Silvester: Wenn es ihm heutzutage schon nicht mehr gestattet ist, die neusten Errungenschaften der heimischen Rüstungsindustrie eigenhändig an den Nachbarn zu erproben, so pocht der Germane wenigstens auf sein hartertrutztes Recht, zumindest das neue Jahr mit blitzkriegophoner Artilleriesperrfeuerschalmei zu empfangen, bei der selbst Opapa recht warm ums Herz würde, hätte ihn nicht bereits Anno ‘14 die damals neuste Errungenschaft der französischen Rüstungsindustrie konfettiähnliche Fitzelchen zerfranst.

Apropos Konfetti: Abseits des traulichen Böller-Tumults droht dem geistig Normalen weit schlimmerer Unbill: Auf der sogenannten “Silvesterparty” rottet sich am 31.12. alles zusammen, was noch nicht in der Verwesungsgruft des heimischen Fernsehzimmers dem gnädigen Schicksal des baldigen Exitus entgegenfault. Wer sich Schlag sechs, bewaffnet mit einem Eimer Industrie-Kartoffelsalat und einer Flasche Rotem aus den eher zweifelhaft reputierten Regal-Regionen der Edeka-Spirituosenabteilung, beim Gastgeber der diesjährigen Sause einfindet, wird die daheimgebliebenen Chaiselongue-Mumien schon beim ersten Anblick der brettspielabendgestählten Partygesellschaft beneiden. Nun heißt es abwarten, bis die stocknüchternen Feierbiester sich vermittels Druckbetankung mit der pappsüßen Bowle auf eine angemessene Betriebstemperatur gurgeln. Bis dahin steht inspirierter Smalltalk über Arbeit, Job und Siechtum auf dem Programm. Nach etwa drei Stunden aber ist jedermann endlich angemessen abgefüllt. Spätestens dann pfeift man auf die pseudo-akademischen Sachzwänge und jedes noch so dröge Business-Gespräch verliert sich in diffusem “Ich-so-Hallo”-Gestammel. Somit hat der Abend bereits seinen Scheitelpunkt erreicht – das Ambiente kulminiert in einem dickschwadigen Mix aus ohnmächtiger Resignation und trotzigen Durchhalteparolen, dem Flair einer durchschnittlichen SPD-Regionalkonferenz nicht ganz unähnlich.

weihnachtsfeier

Dann, endlich, wird es Zeit für die reiche heimische Silvester-Tradition: Fondue oder Raclette (schweizerisch) fungieren mit unkoordiniertem Durcheinandergestocher als ideale Einstimmung für die altbekannte, allenfalls mittelkomische Stolper-Klamotte (englisch), wohingegen das inzwischen qua EU-Edikt verbotene Bleigießen (vermutlich römisch) leider entfallen muss. Allerdings lässt sich die hochgiftige Gaudi fast wirkungsgleich mit einem weiteren Blick in die Visagen der Feiergenossen substituieren, die durch einen dem gemeinen Bleiklumpen nicht unähnlichen Deformationsgrad einen etwa gleichwertig informativen Ausblick auf das zu erwartende Restdasein zulassen. Anschließend folgen die deutschesten Beiträge zum weltweiten Jahresend-Ritus, nämlich: ‚Bumm‘, ‚peng‘, ‚prosit‘, ‚rutsch‘ und ‚würg‘.

Wenn Sie dann am nächsten Morgen mit dem Kopf in den Bowleresten erwachen und noch Wochen danach tiefe moralische Scham verspüren, eröffnet sich nach Abschluss der Kater-Katharsis endlich die tiefere Einsicht, nämlich, daß sich ein weiteres Jahr der unterbezahlten Drehstuhl-Fron als vergleichsweise mindere Strafe ausnimmt. Immerhin bleibt nach jedem Silvester die geheime Hoffnung, daß irgendwann keine weiteren folgen werden.

Guten Rutsch!

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