1000 Jahre „Tatort“. Aus dem Kulturteil des „Freiheitlichen Beobachters“

15109633_1945176192376613_8945891184790806500_nGerade erst hat die 1000. Folge des „Tatorts“ Fernsehgeschichte geschrieben. Doch schon bald (nämlich in 946 Jahren) steht das nächste Jubiläum an: wir haben die Folge zum 1000-jährigen Tatort-Jubiläum schon jetzt unter die Lupe genommen.

Das Szenario:

Gruppentherapie mit Schlachtrössern. Nach einem Gauleiter-Symposium steigen der Frankfurter Kriminal-Ideologe Fips Rommel (A. Gauland) und die pathologische Promovierte Dr. Brünhilde Braun (Dr. F. Petry) gemeinsam in einen Reisebus, der sich aber bei näherem Hinsehen als heruntergekommener Wohnwagen entpuppt und vor ungewaschenen Zigeunern geradezu überquillt. Die integrationsunwilligen Volksschädlinge wittern sofort ihre Chance und betteln um Geld- und Sachleistungen (´n Euro, ´ne Kippe) – so werden die arischen Spürnasen mit Ängsten und Abgründen weit jenseits der Ekelgrenze konfrontiert. Dabei hätte es so eine gemütliche Kaffeefahrt durch beschauliche Gaue werden können!

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Verzwickt. Eigentlich sollte in der aufwendigen, „Kaffeefahrt nach Dresden“ genannten Produktion auf die Verwahrlosung der Deutschen Heimat durch Zuwanderung hingewiesen werden. Leider scheitert die Jubiläumsfolge schon an ihrer Prämisse: Die natürlich völlig ungebildeten Migranten verpassen die Autobahn-Ausfahrt nach Dresden und die nordafrikanische Komparsen-Hundertschaft havariert schon während der Anfahrt im Mittelmeer. So müssen Braun und Rommel sich einmal mehr am verhassten Establishment abarbeiten: Nach langer Irrfahrt landet der Reisebus ausgerechnet in Tübingen, wo habilitierte Gutmenschen und kinderlose Gender-Frauen die Zigeuner sofort mit abnormer Willkommenskultur und Political Correctness bebauchpinseln. Kann ein vom Klartextreder-Duo angestrengtes Volksbegehrten diese Verschwörung gegen das Vaterland noch aufhalten und das Pendel zurückschwingen?

Die böseste Szene:

Gemeinsam mit der schießfreudigen Kollegin Walli von Übelkrähe (grandios: B. von Storch) steigen Braun und Rommel in den Wohnwagen. Sie wähnen sich alleine, da im Halbdunkel die ebenfalls halbdunklen Insassen für sie völlig unsichtbar sind. Erst als Übelkrähe sich eine Dannemann steckt, erkennen die deutschen Helden, dass sie von Verschwörern umzingelt sind.

Der beste Dialog:

Braun: „Abnorm!“
Rommel: „Abartig!“

Wertung:

10 von 10 rote Himmelfahrts-Pfeile. Wir sind ja kein Leitmedium.

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Post von von Friedel (erschienen im „Bad Friedelruher Waldpfeifer“ am 03.09.2017)

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Schon als Kind schrieb ich gerne mit dem Löffel in Dir. Auch heute noch. „Ggbfawetzjjnnpft“ steht da in großen Teiglettern.

Als kleiner Steppke musste ich in der Schule Schönschreiben lernen. Perfekte, runde Kringel sollten zu schönen Buchstaben, sie wiederum zu schönen Sätzen werden. „Fiffers Fritze fifft friffe Fiffe“, stand da in krakeliger Jungenschrift. Ich bekam von Frl. Christlieb, meiner Lehrerin, zur Strafe mit dem Lineal auf die Finger. Verkrustete Striemen blieben zurück.

Erst viel später verstand ich, daß man fürs Schreiben nicht schönschreiben muss. Da hatte ich schon mit dem Briefeschreiben angefangen.

Ich schrieb an Prinzessinnen, Staatsmänner, oft auch an Dinge. Manchmal sogar an Suppen. Viele Briefe kamen ungeöffnet zurück. Auf die Finger haute mir aber niemand mehr. Die Striemen heilten.

Trotzdem weiß ich heute, liebe Buchstabensuppe, daß Schönheit immer vergeht. Auch Deine Buchstaben werden, während ich hier sitze und nachdenke, immer weicher und langsam unleserlich.

Nicht nur die Schönheit, auch der Sinn vergeht. Auch wenn es nie einen gegeben hat. Am Ende wird alles zu trüber Pampe. Oder zu Kruste.

Inzwischen, liebe Buchstabensuppe, bist Du fast kalt und ungenießbar. Eine junge Kellnerin trägt dich ungegessen weg. Vielleicht isst Dich ein Obdachloser.

Es gibt verschiedene Löffel, große, kleine. Egal was ich mit ihnen in die Brühe pansche – auslöffeln müssen es meistens andere. Krusten habe ich heute nur noch im Kopf. Da kann sie keiner sehen.

Herzlichst,

 

sig

Kategorien: Aktuelles, Post von von Friedel

Wahl-O-Mat

Nachdem dieser Unsinn ja heutzutage offenbar zum guten Ton gehört, habe auch ich einmal diesen Wahl-Automaten angeworfen. Das Ergebnis indes nimmt sich so wenig überraschend wie erfreulich aus. Hurra!

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Kategorien: Aktuelles, Zur Weltpolitik

Passwort123

kreuth

Ein leergefegter Bahnhof in der Münchner Peripherie. Herr K. und Herr S. hinter der Theke des S-Bahn-Kiosks. Davor der greise Herr Graupner mit einem Bier.

Herr K.: Eigentlich wäre dieser Leerlauf vor dem Eintreffen des Pendelrückverkehrs …

Herr S.: Das heißt “Rückpendelverkehr”.

Herr K.: Wie auch immer. Eigentlich wäre dieser Leerlauf vor dem Eintreffen des RÜCKPENDELVERKEHRS eine gute Gelegenheit, mal nach unserer Google-Kampagne zu sehen.

Graupner: Ja hobt’s es…(räuspert sich) Habt Ihr beide Euch etwa für eine Bewerbung dieses Etablissements beim Suchmaschinenriesen Google entschieden?

Herr K.: Man kommt ja nicht mehr darum herum. Gerade als S-Bahn-Kiosk muss man heutzutage hart um seinen Marktanteil kämpfen. Die Leute kaufen ja ohnehin kaum noch Zeitungen, heute geht alles online. Wir müssen die Zielgruppe also genau dort erreichen. Deshalb habe ich auch diesen SEO- und SEA-Kurs an der VHS besucht. Das sind Fachtermini aus dem sogenannten Suchmaschinen-Marketing.

Herr S. (der inzwischen den Laptop hochgefahren hat): Wie heißt nochmal unser Google-Account?

Herr K: Das muss “herrkundherrs” (klein und zusammengeschrieben) At “s” Minus “bahn” Minus “kiosk” Minus “hoellriegelskreuth” (mit “oe”) Punkt “de” sein.

Herr S.: Ich komme nicht rein. Aber das kann ja so auch nicht stimmen. Ein Google-Konto muss doch meines Wissens immer mit “At gmail Punkt com” oder “At googlemail Punkt com” enden.

Herr K.: “herrkundherrs” Punkt “s” Minus “bahn” Minus “kiosk” Minus “hoellriegelskreuth” At “gmail” Punkt “com”?

Herr S.: Das scheint zu stimmen. Passwort?

Herr K.: “Epistula” Bindestrich “non” Unterstrich “erubescit” Punkt “2017”.

Herr S.: Inkorrekt!

Herr K.: “Epistula” Bindestrich “non” Unterstrich “erubescit” Punkt “2016”?

Herr S.: Stimmt ebenfalls nicht!

Herr K.: Ersetzen Sie mal den Unterstrich mit einem Bindestrich.

Herr S.: In Kombination mit “2016” oder “2017”?

Herr K.: Versuchen Sie beides!

Herr S. (unternimmt einige Versuche): Nichts davon funktioniert.

Graupner: Ich habe ja nur drei Passwörter, die ich immer mit zwei Zahlenkombinationen variiere.

Herr S.: Hatten wir das Passwort nicht irgendwo notiert?

Herr K.: Ich habe eine Passwortliste in unserer Dropbox abgelegt. Sie finden sie unter “Kiosk2017\seo_und_buchhaltung\dateien_herrk\aktuell\kw20\passwoerter_laufend. Das ist eine Excel-Datei. Gut, eigentlich nicht mit Excel gemacht. Allgemeiner sagt man “Spread Sheet”.

Herr S. (unternimmt einen Login-Versuch): Und wie lautet das Passwort für unsere Dropbox?

Herr K.: Na wie das andere!

Herr S. (entnervt): Welches?

Herr K.: Das erste!

Herr S. (resigniert): Es geht einfach nicht.

Herr K.: Alles kein Beinbruch. Stellen Sie einfach das Kennwort wieder her! Dazu müssen Sie nur eine Sicherheitsfrage beantworten. Klicken Sie einfach auf “Ich habe mein Passwort vergessen”.

Herr S. (klickt): Wie heißt das Lieblingstier Ihrer Schwiegermutter?

Herr K.: Das kommt ganz darauf an, ob sich diese Frage auf ein idealtypisches, als Haustier ungeeignetes Wildtier, oder auf ein domestiziertes Tier mit Kuschelpotenzial bezieht.

Herr S.: Woher soll ich das wissen? Sie haben doch diese Frage dort eingestellt!

Herr K.: Ich spreche ja auch eher mit mir selbst.

Graupner: Katzen kann ich ja nicht ausstehen. Ich finde ihre kriecherische Freundlichkeit hat sowas hinterhältiges. Schweine hingegen sind sehr intelligent. Raben übrigens auch.

Herr K.: Ja, das habe ich auch schon gelesen. Das ist übrigens der Vorteil des Daseins als Kioskbetreiber eines wenig frequentierten Bahnhofs: Man hat viel Zeit, auch mal längere Artikel zu lesen, die sich nicht auf tagesaktuelles beziehen.

Graupner: Das kann ich mir vorstellen. Ich nehme mir auch immer wieder vor, mir mal wieder eine Zeitung zu kaufen und sie ganz genüsslich in der Küche zu lesen, am besten den ganzen Vormittag lang. Als Rentner habe ich ja inzwischen wieder Zeit dafür. Aber dann kaufe ich mir doch meistens ein Bier. Gegen alte Gewohnheiten kann man nur schwer an.

Herr S.: Ich unterbreche Sie ja nur sehr ungern. Aber unser Passwort-Problem ist noch immer nicht gelöst.

Herr K.: Ich hab’s!

Herr S.: Was denn? Ist Ihnen das Lieblingstier eingefallen?

Herr K.: Nein, das Passwort!

Herr S.: Für die Dropbox?

Herr K.: Nein, natürlich für Google!

Herr S.: Das ist überhaupt nicht “natürlich”. Schließlich waren wir zuletzt bei der Dropbox. Genauer gesagt bei der Passwort-Zurücksetzung.

Herr K.: Das ist doch gerade wirklich unwichtig. Versuchen Sie mal das Passwort.

Herr S.: Nun?

Herr K.: “Passwort123” (mit großem “P” und zusammengeschrieben).

Herr S.: Geht!

Graupner: Na, bis man auf sowas mal kommt!

Kategorien: Die Sonntags-Sophisten

„La Skorbuteria“ öffnet ihre Pforten!

Mein lang gehegter Wunschtraum geht endlich in Erfüllung: nach einigen aufreibenden Finanzierungsrunden wird demnächst endlich mein Feinschmeckerlokal für feinste Weltkriegsspezialitäten in bester Innenstadt-Lage seine Pforten öffnen. Und der Zeitpunkt könnte in der Tat günstiger kaum sein. Jetzt, da der moderne Atomkrieg unmittelbar bevorsteht, gilt es, das doch arg negativ besetzte Thema „Weltkrieg“ wieder mit angenehmeren Emotionen zu verbinden. Und der bewaffnete Konflikt hat doch wahrlich mehr zu bieten, als nur Kriegstrauma, Leid und umherfliegende Gliedmaßen! Gerade in Zeiten des Mangels schlägt nämlich die Stunde der kulinarischen Raffinesse, ganz getreu dem Motto des Veteranenvereins „Schlemmergenossenbund Bauchspeicheldrüsen-Schrapnell“:
„Jedes Knattern des Maschinengewehrs ein leerer Magen / Jedes rauschen des Flammenwerfers eine raffinierte Flambierung / Jedes Krachen des Mörsers eine neue Geschmacksexplosion“.
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Kategorien: Aktuelles

Unwahrscheinlichste Multiversen

Die Multiversen-Theorie war mir stets ein Buch mit sieben Siegeln. Heute allerdings fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wenn jedes auch nur halbwegs wahrscheinliche Ereignis irgendwo tatsächlich passiert und aus diesen zahllosen alternativen Handlungssträngen eine ebenso zahllose Anzahl neuer Universen entsteht, müssten ja, wenn man sich eine Skala denkt, sowohl eigene Welten für sehr wahrscheinliche und vielleicht nur zufällig nicht eingetretene Ereignisse existieren, wie ebenfalls welche für völlig wahnwitzige Absurditäten, so ihre Wahrscheinlichkeit auch nur einen winzigen Hauch über null liegt.

Am oberen Ende unserer gedachten Skala und damit kaum unwahrscheinlicher als unsere jetzige Realität befände sich beispielsweise ein Universum, in dem man dem Kleingartenvorsteher Kleinschmidt bei seinem Vereinseintritt Anno ’69 nicht die Parzelle 78, sondern die 77 zugewiesen hätte. Bis auf die Lage des Begonien-Beetes hätte sich vermutlich recht wenig geändert und Kleinschmidt wäre heutzutage höchstwahrscheinlich weiterhin haar- und zahnlos. Wesentlich unwahrscheinlicher erschiene da schon eine Welt, in der Affen an Schreibmaschinen wahllos Buchstaben aneinanderreihten, bis sich daraus vielleicht einst ein sinnvoller Satz oder gar alle Romane der Welt ergäben.

Ganz am anderen Ende der Skala und somit am unwahrscheinlichsten hingegen wäre ein Universum, in dem Christian Ude 2013 die Landtagswahl für sich entscheiden konnte und sich als amtierender Ministerpräsident soeben seine Wiederwahl vorbereitet. Oder stammt dieser Schwank doch nur aus der Feder der fabulierenden Affen zwei Universen weiter? Das erscheint wohl ausgesprochen wahrscheinlich. Nun müssen Sie mich allerdings entschuldigen – ich widme mich nun diesseitigeren Problemstellungen und löse ein Kreuzworträtsel aus meinem neuen Superblock.

 

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Kategorien: Die Sonntags-Sophisten

Ein schauerlicher Alpdruck

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Heute Nacht ein schauerlicher Alpdruck: Ich, in meinem Salon vor dem Fernseher eingenickt, werde, plötzlich erwachend, der Tatsache gewahr, daß auf dem Fersehschirm Hans Meiser zu sehen ist, der, unartikuliert sabbernd, von wirrsinnigen Meldungen, wohl das Börsenwesen auf seinem Heimatplaneten betreffend, fabuliert, deren genauer Sinn – wie übrigens auch das Thema der gesamten Sendung – sich aber beim besten Willen nicht erschließen lässt, zumindest, wenn man (wie ich) den Beginn verschlafen hat. Umso mehr erfreut mich ein erklärender Lauftext, der in gewohnter Unerbittlichkeit Buchstabe um Buchstabe in das untere Bilddrittel schiebt. Allein: diese Freude währt nur kurz. Mit zunehmendem Entsetzen lese ich dort: „Hans-Meiser-ent-hält…“. Hochpanisch beginne ich auf dem Couchtisch nach der Fernbedienung zu suchen, die aber im dichten Gestrüpp der Tisch-Fließen aus Theo-Waigel-Brauenechthaar völlig unauffindbar ist. In diesem Moment erwache ich schweißgebadet.

Kaum auszudenken, welch peinsame Gedankenbilder mir durch diese Gnade erspart blieben. Dieser Couchtisch indes geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. Ich will, ja, ich muss ihn besitzen!

Kategorien: Diabolisches

Ein weiser Rat vom Vater

Mein Herr Vater war ein weiser Mann. „Sohn“, so pflegte er stets zu sagen,“ vergiss nie, was ich Dir über das Leben und die Welt gesagt habe. Eines fernen Tages wird alles einen Sinn ergeben. Da wirst Du längst tot sein.“

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Kategorien: Familienchronik

Offiziös im Weltraum

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Die Brücke des Raumschiffs “Enterprise”.

Kirk: Computerlogbuch Nummer eins der Enterprise. Sternzeit Freitags um 9:30. Captain Kir… (unterbricht die Aufnahme) Pille, wer ist eigentlich dieser Mann da vorne? Und was hat er auf meiner Brücke zu suchen?

Pille (halblaut): Hast Du das Memo nicht gelesen, Jim? Das ist unser neuer Chef-Bürokrat Ein Deutscher namens Kleinschmidt. Die Sternenflotte hat ihn beauftragt, in Zukunft auf die Einhaltung der Vorschriften zu achten.

Kleinschmidt (erhebt sich und streckt Kirk die Hand entgegen): Grüß Gott, Herr Kirk. Kleinschmidt, Amtsoberinspektor der Raumflotten-Regulierungsanstalt Interplanetarische Föderat…

Kirk: Das ist ja alles schön und gut, Mann. Jetzt gehen Sie auf Ihren Platz und behindern Sie mich nicht weiter. Diese Mission ist äußerst wichtig. Sozusagen von galaktischer Bedeutung! Mr. Spock, elektronische Abtastung des Zielgebiets.

Spock: Abtastung bis ein Parsec.

Kleinschmidt: Da muss ich jetzt kurz unterbrechen, Herr Spock. Laut Raumabtastungs-Satzungs-Novelle 1/II Absatz “e” muss der Scan auf einen HALBEN Parasec genau erfolgen, gell.

Spock: Abtastung bis auf einen halben Parasec. Abtastung negativ.

Kirk: Mr. Sulu, Kurs auf 1-8-5.3,4. Sol 9.

Kleinschmidt: Ja, also. Da muss ich jetzt aber schon vehement protestieren, das ist ja die neutrale Zone, sozusagen das Gebiet der Romulanier…

Kirk: Sofort Den Kurs ändern!

Sulu: Captain, ein Romulanier-Schiff enttarnt sich vor uns!

Kirk: Auf den Schirm, Mr. Sulu.

Chekov: Cäptain, die Romulaniär aktivieren ihre Waffänsysteme!

Kirk: Alarmstufe Rot. Alle Mann auf Gefechtsstationen. Volle Kapazität auf die Schilde und Phaserstrahl frei!

Kleinschmidt (räuspert sich): Da muss ich jetzt schon wieder unterbrechen, Herr Kirk.

Kirk: Was um Himmels Willen wollen Sie schon wieder, Mann? Sehen Sie nicht, daß wir es mit einer ernsten Situation zu tun haben?

Kleinschmidt: Ja, das mag schon sein, aber Sie können ja nicht einfach so gleich Alarmstufe Rot, die Schilde und auch noch den Phaser aktivieren. Und das alles auch noch ohne Genehmigung.

Spock: Captain, darf ich anmerken, daß die Aussagen des Mr. Kleinschmidt durchaus logisch sind?

Kleinschmidt: Natürlich sind sie das, ich bin schließlich vom Amt.

Kirk: Ich kann das alles nicht glauben.

Kleinschmidt: Nur die Ruhe, Herr Kirk, das haben wir ja gleich. (beginnt, mit konzentrierter Bedacht auf seiner Zukunfts-Schreibmaschine zu tippen und das geschriebene laut mitzusprechen) An-tra-g auf Ala-rm-Stu-fe Rot – Moment (blickt plötzlich eilig auf seine Zukunfts-Armbanduhr) Mei, es is ja scho Zwölfe!

Kirk (der inzwischen seine Wut kaum zurückhalten kann): Na und?

Kleinschmidt: Ja, ich weiß ja nicht, wann Sie Mittag machen, Herr Kirk. Was gibt’s denn heute in der Kantine?

Chekov: Ich glaubä es sind Beta-Quatrant-Wochän.

Kirk: Aber…

Kleinschmidt: Was, scho wieder? Einen vernünftigen Hackbraten bekommt man auf diesen Raumschiffen einfach nicht. Das können Sie quasi vergessen.

Sulu: Den “Schleimtopf klingonischer Art” kann ich sehr empfehlen.

Kleinschmidt: Gut, dann Mahlzeit zusammen!

Kirk: (empört) Sie können doch nicht… Die Romulanier werden uns vernichten. Wir werden alle… sterben.

Kleinschmidt: Jetzt stelln’s Ihnen nicht so an. Lassen’s halt erst mal den Vorspann laufen. Der Ablaufplan sieht den sowieso spätestens am frühen Nachmittag vor. Also bitte, Herr Sulu.

Sulu.: Aye, Mr. Kleinschmidt

Offstimme: Der Weltraum. In Föderation, Länder, Regierungsbezirke, Bezirke und Raumkreise gegliederte Weiten…

– Aus meinem Episoden-Drehbuch: “Eine anständige Ordnung” (leider abgelehnt).

Kategorien: Aktuelles, Dem kosmischen Rauschen lauschen

Eine kurze Geschichte des Schwitzens

Wer hierzulande der heilsamen Transpiration frönen will, wird in den allermeisten Fällen eine finnische Saunalandschaft aufsuchen. Nahezu gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden ist hingegen die indianische Schwitzhütte, die heutzutage allenfalls bei esoterisch beseelten Sinnsuchern einigen Anklang findet, ansonsten aber ein eher trauriges Nischendasein fristet.

Dabei schienen die Zukunftsaussichten der Schwitzhütte nach der Entdeckung der neuen Welt geradezu glänzend: Im Gegensatz zum bis Dato bekannten römischen Dampfbad war die indianische Variante nach damaligen Maßstäben für ein Gebäude geradezu unerhört leicht zu transportieren und überdies ausgesprochen günstig in der Anschaffung. Freilich war die damals noch recht schwachbrüstige amerikanische Wirtschaft nicht im Ansatz dazu imstande, die steigende Nachfrage auf der anderen Seite des Ozeans zu bedienen. Eine Marktlücke, die der Altöttinger Kaufmann Kuntz zu Holzhardt alsbald erkannte.

Holzhardt, im Hexenverfolgungs-Boom des 16. Jahrhunderts mit der Produktion von Folterinstrumenten früh zu Wohlstand gelangt, legte 1558 einen eigenen Entwurf für eine “Hutta fur gar wassirig Switz-Vroide” vor. Allerdings hatte Holzhardt bei seiner Schwitzhütte im Vergleich zum Original einige tiefgreifende Änderungen vorgenommen.

Der tiefgläubige Holzhardt wollte in der heidnischen “Ur-Schwitzhütte” einen entscheidenden, mit dem rechten Glauben unvereinbaren Schwachpunkt ausgemacht haben. So war er der Überzeugung, daß es sich für einen guten Christen schlicht nicht schicke, der wonnevollen Körperreinigung zu frönen, ohne dabei in ausgleichender Demut das Antlitz des Herrn schaun zu können – das Haupt des Saunierenden musste sich folglich zu jeder Zeit im Freien befinden. Auch in puncto Formsprache ging der bayerische Visionär eigene Wege. Seine Hütten-Konstruktion orientierte sich an der Tiara – der zeremoniellen Krone des Papstes.

Allerdings unterlief dem sittenstrengen Holzhardt bei seinem Konzept ein entscheidender Fehler: Im Gegensatz zur indianischen Hütte, die durch einen konventionellen Eingang betreten werden konnte, ersann er für seinen Entwurf im Sinne des ästhetischen Gesamtbildes ein elaboriertes System, das aus heutiger Sicht hanebüchen anmuten mag, aber durchaus dem medizinischen Kenntnisstand den 16. Jahrhunderts entsprach: Der Kopf des Schwitzhütten-Besuchers wurde mit einem entschlossenen Ruck mit der Streck-Maschine (selbstredend ebenfalls aus Holzhardts Sortiment) vom Torso getrennt und erst im dann wieder aufgesteckt, wenn der Körper durch ein tunnelähnliches Rohr ins Hütteninnere verbracht worden war.

Was für Holzhardt höchst einträglich war, wurde für die lokale Wirtschaft schnell zum Problem: die vermeintlich frischerholten Lehensnehmer agierten bei der Feldarbeit überraschend kopflos und mussten fast ausnahmslos nach den im Mittelalter üblichen Gepflogenheiten frühverrentet werden.

Gemeinsam mit den ersten Probanden wurde auch die Idee des Gesundschwitzens vorerst begraben. Es sollte noch einige Jahrhunderte dauern, bis sich die Sauna schließlich auch hierzulande durchsetzte.

Holzhardt indes fiel, ganz Tausendsassa, auch nach dieser Schlappe auf die Füße. Er konzentrierte sich wieder aufs Kerngeschäft und konnte seine verhinderte Schwitzhütte nach dem Aufkommen der hochnotpeinlichen Befragung erfolgreich als Folterinstrument vermarkten – und man darf wohl mit Sicherheit davon ausgehen, daß die Holzhardt-Hütte trotz ihrer Umwidmung noch so machen Delinquenten gehörig ins Schwitzen brachte.

[Bilder: Oben: Holzhardt mit einem Modell seiner Schwitzhütte. Unten: Zeichnung aus dem originalen Patent-Dokument]

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Kategorien: Aktuelles, Historische Exkurse

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