Archiv des Autors: Baron von Friedel

An die Autobahnraststättenmülltonne

Da stehst Du, unerklärlich Rund,
ungekannte Tiefe,
was glitzert da im tiefen Schlund?
Ah! Präservative!

Äonenlang magst Du hier steh’n,
seit wann, kann niemand wissen,
hast trutzig Deinen Dienst verseh’n
– und der ist echt beschissen.

So schluckst Du Jahr um Jahr galant,
was andere entbehren,
ganz stoisch, wie ein Erdtrabant,
und ohne Dich zu wehren.

Woher kommt dieser Gleichmut nur,
ganz ohne Seelenlast,
trotz Tampons, Windeln, Kot-Lasur,
nur ruhige Tonnen-Rast?

Wie ein Idol stierst Du mich an,
höhnisch grient Dein Schlund:
„Ich bin Tonne, Du nur Mann,
und das nicht ohne Grund:

Wer hier zu mir gekommen ist,
wird bald auch wieder gehen,
wenn Du schon längst verschwunden bist,
werd‘ ich noch immer stehen.

So leb‘ ich hier als stiller Gott,
kann, was ich verrichte,
ich entsorge Eu’ren Schrott
– Euch dann die Erdgeschichte.“

So steh‘ ich mit dem Eispapier,
bereit, wieder zu fahr’n,
von Ferne her rauscht die A vier,
fast wie der Ozean.

*) Aus meiner gefeierten Anthologie „Debatten mit Dingen“. Jetzt auch beim Bücher-Club Ihres Vertrauens und jeder wohlsortierten Autobahnraststätte erhältlich

tonne

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Die Siebenbürgener Nachzehrer-Wurst

Sind sie es ebenfalls leid, alle Jahre wieder anlässlich dieses blödsinnigen “Hallo-Wien”-Festes von bestenfalls drolligen Schreckensgestalten penetriert zu werden, die eigens für diesen Anlass C&A-Anzug und Sachbearbeiterschreibtisch mit Gespenstertuch und Plastik-Hackebeil vertauschten und sich dann ungefragt bei Ihnen einladen? Nun, ich darf erfreut verkünden: Das Darben hat hiermit ein Ende! In diesem Jahr nämlich werden Sie dem pseudozombifizierten Pöbel eine Köstlichkeit aus alter Zeit servieren, die ihn lehren wird, was Furcht wirklich bedeutet: Die Siebenbürgener Nachzehrer-Wurst!

Gerne weihe ich Sie in die Zubereitung dieser schmackhaften Speise ein:

Sie benötigen:

1. Wurst (Pfälzer, Wiener, Lyoner, je nach Geschmack)
2. Eier (keine Straußeneier, das verdirbt den Geschmack)
1-2 Liter frischgepressten Orangensaft
1-3 zuverlässige Kurzschwerter (oder ersatzweise Küchenmesser)
4-5 fähige Walfänger
1 Golddublone (notfalls tun es auch zwei Euro)
1 Dose Kutteln (notfalls auch Bohnen in Sauce)

Man nehme die Wurst und lege sie in eine Kasserolle. Sorgsam mit dem frischgepressten Orangensaft bedecken, dann die Eier darüberschlagen. Dann in einen möglichst feuchtwarmen Raum (gerne auch Sauna) verbringen.

Dort vergessen wir unsere Wurst zwölf bis vierundzwanzig Monate, bis sie ausreichend gezogen hat. Ab und an sehen wir nach unserer Delikatesse, und stutzen eventuell nach uns greifende Tentakel sorgsam mit einem der Kurzschwerter (bei Verschleiß auswechseln). Nach c.a. vierundzwanzig Monaten nehmen wir die erfahrenen Walfänger, und bringen die Wurst zur Strecke (Vorher unbedingt eine Golddublone an einen Mast nageln).
Mit Kutteln verfeinern. Fertig!

Ich wünsche einen gesegneten, ja, schauerlichen Appetit!

Abb. 1: Serviervorschlag

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Romanidee

»Ich habe jetzt endlich eine Idee für meinen Roman!«
»Oh, lass hören!«
»Also: Ein Mann, selbst erfolgreicher Uni-Dozent, zieht mit seiner Familie in ein beschauliches Örtchen auf dem Land, weil er des urbanen Lebens überdrüssig ist und auch so keinen Feinstaub mehr verträgt.«
»Bis dahin klingt das sehr interessant!«
»Warte, es wird noch besser! Unser Protagonist, nennen wir ihn vorläufig Professor G., freundet sich mit einem älteren Herrn aus der Nachbarschaft an, der ihn in ein Geheimnis einweiht: Hinter einem örtlichen Kleintierfriedhof verläuft ein uralter Pfad, der zu einer altertümlichen Begräbnisstätte führt, die ein dunkles Geheimnis birgt.«
»Ha, das gibt es doch schon längst! Das ist ziemlich genau die Handlung von „Friedhof der Kuscheltiere“ von Stephen King! Das hast Du wahrscheinlich irgendwann gelesen und es jetzt für Deine eigene Idee gehalten.«
»Stimmt ja nicht!«
»Ach ja? Dann lass mich mal raten, wie die Sache weitergeht. Wahrscheinlich wird eines Tages der Sohn von Deinem Professor überfahren und er bringt, die Warnungen seines betagten Freundes in den Wind schlagend, seinen toten Spross auf dem irgendwie verfluchten Friedhof und bestattet ihn unvernünftigerweise dort, hab ich Recht?«
»Verdammt, woher weißt Du das?«
»…und dann kehrt der Sohnemann vom Indianerfriedhof zurück…«
»Nein! Falsch! Ganz falsch!«
»Ah so? Also doch anders?«
»Ganz anders! mein Buch spielt ja in Deutschland! Da gibt es keine Indianerfriedhöfe!«
»Sondern?«
»Na, zum Beispiel Römerfriedhöfe!«
»Gut, also ein Römerfriedhof. Das reicht aber nicht aus, um Dein Werk nicht selbst für einen Laien sofort als Stephen-King-Plagiat erkennbar zu machen. Wie geht es dann weiter?«
»Hast Du doch schon gesagt: Der Sohn kommt zurück…«
»…und beginnt damit, alle umzubringen….«
»Nein, FALSCH. Er lag ja auf einem Römerfriedhof. Warum sollte er da alle umbringen? Die Römer waren doch zivilisiert.«
»Aha. Und was macht er dann? Sich in einen Heilstein-Kurs in der Volkshochschule einschreiben?«
»Ich bin doch noch in der Konzeptionsphase. So genau weiß ich das noch nicht. Auf jeden Fall stellt der Vater aber fest, dass der Sohn plötzlich perfekt Ovid rezitieren kann. Und zwar den Ganzen!«
»Ah…äh…verstehe. Aber umbringen tut er niemand?«
»Ja, ich weiß nicht. Das wäre der Spannung natürlich schon zuträglich. Aber auf keinen Fall mit dem Messer oder so.«
»Wie denn dann?«
»Allenfalls mit Ovid. Also durch Langeweile. Ich will mir die Chance auf ein Verfilmung für die Primetime auf den Öffentlich-rechtlichen nicht vermasseln.«
»Das ist natürlich vernünftig.«

Kategorien: Aktuelles, Erbauliches

Bald im Fernsehen: „Pfiff der Lunge“

pfiffderlunge

Allüberall wird derzeit über eine mögliche Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diskutiert. In meinen Augen nicht ganz zu Unrecht, hat man doch insbesondere bei den gebührenfinanzierten Fernsehanstalten inzwischen sträflich jenen Bildungsauftrag aus den Augen verloren, der ihr sündteures Dasein ja eigentlich erst legitimiert. Längst ist das mahnende Fernsehspiel allüberall der leichten Unterhaltung gewichen, während endlose Gesprächssendungen als Feigenblatt den Blick auf die über­bor­dende Einschaltquotenorientierung verstellen sollen. Kurzum: So kann es nicht weitergehen!

Dabei wäre es doch mehr als simpel, der allgemeinen Einfalt intelligente Formate entgegenzusetzen, die zwar durchaus modern sind, der Jugend aber trotzdem den Weg zum Studium klassischer Stoffe weisen. Kurzum: Es ist wohl wieder einmal an mir, dem Abendland mit virtuoser Feder zur Rettung zu eilen. Lesen Sie hier ein Handlungs-Outline der ersten Episode meiner Rückbildungs-Telenovela “Pfiff der Lunge”, die den Stoff von Thomas Manns “Zauberberg” ebenso unterhaltsam wie informativ aufgreift. Schon die erste Folge, so viel sei schon im Voraus verraten, hat es durchaus in sich.

Der vielversprechende, wenngleich etwas schwärmerisch veranlagte Student José Castorp (Bachelor, Wirtschaftsingenieurwesen) macht sich eines Tages allein mit seiner Tasche aus Krokoimitat (Urban Outfitters), ein Geschenk seines Stiefvaters und Kumpels, Bankvorstand Dr. Tienappel, auf den Weg ins Sanatorium „Gourmet- und Wellness-Ressort Berghof“, einer romantisch-verwunschenen, aber liebevoll sanierten und mit modernem Spa-Bereich ausgestatteten Schlossruine in den Dolomiten und begegnet dort der oberflächlich biestigen, im Grunde aber herzensguten Krankenschwester Claire Chauchat, die eigentlich schon seit Jahren selbst unter einer Salon-TBC leidet, dies aber vor aller Welt geheim hält, um im Kreise der Patienten den Übeltäter zu identifizieren, der sie als im Alter von zarten 17 in einer stürmischen Liebesnacht hinter dem Bierzelt des Bruschenvereins mit der teuflischen Lust- und Lungenseuche infizierte. Castorp fühlt sich schon beim allerersten Treffen “irgendwie so” zu Schwester Claire hingezogen, was er sich erst kaum erklären kann, später aber auch nicht so richtig. Sie ähnelt wohl ein bisschen seinem Jugendschwarm Lady Gaga. Allerdings ist Claire schon hoffnungslos mit dem Niederländischen Energy-Drink-Produzenten Mynheer Pieter van der Vaart liiert, was wiederum Castrops Cousin, der Social-Media-Manager Hansjörg Ziemßen, zum Anlass nimmt, ihn via Messenger und Whatsapp eindringlich vor den Reizen der wollüstig keuchenden Schwester Claire zu warnen, die er für eine schlechte Partie hält, da sie “nicht mal studiert” hat. Allerdings kann auch er nicht verhindern, daß die beiden Protagonisten sich beim Stationsfasching näherkommen, die nach fünf Jackie-Cola einigermaßen sturzbesoffene Claire Castorp schließlich sogar ihre Krankheit gesteht und ihm überdies noch in derselben Nacht als Zeichen ihrer Verbundenheit ein Röntgenbild ihrer Lunge in die Timeline postet, was Castorps Kommilitonen Pietro Settembrini dazu veranlasst, sie in drei seiner merkelkritischen Postings zu markieren. Das wiederum ruft Sascha Naphta auf den Plan, der in mindestens fünf antifaschistischen Gruppen aktiv ist und eine sogar selbst verwaltet. Die beiden liefern sich daraufhin ein intensives Duell in der Kommentarspalte, während Castrop bereits beginnt, die Vorzüge des kommoden Spa-Bereichs und die ersten Anzeichen einer Wohlstands-Tropenkrankheit zu entdecken. Der Zuschauer hingegen fragt sich unversehens: Werden die beiden je zueinanderfinden – insbesondere aber: wird das alles je auch nur irgendeinen Sinn ergeben?

Wird es natürlich nicht. Freilich werden Castorps sieben Wellness-Jahre im in sieben seelenstreichelnden Staffeln trotzdem detailliert beleuchtet, während die Buchvorlage die letzten sechseinhalb Jahre aus Platzgründen nur gerafft wiedergibt. Die Langeweile, die auch der Zuschauer unweigerlich verspürt, wenn er die Protagonisten beim Aufnehmen von Selfies, Spielen von “Play to Win”-Spielen und dem posten vermeintlich metaironischer Essensbilder beobachtet, hat durchaus Methode. Denn gerade auf der alles entscheidenden Symbolebene verkörpern die in sich völlig hohlen Figuren und ihre siech-saturierte Dumpfheit in nuce auch soziale, politische und geistige Dürre Europas kurz vor dem Dritten Weltkrieg. Ganz im Stile des klassischen Rückbildungsdramas entwickeln sich die Protagonisten im Laufe der Handlung wieder zurück zum kleinbürgerlichen Ideal, das sich schon immer in der eigenen Filterblase genügte.

Ich erwarte stündlich die Zusage des zuständigen Rundfunkrates!

Kategorien: Aktuelles, Erbauliches, Redliches Fernsehprogramm

Ein denkwürdiger Klassenbesuch

„War früher wirklich alles besser? Oma und Opa erzählen“ – unter diesem (zugegeben etwas lauen) Motto hatte die örtliche Volksschule in der Woche vor Pfingsten zur munteren Klassengespräch geladen. Auch ich ließ mich auf inständiges Bitten der Eltern der kleinen Swantje – die leiblichen Großeltern des armen Dings sind samt und sonders bereits verstorben – zu einem kleinen Vortrag breitschlagen. Man ist ja schließlich kein Unmensch. Zumal ich äußerst Wichtiges zu sagen hatte.

Was hilft es schließlich den Kindlein ausschweifend von der glorreichen Vergangenheit zu berichten, wenn diese doch nicht wieder kommt? Die Wahrheit ist doch: die Gegenwart ist deprimierend, die Zukunft sogar bestenfalls fatal! Und diese bedauernswerten Kinderchen leben doch in einer Traumwelt. Warum sonst würden Sie ein derart aussichtsloses Heranwachsen überhaupt anstreben?

Sollte ich mich da ruhigen Gewissens wie ein dümmlicher Märchenonkel vor diese bedauernswerten Kreaturen setzen und ihnen betuliche Anekdoten aus Verdun auftischen? Keineswegs und nicht mit mir! Wachrütteln musste man diesen Nachwuchs!

Ganz getreu diesem Motto beginne ich meinen Vortrag vor der „2B“. Erst einmal gilt es selbstverständlich, eine adäquate Dramaturgie zu etablieren. Dazu greife ich mir zunächst „Wasti“, eine selten hässliche Handpuppe und zudem das Klassenmaskottchen. Dann hebe ich in betont betulichem Tonfall an:
„Meine lieben Kindlein“, der Wasti und der liebe Onkel Friedel wollen Euch heute mal etwas ganz Geheimes erzählen.“ Und mit verstellter, quäkender Stimme lasse ich die Puppe unken: „Ihr dürft es aber auch nicht weitersagen, gell.“ „Neeeiiiin“, hallt es fidel zurück.
„Naaaaajaa, liebe Kinder“, lasse ich den Wasti beginnen, „habt Ihr denn alle schon eine Lebensversicherung abgeschlossen?“ Ahnungsloses Stieren aus gebannten Kinderaugen. Wenig verwunderlich. Vermutlich haben diese Rangen nicht einmal eine Haftpflichtversicherung, denke ich bei mir. Typisch!
„Nun ja, das macht doch nichts“, fahre ich, nun wieder als ich selbst, nachsichtig fort. „Sie wird Euch nämlich eh nichts nützen. Wer soll schließlich davon profitieren? Na?“
Nun blicke ich in völlig verwirrte Augenpaare.

“Bald, ja, bald, da macht es BUMM!”, versetze ich triumphierend und lasse, diese dramatische Wendung angemessen unterstreichend, Wasti wuchtvoll auf den Boden fallen. “Auuuua!”, lasse ich Wasti überrascht und schmerzerfüllt aufstöhnen. Aus den hinteren Bankreihen ist nun ein leises Schluchzen zu vernehmen.
“Wundert Ihr Euch da tatsächlich, liebe Kinder? Schaut Ihr denn keine Nachrichten”, trumpfe ich, mir der Aufmerksamkeit meines Auditoriums nun endgültig gewiss, triumphierend auf. “Trump, Putin, Kim – muss ich noch mehr sagen?”
“Nein, müssen Sie nicht, werter Herr Baron”, lasse ich Wasti antworten. “Und überall sind der religiöse Fanatismus und der Nationalismus auf dem Vormarsch.”
“Sehr richtig, lieber Wasti”, bemerke ich verbindlich, während ich mich mit einer geschickten Körpertäuschung an der Klassenlehrerin vorbeischiebe und damit elegant ihren armseligen Versuch unterbinde, mir unverschämterweise ins Wort zu fallen.

“UND SELBST, WENN ES NICHT KRACHT”, brülle ich, endlich am Klimax meiner Brandrede angekommen, “DANN ERWISCHEN EUCH EBEN DIE ANDEREN KATASTROPHEN!”
“Wassermangel, Zusammenbruch der Renten, tödliche Seuchen, Klimawandel…”, lasse ich Wasti noch ausrufen, bevor ich ihn demonstrativ in die über den Kopf halte und ihn sodann grimassierend in der Luft zerfetze.

Nun bricht im Klassenzimmer erwartungsgemäß Zeter und Mordio los. Greinende Halblinge laufen wild schluchzend durcheinander, es entsteht ein unübersichtlicher Tumult. Alles verläuft genau nach Plan.

Genüsslich nehme ich hinter dem Lehrerpult Platz und beobachte befriedigt die erfolglosen Versuche der Lehrkraft, ihre völlig aufgelösten Schützlinge mit hilfloser Kuschelpädagogik zu beruhigen.

Erst, als sich die Kindlein nach etwa zwanzig Minuten müdegeplärrt haben, ergreife ich, nachdem ich nochmals bedeutungsschwer in die Runde geblickt habe, abermals das Wort. Nun gilt es: Kann ich meine wohldurchdachte Vorstellung in einen völligen Triumph verwandeln? Gelingt mir der intendierte tröstliche Abschluss?

“Nun, liebe Kinder, da ihr euch endlich beruhigt habt”, verkünde ich großväterlich, “kann ich Euch aber auch sagen, warum das alles gar nicht so schlimm ist.”
Zwanzig verweinte Augenpaare blicken mich an. Erkenne ich da verstohlene Hoffnung? Mir wird ganz warm ums Herz. Sogleich werden sie verstehen!

“Gottseidank”, doziere ich hocherfreut, “muss ICH das alles nicht mehr erleben!”

Insgesamt, so kann man wohl sagen, darf meine erster Einsatz auf dem Feld der Grundschulpädagogik wohl als voller Erfolg gelten. Der Direktor war gar derart begeistert, daß er mich sogar persönlich aus dem Schulgebäude geleitete. Welche Ehre! Leider wurde es schändlichst versäumt, meinen Auftritt fotografisch für die Ewigkeit festzuhalten. Immerhin hat die kleine Swantje diesen zeichnerisch festgehalten. Das arme, talentierte Ding. Fast würde man ihm eine bessere Zukunft wünschen.

Klassenbesuch

Kategorien: Aktuelles, redliche Erziehung

Aus der hochrelevanten Reihe „Verboten gehört …“.

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Heute: Schwachsinnige Fahrrad-Kinderhütten

Was in aller Welt will man damit bezwecken, seine Halblinge in derartigen Komfort-Anhängern umherzufahren? Werden sie im Erwachsenenalter nicht zumindest Sultan und haben somit ständigen Anspruch auf eine Dienstsänfte, so ist solch weichliches Bauchgepinsel durch nichts zu rechtfertigen. Die Aufgabe redlicher Eltern ist doch ganz eindeutig, den Nachwuchs auf ein raues Leben vorzubereiten.

Mein Herr Vater jedenfalls war sich dieser Verantwortung noch schmerzlich bewusst. Standen Besorgungen in der Stadt an, so drückte er uns kurzerhand seinen Kleingeldsack mit ca. 900 Reichspfennigen in die Hand, mit welchem wir sodann im Beiwagen Platz nahmen.

Natürlich wäre es meinem Herrn Vater niemals eingefallen, mit dem Fahrrad zu fahren – er nahm natürlich die Kraftdroschke. Und ebenso selbstverständlich reizte er die Kraft seiner zwei Pferdestärken voll aus, während wir hinten in dem kleinen Schlitten (dereinst war das ganze Jahr Winter), den er auch scherzhaft als seinen „Kofferraum avant la lettre bezeichnete, unsere liebe Mühe hatten, mitsamt den Reichspfennigen das Gleichgewicht zu halten. Was freilich nicht immer gänzlich gelang. Mein Herr Vater hielt in solchen Fällen schon aus pädagogischen Erwägungen sein Fahrzeug nicht an.

Meinen jüngsten Bruder Johann-Maria holten aus diesem Grunde im Schlosswald die Wölfe. Welch wertvolle Lektion er hierdurch lernte!

Kategorien: Aktuelles, Diabolisches

Völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratene Redewendungen

Heute:

„Der Teufel verliert immer beim Strip-Poker.“

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Kategorien: Aktuelles, Historische Exkurse

Die Wettervorhersage für April

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Gewöhnen Sie sich nicht zu sehr an die frühlingshaften Temperaturen – bekanntlich naht alsbald der April. Der hundertjährige Kalender sagt für den Narren-Monat folgende Wetterlage voraus:

Eine von Saturn gerittene Kaltfront bringt in der ersten Monatshälfte Niederschläge kräftiger Schusterbuben. Dazu weht oft ein sensenscharfer Ostwind. Ab dem 16. des Monats sorgt eine von den Azoren aus einreitende, zweiköpfige Lindwurm-Warmfront durch feuerschwangeren Odem mit Temperaturen von bis zu 57 Grad Celsius für eine anhaltende Dürreperiode mit gelegentlichen Flächenbränden. Landwirten wird dringend angeraten, von der Bestellung der Felder abzusehen und stattdessen die Schweinshaxen-Ernte vorzuziehen, da sich Fleisch aller Art durch die außergewöhnlich hohen Temperaturen quasi wie von selbst räuchert. Zum Monatsende bringt eine sintflutartige Sintflut mit gelegentlichen Apokalypsen die erhoffte Abkühlung. Da hilft wohl nur beten, beten, beten!

Nun zu den Lotto-Gewinnzahlen mit Nostradamus.

Kategorien: Aktuelles, Zum Wetter

Pflege – endlich auch maschinell

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Kategorien: Aktuelles, Gesundheit, Zur Weltpolitik

Ökologische Selbstvernichtung

Was der gemeine Öko-Winsler gerne vergisst: Auch der laufende Betrieb der Natur verbraucht eine ganze Menge Energie. Man denke nur an die Gezeiten oder die permanente Kühlung der Polkappen – das alles kostet doch gewiss ein Heidengeld. Wofür man unbedingt diese permanente Rotation der Erdachse benötigt, frage zumindest ich mich schon seit Jahren. Eine kostengünstige (da drehungsfreie) Erdenscheibereichte schließlich jahrhundertelang völlig aus. Was nur beweist: auch wissenschaftlich verifizierbare Fakten sind teuer. Umso bemerkenswerter, daß inzwischen aufwändige Evolutionsbemühungen permanent schier ad absurdum geführt werden – allenthalben übernimmt der Halbaffe die Macht.
trumpensis

Noch preiswerter würde es übrigens, wenn die besagten Primaten einen Atomkrieg auslösten. Zwar ist eine solche Unternehmung auch nicht ganz billig, immerhin besteht aber eine gute Chance, daß hernach der überaus gravierende Kostenfaktor „Mensch“ gänzlich entfällt. Bei gradueller Abschaltung der Natur hingegen wären noch einige Jahrhunderte kostenintensiver Lebensfortbetreibung erforderlich. Noch weitaus kostengünstiger wäre indes ein Armageddon durch einen massiven Anstieg des Meeresspiegels. Unsere sterblichen Überreste würden sich, kombiniert mit anderen Sedimenten, im Laufe der Jahrtausende zunächst zu Faulschlamm und schließlich zu Erdöl verdichten, welches dann wiederum als Kraftstoff für die Automobile der Insektoiden- Zivilisation dienen könnte, die uns vermutlich nachfolgt.

Damit wäre dann selbst die Menschheit endlich hochprofitabel. Es lebe die Marktwirtschaft!

 

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