Monatsarchiv: März 2016

Baron Friedels aristokratischer Almanach

Werte Damen und Herren,

hocherfreut darf ich verkünden, dass Sie meinen weltgewandten Weisheiten nun auch in der einschlägigen Publikation MOVIEBETA teilhaftig werden können.

In meiner hochredlichen Kolumne „Baron Friedels aristokratischer Almanach“ werde ich Sie in der besagte Postille von nun an monatlich mit Ansichten erfreuen, die so druckreif sind, dass man sie eigentlich sogar in den Berg Sinai meißeln müsste.

Zum restlichen Inhalt kann ich freilich recht wenig sagen, obschon ich mir selbstredend eidesstattlich versichern ließ, dass man sich durchweg mit sittlichen Themen befasst, beispielsweise der Veröffentlichung von Zierdecken-Häkelmustern.

Vernünftige Leser werden aber ohnehin sogleich die Seite 30 (dort steht mein Leitartikel) aufschlagen, gell.

Bitte schalten Sie umgehend hier!

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Kategorien: Aktuelles, Baron Friedels aristokratischer Almanach

Westerwelles dekadente Audio-Biographie

Ein Gastbeitrag von Herbert Kleinschmidt, Vorstand der Kleingartenanlage „Teutonia“

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Freitag, 18. April 2016: Während ich den Rasen vor meiner Laube gewissenhaft mit einem Präzessions-Lineal trimme, erreicht mich über meinen neuen UKW-Empfänger folgende Meldung: Guido Westerwelle ist gestorben.

Ein herber Verlust! Er hatte meinen tiefen Respekt erworben, weil er mit gutem Beispiel voranging: Allen Andersherum-Sexuellen hat er vorgelebt, dass man Humbug wie Adoptionsrechte beiseitelegen und sich stattdessen auf wichtige Dinge wie Steuererleichterungen konzentrieren sollte! Eine Leistung, wie sie nur noch Winfried Kretschmann übertroffen wird, der derzeit das verlotterte Grünenpack auf den redlichen Weg der Kehrwoche führt.

Als mir am Freitag vor Bestürzung Lineal und Nagelschere aus der Hand fielen, wusste ich sofort, dass ich nun über Guidos Nachlass wachen muss, denn eine Verklärung wäre hier brandgefährlich! Dazu habe ich in einem unermüdlichen Kraftakt seine Biographie verfasst.

Gott sei Dank war es mir seinerzeit vergönnt, in meiner Funktion als Leiter des Politik-Ressorts des Fachmagazins „Laub und Laube“ das Wirken Herrn Westerwelles zu begleiten. Dank eines neuartigen Diktiergerätes konnte ich die überzeugende Kraft seiner Worte sogar auf ein Magnetband bannen.

Daher kann ich nun ganz im westerwell‘schen Geiste handeln: Nach Jahrzehnten im Sozialstaat darf man nicht mehr erwarten, dass die dekadente Masse des Lesens mächtig ist – oder sich länger konzentrieren könnte, als so ein Filmchen bei MTV oder DuRohr dauert. Deshalb habe ich nun ein Hörbuch in zwei Teilen von jeweils knapp 3 Minuten Länge erstellt, dass man sich hier unentgeltlich nach unten laden kann. Für die Vertonung konnte ich die Darsteller des Laientheaters „Moosacher Dramttanten“ gewinnen.

Krawattenguido Teil 1

Krawattenguido Teil 2

Kategorien: Aktuelles, Nachruf, Zur Weltpolitik

Nachlese: Protestaktion gegen das JuZe

Wertes Blockpublikum,

gestern um 10 Uhr versammelten sich die redlichsten Mitglieder der RPD, also ich und Frau von Glasenapp, auf dem Oberndorfer Marktplatz, um abermals gegen das unsägliche JuZe (=Jugendzentrum) vorzugehen. Unsere tüchtige Praktikantin, Frl. Ritzenthal, hatte sogar ein löbliches Flugblatt gestaltet, in welchem wir unseren Standpunkt darlegten.
Nachdem ich bereits um 9 Uhr mit meinem gepflegten Opel Rekord am „Haus Sonnenschein“ vorfuhr, um Frau von Glasenapp mitsamt Gehwägelchen abzuholen und wir uns noch ein löbliches Glas Eierlikör gegönnt hatten, machten wir uns auf den Weg.
Das weibliche Geschlecht lässt sich ja bekanntermaßen von moderner Technik beeindrucken – Dementsprechend war Frau von Glasenapp äußerst angetan von meinem neuen Navigationssystem, welches mir Herr Biernot für lediglich 190 Euro gebaut hatte. (Hierbei handelt es sich um einen vergrößerten Landkartenausschnitt der Region Alpirsbach – Schenkenzell – Oberndorf, mit löblichem Holzrahmen, an meiner Windschutzscheibe angeleimt.) Sie bat mich, Herrn Biernot zu bitten, auch ihr Gehwägelchen mit einem solchem Gerät auszustatten.

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Ein Schandfleck – das JuZe

Wir fuhren also auf den Marktplatz ein, und um die Passanten nicht zu gefährden, warnte ich mit Warnblinkanlage und Hupsignal vor unserer Ankunft. Schon bald fanden wir einen günstigen Standort.
Allerdings rief das schon bald eine Ordnungswächterin auf den Plan, die mich des Missbrauchs der Warnblinkanlage und des Signalhorns bezichtigte und 40 Euro Bußgeld verlangte. Diesem Scheusal las ich gehörig die Leviten! Wie sich nämlich herausstellte, bewohnt sie eine eher bescheidene 2-Zimmer-Wohnung, deren Vermieter zufällig ein gewisser Walther Rübensahm ist… Umgehend teilte ich mit, dass ich ihre Miete um 200 Euro erhöhen würde!
Nachdem endlich Ruhe herrschte, ließ ich Frau von Glasenapp den Tapeziertisch und den Sonnenschirm aufbauen. Ich legte dann die Flugblätter aus und machte mich daran, per Flüstertüte lautstark unsere Thesen zu verkünden: „Weg mit dem JuZe – Her mit einem redlichen Seniorenzentrum! Weg mit der Jugend – Nur Senioren sind redlich! Weg mit Aldi und Lidl – Rübensahm hat die besten Angebote!“
Leider war uns mit unserer öffentlichen Protestaktion kein Erfolg beschieden. Lediglich zwei Passanten nahmen eines unserer Flugblätter mit auf ihren Weg. Weitere 86 beklagten den Lärmpegel und beschimpften uns. Der gegenübergelegene Gemüsehändler bewarf uns gar mit Tomaten! So brachen wir bereits um 12 Uhr die Aktion ab und kehrten stattdessen in die löbliche „Doppeleiche“ ein, wo wir ein gepflegtes Mahl zu uns nahmen.
Damit nicht die gesamte Veranstaltung ein Schlag ins Wasser würde, fuhren wir auf unserem Rückweg am JuZe vorbei und füllten den Briefkasten mit den benutzen Taschentüchern, die Fr. von Glasenapp noch in ihrer Manteltasche gefunden hatte.

Redlichst,
Ihr Walther Rübensahm

Kategorien: Aktuelles, RPD - Redliche Partei Deutschlands, Zur Weltpolitik

Nachhaltigkeit mit der Heiligen Schrift

Nur allzu oft werden dem redlichen Menschen zum Beleg unsinniger Legenden („die Erde ist rund“ und ähnlicher Unsinn) Zitate von Albert Einstein und anderer Physik-Ketzer entgegengehalten.

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Die Sintflut – durch und durch ökologisch

So meint man, die Bibel als eine Ansammlung von lächerlichen Fabeln brandmarken zu können. Was, darf man in diesem Zusammenhange fragen, hat uns die moderne Physik schon nützliches eingebracht? Die Atomkraft? Also jene überkommene Form der Energiegewinnung, die derzeit für teures Geld mit hochmoderner Kohlekraft ersetzt werden muss? Überhaupt war bereits das erste Anwendungsszenario des Atoms – namentlich das Zerbomben einiger japanischer Dörfer – völlig unsinnig. Auf Jahrzehnte war hernach alles verseucht und unbenutzbar.

Ein Blick in die Heilige Schrift belegt, dass dem Herrn zur Vernichtung ganzer Zivilisationen eine einfache Sintflut genügte, also reines Wasser. Im Gegensatz zur Atombombe bewundernswert ökologisch und nachhaltig! Welche Praxis halten Sie für zeitgemäßer? Die Antwort sollte recht klar sein; da mögen sich die Atheisten meinethalben grün und schwarz ärgern, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Gesundheit, theologische Meditationen

Wahltag. Eine Nachbetrachtung

Wertes Wahlvolk,

ich persönlich pflege beim Urnengange schon seit Jahr und Tag exakt dieselbe Praxis: ich mache drei Kreuze und erwarte weiterhin sehnlichst die Rückkehr unseres geliebten Kaisers.

Freilich kommt man um eine Beobachtung des Ausganges dieser verzichtbaren Volksvergnügung nicht umhin. Ich muss schon sagen – die meiste Verwunderung bescherte mir der partiell durchaus recht durchschlagende Erfolg der grünen Hallodris.

Sieht man den unübersehbaren Tatsachen ganz nüchtern ins Auge, so hat diese Partei von unverbesserlichen Kaulquappen-Nummerieren doch ihre Daseinsberechtigung schon vor Jahren verloren. Schließlich ist die durchaus sinnvolle Disziplin der Mülltrennug schon längst in der deutschen Lebenswirklichkeit angekommen und jedermann bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

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Mülltrennung – eine deutsche Kerndisziplin

Vor kurzem hat man gar ein Bakterium entdeckt, welches sich von Kunststoff und Plastik ernährt. Dergleichen war mir selbstredend schon intuitiv bewusst, weshalb ich meine Einkaufsbeutel schon seit Jahren im Walde entsorge, wo bekanntermaßen von Natur aus Unordnung herrscht und sich garstige Bazillen daher mannigfach tummeln.

Auch sonst leuchtet die korrekte Kehricht-Lese glasklar ein: Altbatterien gehören auf die Heide und dienen dort dem possierlichen Duracell-Häschen als Nahrung. Der ganze Rest wird im Klosett heruntergespült – so ist sichergestellt, dass die Atlantis-Meermenschen stets über ausreichendes Baumaterial für ihre Unterwasserhütten verfügen.

Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist selbstverständlich der braune Biomüll – dieser kommt bekanntermaßen nach Sachsen-Anhalt, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Historische Exkurse, Zur Weltpolitik

Ein Robotor wollte mich totschlagen!

Werte Herren,

wie Sie wissen, bin ich mir schon lange darüber im klaren, dass es sich bei meinem Nachbarn Krawullke um einen getarnten Robotoren handelt, der nur zur Täuschung die Identität eines Bauarbeiters angenommen hat und vorgibt, in der Nachtschicht des Straßenbaus zu arbeiten.

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Mein Nachbar Herr Krawullke. Schon mehrmals hat er mir Gewalt angedroht.

Ich habe es mir daher zur Aufgabe gemacht, tagsüber seinen Batterie-Aufladezyklus zu stören, um ihn damit seiner Kräfte zu berauben. Gestern hätte dies beinahe mein Leben gekostet, als ich ihn wiederholt aus der Telefonzelle vor seinem Haus angerufen habe.

Krawulke geht an den Hörer: „Was ist denn?“

Ich: „Miau, miau!“

Krawullke knallt den Hörer auf die Gabel. 5 Minuten später:

Krawullke: „HALLO? WAS IST?“

Ich: “La-la-la, gar niemand da!“

Krawullke: „WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN ODER WAS?“

Ich: „Ich bin nur ein harmloses Haustier, Wau-Wau!“

Krawullke flucht und hängt auf. 10 Minuten später:

Krawullke:“Wenn ich rausbekomme wer du Spinner bist, dann mach ich dich platt!

Ich: “Veronica, der Lenz ist da, der Waldemar singt trallala…“

Krawullke: „HARTLAUB, SIND SIE DAS WIEDER SIE SPINNER??“

Ich: “Nein ich bin es nicht, ich bin ein Laubfrosch, Quack, Quack!! Oh, moment ich muss gerade Geld nachwerfen, bitte bleiben Sie kurz dran…“

In diesem Moment starrt Herr Krawullke aus dem Fenster und genau in die Telefonzelle. Ich machte sofort eindeutige Zeichen, dass ich es NICHT bin der ihn da gerade anruft -aber sein teuflisches Robotorengehirn durchschaut meinen Trick!

„ICH DREH DIR JETZT DEN HALS UM DU SPINNER, ICH MACH DICH ALLE!“

Ich bin dann ganz schnell aus der Telefonzelle gelaufen und habe mich hinter einem Gebüsch versteckt. Herr Krawullke kam mit hochrotem Kopf aus dem Haus und hat überall gesucht, ich hatte furchtbare Angst. Nach einer Stunde etwa hatte er genug und ist nach Hause gegangen, weil er ja vor der harten Nachtschicht seine Batterien laden muss.

Ich hatte zum Glück noch etwas Kleingeld und hab dann wieder klingeln lassen, bis er dran ging.

Krawullke, sehr ermattet: „ja…was ist denn? In Himmels Namen… lassen Sie mich doch schlafen Mann, ich muss gleich zur Schicht….“

Ich: „Ja hallo Herr Krawullke, hier ist der Laubfrosch von vorhin, Quack Quack, wir wurden wohl irgendwie getrennt“

Dabei winkte ich ihm freundlich aus der Telefonzelle zu und trieb dieses Spiel auch bis zu seinem Schichtbeginn, wobei er noch dreimal vorher raus gelaufen kam – einmal sogar mit einem Bleirohr in der Hand, mit dem er mich totschlagen wollte.

Ich vermute, der Roboter wird heute Nacht einfach „stehen bleiben“, so fertig hat er ausgesehen, als er dann endlich zur Arbeit ging. Wie schön.

Ich kann wirklich stolz sein.

Ganz herzlich
Waldemar

Kategorien: Aktuelles, Dem kosmischen Rauschen lauschen, Diabolisches, Gesundheit

Kopfweh vom Kamillentee

Werte redliche Heimseitenbesucher,

gestern mit den Herren von Friedel und von Angmar nach der Messe noch einen kleinen Abstecher in die „Parkklause“ unternommen, auf „einen kleinen Kamilentee“.

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Tee war hervorragend und der Herr von Angmar schlug vor, zur geschmacklichen Aufwertung noch jeweils einen kleinen „Wacholder“ zu bestellen. Erste Bedenken sind schnell überwunden, so dass gegen 17.00 die Gläser erneut befüllt werden.

17.10 Runde des Herrn von Friedel auf „Die Dragoner“

17.15 Runde meinerseits auf „Die Marine“

17.20 Runde des Herrn von Angmar auf „Die Kaiserliche Infantrie“

17.25 Gemeinsame Runde „Auf seine Majestät“

17.30 Gemeinsame Runde „Auf den Kaiser“

17.35 Runde des Herrn von Friedel auf „Unseren geliebten Souverän“

17.40 Runde von Klotz/von Angmar „Auf das schöne Wetter“

17.45 Runde des Herrn von Angmar „Ein letztes Glas bevor wir gehen“

17.50 Runde meinerseits, so genannter „Absacker“

17.50 Runde des Herrn von Friedel „Auf das Vaterland“

17.55 Runde des Herrn von Angmar „Auf unser Vaterland“

18.00 Runde meinerseits „Ein letztes Glas aufs Vaterland, bevor wir zahlen“

18.05. Gemeinsame Runde „Auf die Kameradschaft“, absingen heroischer Lieder

18.10 Letzte Runde des Tages

18.11 Runde von irgendwem „Auf den Beginn der neuen Minute“

18.12 Weitere Runden „Auf den Beginn jeder neuen Minute“

Ab 18.30 weitere Runden auf irgendwas, nachspielen prägender Kriegserlebnisse über Tisch und Bänke, unter Einbeziehung der anderen Gäste.

…19.00 oder so, Trinken Schnaps direkt aus der Flasche, Herr von Angmar feuert mit Revolver in die Decke, Gäste verlassen die Parklause

…irgendwann, Wirt ist entfleucht, überall Flaschen…keine Munition mehr..Trinken noch „Eine letztes Glas“, versuchen selbst die Zeche auszurechnen. Herr von Friedel errechnet für alle zusammen 4,75 „oder so“. Potzdonner, ich knalle generös 5 Euro auf den Tisch, dann verlassen wir redlichst die verwüstete Stube.

Heute seltsamerweise leichtes Kopfweh, ebensolches Befinden bei den anderen Herren, wie mir telefonisch versichert wurde. Erneuter Beweis dafür, das „Quertrinken“ nichts bringt, sapperlot. Den anfänglichen Kamillentee hätte man unbedingt weglassen müssen!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Die bessere Gesellschaft, Gesundheit

Redliche Rentnerin lehrt Dieben mit der Bratpfanne Mores!

Richtig so! Hurra!

Johannes Kaplan

bratpfanne Rentnerin treibt Diebesgesindel mit der Bratpfanne in die Flucht!

Man könnte denken, dass im beschaulichen Ostfriesland Ruhe und Ordnung herrscht. Doch dem ist mitnichten so! „Radio Bremen“ meldet heute:

Zwei unbekannte Männer haben am Montag in Bremen-Gröpelingen eine 64 Jahre alte Frau überfallen. Sie wollten die Handtasche der Dame stehlen. Allerdings setzte sich die Frau erfolgreich mit einer gerade erworbenen Bratpfanne zur Wehr. Während einer der Täter schon bei der Androhung nachließ, trat sein Komplize näher an die 64-Jährige heran – wurde aber direkt mit der Pfanne attackiert und ergriff die Flucht. Die Polizei fahndet jetzt nach zwei etwa 30 Jahre alten, 1,70 Meter großen Männern, mit kurzen dunklen lockigen Haaren. Gleichzeitig warnt die Polizei: „Die Schläge mit der Pfanne hätten auch eine andere Reaktion bei den Tätern hervorrufen können!“

Natürlich will der norddeutsche Rundfunk-Sender mittels des letzten Satzes suggerieren, dass es für alte Menschen grundsätzlich besser sei, sich nicht…

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Kategorien: Aktuelles

Geröstete Bettwanzen-Maronen à la Flatulence

Werte Verdun-Feinschmecker,

endlich hat das leidige Warten ein Ende. Heute beginnen wir unseren lange geplanten Parforce-Ritt durch das kulinarische Wunderland der zerklüfteten Schützengräben.

Eingangs muss ich sogleich gestehen, dass die besagte Wartezeit nach der vollmundigen Ankündigung keineswegs einer vergesslichkeitsbedingten Säumigkeit geschuldet ist; vielmehr handelte es sich um ein von mir ganz bewusst zum Einsatze gebrachtes Stilmittel. Schließlich ist die sogenannte „Immersion“ ein ganz wesentlicher Bestandteil der themengebundenen Erlebnisgastronomie.

Und Geduld, soviel kann mit Sicherheit gesagt werden, musste im großen Kriege die erste Tugend des passionierten Genießers sein. Oft bedurfte es tagelangen Darbens in verschmutzen Gräben – meist knietief stehend im Exkrement. Die Verpflegungssituation war selbstredend desperat. Gab es überhaupt einmal etwas Essbares, so gedachte die OHL unsere ausgezehrten Krieger-Gaumen mit Grausamkeiten wie „Liebigs Fleisch-Extrakt“ zu malträtieren.

Groß war in dieser Situation die Freude, wenn endlich der Befehl zum Sturmangriff der Agonie ein Ende setzte und somit, wenn schon nicht gespeist, so doch wenigstens ehrenvoll gestorben werden durfte.

Just aus diesem Notstand kulinarischer Natur heraus entstand jenes erste Gericht, welches ich Ihnen heute vorstellen möchte. Es handelt sich um ein wahres Kleinod der französischen „Kuiwisine“, nämlich:

„Geröstete Bettwanzen-Maronen à la Flatulence“.

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Gewiss werden einige unter Ihnen, werte Leser, nunmehr ein wenig die Stirn in Falten legen. Sicherlich: die Angewohnheit des Franzosen, jedes halbwegs bewegliche Lebewesen auch sogleich zu verspeisen mag gerade für den heimischen Gaumen zunächst gewöhungsbedürftig anmuten. Ich darf aber versprechen: der nachgerade himmlische Geschmack rechtfertigt in diesem Fall jede Ekelüberwindung! Zudem gilt natürlich im Konfliktfall der eherne Grundsatz: „Im Krieg und in der gehobenen Küche ist alles erlaubt“.

Vorbereitung

Sie benötigen: Bis zu 1 kg Bettwanzen. Diese sollten Sie en Masse in Ihrem Feldlager vorfinden. Außerdem: die bei schlechten sanitären Bedingungen ohnehin unvermeidliche Diarrhö, sowie ein Streichholz.

Zubereitung

Jeder Kenner unzureichender Hygiene ist mit dem Verhalten der kleinen Krabbler vertraut. Sobald das Licht gelöscht wird, beginnt alsbald das bunte Treiben. Geduld ist allerdings auch hier der beste Koch: der kluge Kriechtier-Schlemmer wartet geduldig, bis sich die garstigen Blutsauger am eigenen Lebenssaft delektiert haben. Dann sind sie nämlich vollgesogen und träge. Der ideale Zeitpunkt, um zuzuschlagen: richten Sie Ihr Hinterteil nunmehr in einer fließenden Bewegung – bitte rasch, aber nicht hastig – auf das geschäftige Gewimmel auf Ihrer Bettstatt.

Normalerweise sollte diese Verlagerung des Standorts bereits dafür sorgen, dass sich in Ihren Eingeweiden die ersten Krämpfe erheben. Nun gilt es: entflammen Sie das Zündholz und halten Sie es sich direkt an den Podex.

Haben Sie alles richtig gemacht, so sollte Ihrem Hinterteil nun eine beeindruckende Stichflamme entweichen. Rösten Sie die Bettwanzen damit so lange, bis sich ihr Chitin-Panzer an den Schnitten öffnet. Ignorieren Sie dabei eventuell aufkommende Ekelgefühle (Sie sind nun einmal in Frankreich). Die intensive Hitzeentwicklung tötet eventuell Ihrem Gesäß entweichende Bandwurmfinnen. Außerdem erhalten die Wanzen-Maronen durch die rektale Röstung ein unvergleichlich feines E-Coli-Aroma.

Sind die Wanzen rundum goldbraun, lassen Sie diese gerade so lange abkühlen, bis man sie angreifen kann, ohne sich die Finger zu verbrennen. Knacken Sie den Panzer an der Schnittstelle und genießen Sie die Maronen sofort.

Gegessen wird selbstverständlich ganz salopp – oder „leger“, wie der Franzose sagt – sogleich im Bett.

Bon Appetit! Und denken Sie stets daran: der Kaiser ist sehr, sehr stolz auf Sie!

Kategorien: Aktuelles, Erbauliches, Kulinarisches, Redliche Kriegserlebnisse

Es plätschert die Mühle am steinigen Bach

Diese Überfremdung ist schon in der Tat höchst beängstigend.

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Kategorien: Aktuelles, Historische Exkurse, Zur Weltpolitik

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