Monatsarchiv: Mai 2016

Radka – eine Symphonie in E.Coli

Darf ich vorstellen: das Frl. Radka – staatlich geprüfte Klistier-Fachwirtin und ab Beginn der nächsten Woche ganz exklusiv mit der Beförderung meines Wohlergehens befasst.

Gerade außerhalb ihres Heimatlandes scheint man die Künste dieser Darmspülungsviruosin erstaunlicherweise zunehmend geringzuschätzen. Folgerichtig entscheid das Enddarmzentrum „Bavaria“, künftig auf ihre Dienste zu verzichten. Ein zumindest mir völlig unverständlicher Vorgang.

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Dabei erfordert die korrekte Ausübung ihres Handwerks einen vollendenden Grad der Meisterschaft: schon die kleinste Überdosierung der anregenden Flüssigkeit kann bekanntermaßen dazu führen, dass alle minutiöse Vorbereitung als paukender Walkürenritt schon vor dem eigentlichen „Festspieltermin“ in der erbärmlichen Akustik des heimischen Privés verpufft, anstatt genau zum richtigen Zeitpunkt im Opernhaus der Arztpraxis als kunstvoll vorgetragene Arie ihren medizinisch aufschlussreichen Höhepunkt zu finden.

Dem passionierten Wagnerianer wird die schiere Unwürdigkeit eines solchen Vorganges schon rein intuitiv einleuchten.

Man benötigt wohl heutzutage schlicht das sanfte Gemüt eines Kenners der schönen Künste, um die vollendeten Arrangierungskünste dieser Fee der Porzelantrompete wertschätzen zu können. So ist es wohl ganz und gar an mir, Dein Polypen-Puccini zu sein, O Du Muse der Eingeweide!

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Kategorien: Aktuelles, Diabolisches, Erbauliches

Austria am Scheideweg – eine Wahlanalyse

Werte Damen und Herren,

Gewiss ist Ihnen hinlänglich bekannt, dass sich eine allzu profunde Auseinandersetzung mit den ausgemachten Niederungen der sogenannten „Tagespolitik“ für einen Herrn von Stande schlichtweg nicht geziemt; als Aristokrat hat man in dynastischen Linien zu denken und zu agieren.

Allerdings scheint diese Wahl in unserem Nachbarlande derzeit einige Aufregung zu verursachen. Sie können also auf einen Kommentar meinerseits ganz zweifellos nicht verzichten – schließlich müssen Sie ja wissen, was Sie denken sollen.

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Ich habe mich also – zähneknirschend – einmal ansatzweise schlau gemacht: Dieser Herr Hofer gedenkt offenbar, wie man munkelt, die bereits vor dem schändlichen Untergange des K&K-Reiches intakte Reisefreiheit von Wien bis ins ferne Galizien zu restaurieren und auch den darbenden Südtiroler aus seiner Jahrzehnte währenden Diaspora zu erlösen, ist also, bei näherer Betrachtung, ein (wie man so schön sagt) „überzeugter Europäer“. Somit also ein sogenannter Wolf im Schafspelz. Denn trotz seiner pseudo-monarchistischen Rhetorik geht es ihm – wie bekanntermaßen dem gesamten EU-Pack – ganz hauptsächlich darum, uns die Glühbirnen und Staubsauger zu verbieten. Er ist also nichts weiter als ein garstiger Despot, wie ich nicht umhinkomme, messerscharf zu konstatieren.

Ein solcher Mensch darf indes unter keinen Umständen die Macht im Alpenlande an sich reißen. Die politischen Wechselwirkungen wären unüberschaubar, vermutlich aber fatal. Bedenken Sie, dass der deutsche „Kanzler“, ein Thermodynamiker mit einer Schwäche für Braunkohle, seine politischen Unzulänglichkeiten mit besonderer Vorliebe mit der Hilfe von Despoten maskiert. Gewinnt Herr Hofer die Wahl, so wird er alsbald zum wichtigen Partner des Herrn Merkel avancieren, der sich sodann noch weitere 1000 Jahre an der Macht hält. Die Rückkehr des Kaisers können wir in diesem Falle selbstverständlich vergessen.

Ich sage: wer den Kaiser liebt, der wählt diesen von der Belle (Obschon es sich wohl allenfalls um einen Abkömmling des niedersten Dienstadels handeln kann).

Verstanden?

Kategorien: Aktuelles, Zur Weltpolitik

Revoluzzer, Füßeputzer

Ich muss schon sagen – dieser Pontifex entpuppt sich zunehmend als ausgemachter Revoluzzer; sein neuster Geistesblitz: die Einsetzung einer heiligen Kommission, die mit päpstlichem Auftrage zu überprüfen hat, ob es Frauenzimmern gestattet werden sollte, eine wichtige Rolle in der heiligen Kirche zu übernehmen. Eine fast unlösbare Aufgabe, selbst für ein Gremium der größten Geister.

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Der progressive Geist des Heiligen Vaters in allen Ehren – mir indes erscheint eine derart radikale Änderung der seit Jahrtausenden bewährten Praxis doch als allzu progressiv; schließlich ist in der heiligen Schrift schwarz auf weiß vermerkt, dass zum letzten Abendmale lediglich der Heiland und seine Jünger – also männliche Gäste – geladen waren. Was ja keineswegs bedeutet, dass der Erlöser das unbedeutendere Geschlecht auszugrenzen gedachte – ganz im Gegenteil! Ich bin mir sogar ausgesprochen sicher, dass die Aufräumarbeiten nach diesem Epoche machenden Abendbrot hauptsächlich von den Damen des Hauses übernommen wurde, während sich die Männer mit substanziellen Themen wie Kreuzigung und hahnkrähenbedingtem Verrat befassen mussten. So leistet ein jeder seinen Beitrag.

Mein Vorschlag zur Güte würde daher lauten, den Frauenzimmern weiterhin Schonzeit zu gewähren. Katechistisch hochwichtige sakrale Handlungen sind ihnen schlicht noch nicht zuzutrauen. Und wer weiß: hat sich das schwache Geschlecht weitere 2000 Jahre mit nützlichen Putztätigkeiten bewährt, so wird ihm der dann amtierende Pontifex vielleicht weitreichendere Rechte zuerkennen (bis dahin haben wir das jüngste Gericht hoffentlich längst hinter uns).

Kategorien: Aktuelles, theologische Meditationen

Es darf gelacht werden: Ein Plädoyer für Toleranz und Augenmaß

Zuerst erschienen in der Zeitschrift für Lichtspielzensur MOVIEBETA

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Die Staatskrisis ist perfekt: in einem Schmähgedicht aus der Feder eines bislang zumindest mir weithin unbekannten Schmieranten wurde der osmanische Sultan in wüster Weise beschimpft und unter anderem bezichtigt, ein äußerst ungebührliches Verhältnis zu sogleich mehreren Paarhufern zu unterhalten. Ein subversiver Akt sondergleichen, der die Grenze der Majestätsbeleidigung weit überschreitet. Schließlich geht es nun wirklich niemanden etwas an, was der Sultan ganz privat in seinem Harem betreibt. Der Orientale ist nun einmal Polygam und hat außerdem ein, nun, inniges Verhältnis zur Schöpfung in all ihrer Vielfalt. Als tolerante Menschen haben wir dies schlichtweg zu akzeptieren.

Denn die Toleranz, werte Leser, ist eben stets etwas Gegenseitiges: wir tolerieren die seltsamen, vielleicht sogar krude anmutenden weltanschaulichen Marotten des Sultans, damit er im Gegenzug unsere Situation tolerierbar macht. Eine Übereinkunft, von der beide Seiten gleichermaßen profitieren. Daher rührt auch die ausgemachte politische Brisanz der aktuellen Misere. Lassen Sie mich eine für jedermann verständliche Analogie zum Alltag herstellen: Gewöhnlicherweise wird man aufgrund ihrer überaus nützlichen Funktion davon absehen, die örtliche Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft zu kränken – obwohl man einen solchen Gesellen aufgrund seines strengen Geruchs und seiner möglicherweise seltsamen Beziehung zu zum Hofhund vermutlich nicht an den Mittagstisch einladen würde. Wussten Sie übrigens, dass Herr Erdogan gerne die Füße seiner Frau Mutter küsst und behauptet, dort sei „der Duft des Himmels“? Andere Länder, andere Sitten.

Sei es, wie es will: Nun haben wir bloß Salat, jedoch kein Fleisch im Fladenbrot: der deutsche Chefdiplomat in Ankara hat dem Vernehmen nach bereits eine Einliegerwohnung im türkischen Außenministerium bezogen und Herr Kanzler Merkel wird hart durchgreifen müssen, will er diese Krise noch zu einem glimpflichen Ende bringen. Immerhin: der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat bereits reagiert und das schändliche Machwerk aus seiner Medien-Bibliothek entfernt. Wieder einmal beweisen die zuständigen Gremien, dass sie über ein Auge für die überaus wesentliche Bedeutung einer umfassenden Inhaltskontrolle für ein funktionierendes Staatswesen verfügen.

Wir hingegen, geschätzte Leser, sollten uns an dieser Stelle von den Niederungen der Tagespolitik lösen und uns vielmehr der Ursachenforschung widmen. „Wie konnte es nur so weit kommen?“, sollte die Frage an dieser Stelle lauten.

Heiliger Ernst – nicht ohne Grund Tradition

Denn der oben geschilderte Präzedenzfall weist doch auf eine viel grundsätzlichere Problematik: heutzutage gilt nämlich der sogenannte Humor im Allgemeinen und die Satire im Besonderen geradezu als staatsbürgerliches Grundrecht schlechthin, ihre freie und unkontrollierte Ausübung ist fast schon zum Volkssport geworden.

Dabei reicht ein kurzer Blick in die Geschichte für die Feststellung, dass dem keineswegs immer so war. Man denke beispielsweise an den zweiten „Prager Fenstersturz“: protestantische Aufwiegler werfen kaiserliche Verwaltungsbeamte völlig ohne weitere Rechtsgrundlage aus dem Palastfenster in einen Misthaufen. Heutzutage wäre man vermutlich geneigt, einen derartigen Vorgang als reine Situationskomik abzutun, wie man sie beispielsweise en masse in alten „Dick und Doof“-Machwerken vorfindet. Man würde sein Wischtelefon zücken, die Geschehnisse damit filmen und sie sogleich auf ein soziales Netzwerk hinaufladen. Dort wären die purzelnden Würdenträger sodann – bis zur nächsten aufstoßenden Miezekatze – Gesprächsstoff in allen Büros. Und die Arbeit bliebe natürlich liegen.

In Prag, Anno Domini 1618, war ein solcher Schlendrian hingegen undenkbar: bekanntlich betrachtete man die Chose, abgesehen von etwas Galgenhumor angesichts der zahlreichen Massenhinrichtungen, wenig humoristisch und führte die nächsten dreißig Jahre einen durchaus ernstzunehmenden Konflikt. Schließlich ging es um Religion – ein Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes heiligen Ernst erfordert. In anderen Teilen der Welt – wie beispielsweise in der Türkei – hat man dieses Prinzip noch heute bestens verinnerlicht.

Ich möchte keineswegs den Eindruck erwecken, mir läge nichts am Humor; das Gegenteil ist der Fall. Wer mich kennt, der weiß, dass ich für einen spritzigen „Klein-Erna“-Scherz jederzeit zu haben bin. Gleichwohl lässt sich aus jenem historischen Beispiel doch ein klarer Schluss ziehen. Dieser lautet: alles zu seiner Zeit!

Gerade wir in Deutschland sollten uns dringend auf diese althergebrachte Tugend besinnen. Wir sollten uns die Frage stellen: sind etwa Exportweltmeister in Sachen Humor? Die Antwort ist recht einfach: keineswegs! Wir stehen für aufrechte, ehrliche Arbeit. Wir exportieren Automobile, Kriegsmaschinen, verschreibungspflichtige Medikamente und bisweilen, einmarschierenderweise, auch uns selbst.

Bisweilen ist ein Späßchen erlaubt

Wollen wir die Basis unseres Wohlstandes nicht gefährden, so müssen wir dem Humor also fraglos Grenzen setzen. Überhaupt ist der volkstümliche Terminus „Humor“ doch bei näherer Betrachtung nur allzu ungenau: er umfasst nämlich neben den durchaus verträglichen Spielarten auch viel humoristischen Wildwuchs, der sich, bei allzu laxem Laisser-faire, zum ernsten Problem für jede Volkswirtschaft entwickeln kann.

Man muss sich ernstlich fragen: wo wären wir heute, würde ein jeder während der Erledigung seines Tagewerkes einfach hemmungslos dem Humor frönen, noch dazu dem subversiven? Nein, werte Leser, der Spaß bedarf einer strengen staatlichen Regulierung, wir müssen ihn kanalisieren und rationalisieren.

Ziel sollte die Schaffung eines für jedermann klar erkennbaren Raumes des Heiteren und Lustigen sein, sozusagen ein Zeitfenster, das dem geneigten Humorwilligen ganz klar suggeriert: „Es darf gelacht werden“. Die Älteren werden sich noch dieses Diktums mit Signalwirkung entsinnen, welches früher auch gerne heiteren Fernsehsendungen oder Lustspielen vorangestellt wurde. Gerne darf – wie bei Karnevalsveranstaltungen üblich – dann auch ein unterstützender Tusch gespielt werden, um jegliche Unsicherheit, wann gelacht werden sollte vollends auszuräumen.

So schlägt man sogleich zwei Fliegen mit einer Klappe: zum einen wird das Humor- und Schunkelbedürfnis des Volkes gestillt, zum anderen der sonstige Alltag von überflüssigem Humor befreit. Sämtlicher andere Humor – und insbesondere die Satire – ist umgehend als „Schwarzhumor“ zu klassifizieren und unter Strafe zu stellen.

Zur Durchsetzung dieser Reglungen empfehle ich die rasche Einrichtung einer neuen Behörde. Das „Ministerium für Humorregulierung“ (MiniHuRe) – so könnte sie heißen, wobei hier das „Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt“ (WuMBA) bei der Namensfindung als Inspiration dient.

Für die Leitung dieser neuen Superbehörde habe ich indes eine ganz besondere Lösung im Sinn: Nachdem die Regulierung des sachdienlichen Frohsinns eine Aufgabe von höchster Verantwortung darstellt, kann keine Einzelperson mit ihr betraut werden. Vielmehr plädiere ich – nach dem Vorbild der Rundfunkräte – für ein Führungsgremium. Dieses könnte sich beispielsweise aus den Preisträgern des alljährlich in Aachen verliehenen „Ordens wider den tierischen Ernst“ rekrutieren. Zu den Preisträgern zählen wahre Koryphäen der organisierten Heiterkeit: Beispielsweise Norbert Blüm, Karl Kardinal Lehmann, Markus Söder, ja, sogar Edmund Stoiber!

Sie werden mir, werte Leser, gewiss zu folgen gewillt sein, wenn ich behaupte: bei solchen Wunderwaffen des gehobenen Frohsinns ist unser Humor in besten Händen!

So bleiben uns in Zukunft nicht nur Einbrüche der Produktivität, sondern auch lästige Schwierigkeiten mit Herrn Erdogan erspart.

Wir, liebe Leser, sehen uns nächsten Monat an ebendieser Stelle. Bis dahin gilt: bleiben Sie (maßvoll) heiter!

Kategorien: Aktuelles, Baron Friedels aristokratischer Almanach

Domestiken/ Lakaien (m/w)

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Mittelständisches Landgut (Baronie) sucht ab sofort

Domestiken/ Lakaien (m/w) auf leibeigenschaftlicher Basis

Sie verstehen es bestens, an Ihre körperlichen Grenzen zu gehen und verfügen über hinlängliche Erfahrung in allen Aspekten des Buckelns und Parierens. Sie sind ein tierlieber Mensch, der einer Katze auch dann tolerant begegnet, wenn sie neun Schwänze hat. Sie stehen dem Dogma, dass der Tag nur 24 Stunden hat septisch gegenüber.

Wir bieten:

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Hervorragende Atmosphäre und flache Hierarchien.

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Abwechslungsreiche Aufgaben, die ein hohes Maß an Flexibilität erfordern.

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Komfortable Unterbringung im Kolonialstil.

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Moderne sanitäre Anlagen (zu jeder Uhrzeit Warmwasser).

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Hervorragende medizinische Versorgung durch Spezialisten aus aller Welt.

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Ganztägige Kinderbetreuung durch erfahrene Erzieher.

Sollten Sie Interesse haben, benötigen wir keine weiteren Bewerbungsunterlagen. Drucken Sie einfach diesen Beitrag aus und machen Sie Ihre drei „Xe“ hier:

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Stellen Sie sich dann einfach zur Begutachtung auf dem Gutshof vor.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit, die im Normalfall erst mit Ihrem Tod endet!

Kategorien: Aktuelles, Anzeigen

Alarm im Kopfhotel! Folge 732

Alarm im Kopfhotel Hartlaub 
Folge 732: Bogie-Woogie

Was bisher geschah: Herr Schlumpumber und der Syrische Kaufmann Nuc-Nuc haben Ihre Liebe zum Boogie-Woogie entdeckt und musizieren im Oberstübchen auf einer elektrischen Harfe. Dies jedoch stört den Professor Rattermann, der in Zimmer 17 lebt und in seiner Freizeit absonderliche Briefmarken zählt. Es kommt zum Eklat und Herr Hartlaub wird telepathisch dazu gerufen, gerade als er in der „Hier-Welt“ in den Bus steigen will. Sofort verfällt er in tiefe Meditation und eilt in sein eigenes Hirn, um die Lage zu klären.

Herr Schlumpumber: Boogie Boogie! Woogie Woogie!

Syrischer Kaufmann: Nuc-Nuc!

Professor Rattermann: 1.5252 absonderliche Marken, 1.5….beim Jupiter, schon wieder verzählt! Meine Herren, ich muß insistieren! Beenden Sie den Woogie ohne zu säumen!

Herr Schlumpumber: He ho, he ho, der Boogie und der Woogie….

Syrischer Kaufmann: Nuhuuuc! Nuc-Nuc!

Herr Schlumpumber: …die machen uns das Leben froh!

Professor Rattermann: Absonderliche Musik noch VOR absonderlichen Marken? Ein Konzept, das lächerlicher kaum sein kann! Herr Hartlaub zu hülf, zu hülf!

In diesem Moment materialisiert sich Herr Hartlaub, der sich das Spielchen vor seinem geistigen Auge lange genug angesehen hat. Er trägt ein knallgelbes Hemd, eine Hose mit Schlag und hat sich ein ganzes Kilo Gänseschmalz in die Haare gerieben, die er nun zu einer verwegenen Tolle gedreht hat. Er ist der KÖNIG des Boogie-Woogie und damit schulden Herr Schlumpumber und Herr Nuc-Nuc ihm absoluten Gehorsam!

Herr Hartlaub: Ruhe nun, ihr Schergen der Harfe! Wer das Schmalz trägt, der befiehlt!

Herr Schlumpumber und Herr Nuc-Nuc im Chor: Der König,.oh Graus! Ach ist alles nun vergebens?

Professor Rattermann, in frenetischem lachen: Haha, und angemeiert, die Marke, die Macht der Marke, wie es so schön heißt, nun hat’s ein Ende mit dem Boogie und dem Woogie!

Herr Hartlaub, versöhnlich: Haltet ein! Der Boogie UND absonderliche Marke – beides ist von Nöten, damit das Universum weiter links dreht! Werdet nun Zeuge, wie ich den kataklystischen Harmonisator zum Einsatz bringe!

Mit großem Geknatter springt der Harmonisator an und Herr Hartlaub schwingt das Gerät über der elektrischen Harfe. Da setzt eine wunderbare Verwandlung ein. Wann immer man auf der Harfe den Boogie-Woogie spielt, produziert diese statt Töne nur noch Briefmarken, die an Absonderlichkeit nicht zu übertreffen sind.

Professor Rattermann: Welch Freude, welch Freude! Spielt ihr Troubadoure spielt!

Herr Schlumpumber: Wir hauen in die Saiten!

Syrischer Kaufmann: Nuc-Boogie, hoho! Nuc!

Professor Rattermann: Eine absonderliche Marke, zwei absonderliche Marken, drei absonderliche Marken….

Herr Hartlaub aber betrachtet still die Szenerie, bis ein Lächeln über sein Gesicht huscht. Dann empfiehlt er sich diskret, um wieder in die Welt außerhalb seines Kopfes zu schänneln.

In der Hier-Welt hat sich indes eine lange Schlange hinter Herrn Hartlaub gebildet, der seit 10 Minuten den Einstieg des Linienbusses blockiert. Ohne Unterlass hat er dabei in das Gesicht des schimpfenden Fahrers geschaut, ohne mit der Wimper zu zucken. Nun jedoch reißt er die Arme zum Himmel, dass das Volk erschrocken zurückweicht und ruft laut „Boogie-Woogie, meine Herren!“

Eine Grandezza, wie sie wohl nur dem König des Boogie-Woogie zu eigen sein kann!

Werter Leser, schalten Sie auch nächste Woche wieder Ihren Kopffunk ein, wenn es heißt: „Alarm im Kopfhotel Hartlaub!“

Kategorien: Aktuelles, Dem kosmischen Rauschen lauschen, Klassiker

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