Liebe durch Hiebe – ein handfester Leitfaden zur partnerschaftlichen Züchtigung

Werte Damen und Herren,

im äußerst illustren Kreis meiner Bekannten ist meine Expertise gerade in Fragen der harmonischen Eheführung stets ausgesprochen gefragt. Kein großes Wunder, bedenkt man meine nachgerade allumfassende Bildung. Zudem verfüge ich in meiner Eigenschaft als lebenslanger Junggeselle über ein ungetrübtes Auge für die Missstände in solchen gottgestifteten Gemeinschaften.

Oft werde ich in diesem Zusammenhange gefragt, aus welchem Grund es gerade heutzutage oftmals zu handfesten Eheproblemen kommt, welche bisweilen sogar in ausgemachten Ketzereien wie der Scheidung, und somit schlussendlich im Höllenfeuer enden. „Warum, werter Herr Baron“, fragen die verzweifelten Eheleute dann zumeist, „verliefen im Mittelalter die Ehen scheinbar so harmonisch?“

Nun, eine ausgesprochen gute und berechtigte Frage. Liegt dieser Umstand bloß in der gesunden Mischung aus entbehrungsvoller Feldarbeit, tiefster Gläubigkeit und niedrigerer Lebenserwartung durch mangelhafte Hygiene begründet? Spielten verbindende Erfahrung wie die stete Bedrohung durch marodierende Wikingerhorden oder Pestepidemien die entscheidende Rolle?

Ich sage: aber mitnichten! Vielmehr hat die moderne auf eine entscheidende Sitte vergessen, die früher noch zum ganz selbstverständlichen Repertoire des partnerschaftlichen Miteinanders zählte, namentlich:

Die partnerschaftliche Züchtigung!

1. Die Hintergründe

Lassen Sie uns, liebe Leser, zur Erläuterung ein wenig im Geschichtsbuch blättern.

[Bild: cuqu6dxl19hgse8x2.jpg]

Dieser Holzschnitt stammt aus dem 17 Jahrhundert. Wie Sie – vermutlich nicht ohne Verwunderung – bemerken, ist hier eine wechselseitige Züchtigung dargestellt.* Der Gatte züchtigt zuerst das Weib, hernach vice versa. Mit der heutzutage vielzitierten „häuslichen Gewalt“ hat dieses Treiben – so viel sollte sofort ersichtlich sein – offenbar wenig zu schaffen. Vielmehr handelt es sich um den liebevollen Austausch ehelicher Gewalttätigkeit. Nicht ganz umsonst spricht der Volksmund seit jeher von „schlagenden Argumenten“.

Sie wissen: kein Mensch ist ohne Fehl; und ganz insbesondere nicht der eigene Partner! Bedenken Sie, meine Herren, beispielsweise nur, wie es Ihrer Gattin stets gelingt, das morgendliche Omelett zu versalzen. Und sind Ihnen, meine Damen, nicht die schlechten Tischmanieren Ihres Gatten, sowie sein lautstarkes Aufstoßen im Anschlusse nicht schon seit Jahren zuwider? Und blicken Sie alle beide nicht bisweilen mit profundem Missfallen zum partnerschaftlichen Sofa-Teil herüber? Sie vernehmen sein leises Schlürfen des Nachmittagstees, welches sich in Ihrem Kopf um ein Tausendfaches verstärkt. Wünschten Sie nicht bisweilen, Sie könnten ihm Ihre eigene Tasse kraftvoll an den Kopf zu schleudern?

Wie kann man solchen Groll heutzutage kanalisieren? Sie kennen allesamt die Antwort: man kann es nicht. Schließlich gilt er als höchst verwerflich. Also frisst man den Ärger tagein, tagaus in sich hinein, die Resultate sind zumeist Magengeschwüre und Alkoholismus.

Es gilt also, dem täglichem Verdruss, den eine eheliche Gemeinschaft zwangsläufig bedeutet ein angemessenes Ventil zu verschaffen. Und hier ist die gegenseitige Züchtigung nachgerade der Schlüssel zu mehr Harmonie. Warum, muss man fragen, gilt es noch heute als die natürlichste Sache der Welt, dem Nachwuchs mit dem Stock den rechten Weg zu weisen, während sich Eheleute aus unerfindlichen Gründen diese besondere Form der liebevollen Zuwendung versagen? Es wird Zeit, dieses gute, dem Hausverstand entstammende Wissen wiederzuentdecken. Ganz frei nach dem Motto:

„Liebe kommt von Hiebe(n)“

2. Die Durchführung

Sind Sie halbwegs bei geistiger Gesundheit, werden Sie, werte Leser, sicherlich einsehen, dass die partnerschaftliche Züchtigung auch Ihre grauenvolle Ehe retten könnte. Und glauben Sie mir: sie wird! Bevor Sie allerdings munter zur Knute greifen, bitte ich Sie, diesen Ratgeber in aller Ruhe bis zum Ende zu studieren. Ein solches Unterfangen sollte nämlich behutsam begonnen werden. Nicht einfach unbedarft drauflos prügeln! Bei unsachgemäßer Durchführung endete schon so mancher gutgemeinte Züchtigungsversuch bei „Aktenzeichen XY“.

Zunächst müssen Sie ein richtiges Gefühl für den Körper des Partners gewinnen. Es geht hier um ganz elementarte Fragen wie beispielsweise:

– Ab welcher Schlagstärke entstehen blutige Striemen?

– Wo liegt die Schmerztoleranz des Anderen (gut zu erkennen am Mienenspiel und seinen Verlautbarungen der Pein)?

– Wann tritt die Bewusstlosigkeit ein?

Tasten Sie sich ganz behutsam heran. Sie und Ihr Partner haben alle Zeit der Welt! Fühlen Sie sich erst einmal firm in der Standard-Verklopfung, können Sie durchaus auch vom konventionellen Schema abweichen. Nur Ihre Phantasie setzt den zahllosen raffinierten Variationsmöglichkeiten, Ihrem Partner körperlichen oder auch seelischen Schmerz zuzufügen, Grenzen.

Einige Vorschläge (nach Geschlechtern geordnet):

Für Herren:

Frauen mögen das geradezu sprichwörtlich schwache und in jeder Hinsicht nachrangige Geschlecht darstellen. Was das Ertragen von körperlichen Schmerzen angeht, können Frauenzimmer indes über eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit verfügen, insbesondere, wenn sie bereits mindestens einmal geworfen haben. Zudem ist Hinterlist die weibliche Domäne par excellence. Sie mag vor Schmerzen schreien und wimmern – mit hundertprozentiger Sicherheit werden Sie nie wissen, ob sie Ihnen nicht doch etwas vorspielt.

Daher, meine Herren, gilt es, ein wenig subtiler zu Werke zu gehen. Sie müssen dort züchtigen, wo es ihrer Gattin auch weh tut. Körperliche Gewalt ist hier nicht immer die erste Wahl.

Berichten Sie beispielsweise beim Abendbrot mit Ihrer letzten Gehaltserhöhung. Wedeln Sie zur Unterstreichung Ihrer neugewonnenen Solvenz gerne auch mit einigen Geldscheinen herum. Prahlen Sie ruhig ein wenig! Fabulieren Sie darüber, welche schönen Geschenke, Fernreisen oder farbenfrohe Kittelschürzen Sie Ihrer Gattin damit kaufen könnten. Dann gehen Sie ins Wirtshaus oder auf die Spielbank und kommen Sie mit leeren Taschen nachhause.

Das trifft härter als jeder Schlag.

Für Damen:

Auch für Sie, meine Damen, gestaltet sich eine effektive aber gleichwohl statthafte Züchtigung Ihres Gatten als eine komplexere Aufgabe, als es zunächst erscheinen mag. Schließlich muss Ihnen der ausgemachte Spagat glücken, gleichzeitig die gottgebene Ordnung zu wahren, die an sich keinerlei Aufbegehren des Weibes gegen den Mann zulässt.

Hier ist also ein subtileres Vorgehen erforderlich; geben Sie Ihrem Gatten auch während der Züchtigung jederzeit das Gefühl, der Herr im Haus zu sein. Bringen Sie ihm nach einem harten Arbeitstag zum Beispiel die Pantoffel und hauen Sie ihm diese herzhaft um die Ohren. Oder backen Sie ihm einen schönen Kuchen und ziehen Sie ihm dabei ganz beiläufig das Nudelholz über. Auch ein noch heißes Backblech lässt sich auf vielfältige und meist schmerzhafte Weise zum Einsatz bringen. Schubsen Sie ihn spielerisch in den Waschzuber und tauchen Sie ihn ein wenig unter, bis er verzweifelt um Luft ringt. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Jedenfalls lassen sich auf diese Weise ganz wunderbar Ihre häuslichen Pflichten mit der Züchtigung des Partners in Einklang bringen.

3. Die Konklusion

Ich denke doch, mit dieser ausführlichen Denkschrift auch alljenen, die mit der partnerschaftlichen Züchtigung bereits in den Grundzügen vertraut waren einige neue Anregungen geboten zu haben; von großer Wichtigkeit erscheint mir die Erkenntnis, dass es nicht zwingend erforderlich ist, sich stets nach guter Väter Sitte gegenseitig aufs Rektum zu schlagen. Vielmehr gilt in modernen christlichen Ehen die Maxime:

„Erlaubt ist, was gefällt und wehtut.“

Insgesamt lässt sich wohl ohne Zweifel festhalten, dass eine maßvolle Züchtigung unter Ehepartnern für ein besseres Miteinander, und somit insgesamt für eine erfülltere Beziehung unter guten Christenmenschen sorgt. Eine Ehe wird vor dem Herrn geschlossen und erst durch den Tod und den anschließenden Übergang ins Himmelreich geschieden. Durch liebevolle, gewalttätige Zuwendung sorgen Sie dafür, dass die Zeit bis dahin nicht zur Hölle wird.

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*) Sollte Sie die unkeusche Offenlegung des Rektums irritieren: im Mittelalter war Stoff ein Luxusgut und Unterbekleidung somit für einfache Menschen kaum erschwinglich. Zudem bediente man sich zumeist einfachen Ästen für die Verklopfung. Heutzutage erzielen Ruten aus hochentwickelten Materialien wie Aluminium auch durch drei Kleiderschichten hindurch noch einen spürbaren Effekt.

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Kategorien: Aktuelles

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