Archiv des Autors: Konteradmiral a.D. von Klotz

Britannien und der Austritt aus dem heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

Werte Heimseitenbesucher,

sicherlich werde einige von Ihnen durch die obskure Debatte über den „Britannienaustritt“
verunsichert worden sein – indes seien Sie versichert, das es sich hierbei um einen Kokolores
und Schabernack handelt, der niemanden weiter verunsichern sollte. König Georg und seine Mannen
haben 1918 im großen Krieg verloren und sind damit fester Bestandteil des heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nationen geworden, sapperlot. Ein Austritt, so drollig der Gedanke auch sein mag, ist damit
ohne ausdrückliche Zustimmung unseres Kaisers gar nicht möglich, potztausend!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

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Kategorien: Aktuelles, Historische Exkurse, Zur Weltpolitik

Mein redlicher Tagesbeginn

Heureka,

heute um 5.00 aufgestanden und zur Begrüßung des Tages auf der Sturmtrompete geblasen. Wie üblich Protestrufe aus dem Haus von Herrn Krawulke, die ich einfach niederspiele. Der Herr bildet sich ein, nur weil er Straßenarbeiter mit Nachschicht ist und um 4 nach Hause kommt, müsse die ganze Welt sich um ihn drehen. Ballaballa, sapperlot!

Eine Stunde extatisches Gebet in der garteneigenen Gnadenkapelle wechseln sich ab mit Ertüchtigung, fröhliche 500 Liegestütze auf je einem Arm. Nach einem erprobten Programm meines ehemaligen Ausbilders, des Herrn von Prügelpeitsch, beende ich den Morgensport erst, als mir vor Erschöpfung die Sinne schwinden und mir das Blut aus der Nase schießt. Heureka, nun bin ich frisch für den Tag.

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Eine redliche Maulschelle hat noch keinem geschadet!

Wohlgelaunt zum Einkaufen in den nächsten EDEKA-Markt marschiert, da sogleich das erste Malheur des Tages, in der Fleischabteilung. Hühnerhirn ist alle, ich protestiere lautstark, schlage mit dem Stock auf die Vitrinen, fordere Rechtfertigung des Geschäftführers. Als das Männlein vor mir steht lasse ich meinem gerechten Zorne freien Lauf, schreie ihn an, dass die Dosen aus den Regalen fallen und die Verkäuferinnen sich unter der Ladentheke verstecken. Schließlich wird ein Lehrbub geschickt, um Hühnerhirn aus einer anderen Filiale zu besorgen, na bitte, warum nicht gleich so. Vorsorglich verpasse ich dem Knaben eine herzhafte Maulschelle, damit er erst gar nicht auf die Idee kommt, bei dem Botengang zu trödeln, sapperlot.

Bis zu seiner Rückkehr halte ich den Geschäftsführer am ausgestreckten Arme am Schlafittchen gepackt, damit der Lump sich nicht still verdrücken kann. „Sörwis“ wird hier offensichtlich klein geschrieben, sapperlot!

Später dann, mit leckerem Hühnerhirn und einer Tüte Innereien ausgestattet, das nächste Ärgernis an der Kasse! Vor mir eine lange Schlange halbwüchsiger, die allerlei Schoko-Krimskrams, wohl für den Pausenhof, erstanden haben. Sogleich mache ich vom Recht des Alters gebrauch und gehe bis zum ersten Platz an der Kasse vor. Feurio, ein altkluges Mädel von etwa 15 Jahren mit einem albernen „Schägewara-Hemd“ protestiert lautstark und kassiert dafür die zweite Maulschelle des Tages. Ein Bube der unverschämt bemerkt, das man keine Damen schlage, erhält die dritte und den Hinweis, das es sich nicht um eine solche handele.

Später dann ein kurzer Besuch bei Kaplan Bertrams, dem ich Eigensucht und fehlende Manieren der heutigen Jugend vorklage. Geistlicher Beistand richtet mich wieder auf, sapperlot. Der Herr Kaplan bemerkt, dass die Welt noch nicht gänzlich verloren wäre, solange es so anständige Menschen wie mich gibt. Ich erbitte den Segen für mich und meinen Stock und trinke mit dem Herrn Kaplan noch einen Wacholder.

Moralisch gestärkt sehe ich nun dem weiteren Tage entgegen.

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Redliches Tagebuch

Gastronomische Höhepunkte in der „Parkklause“

Werte redliche Heimseitenbesucher,

die Düsseldorfer „Parkklause“ hat einen „Sternekoch“ eingestellt und konnte ihr kulinarisches Programm damit erheblich erweitern, sapperlot.

Es handelt sich um einen Herrn, der bei der Fremdenlegion an der Gulaschkanone diente – im Rang eines Hauptgefreiten d.h. auszeichnet mit einem Stern auf den Schulterklappen.

Kuhfuß

Gustiös!

Folgende Spezereien sind daher ab sofort zusätzlich auf der Karte zu finden:

Eine ganze rohe Kartoffel mit Tütensenf oder Zimt 12,50

Kuhfuss auf einem Bett aus Klee 19,-

Schweinenase mit einer Soße aus Kondensmilch 18,-

Kniescheibe vom Hammel gefüllt mit „Allerlei“ 17,50

Heureka, sicherlich allesamt kulinarische Hochlichter, die man nicht verpassen sollte, sapperlot. Vergessen Sie nicht, noch heute einen Tisch zu reservieren.

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Klassiker, Kulinarisches

Kopfweh vom Kamillentee

Werte redliche Heimseitenbesucher,

gestern mit den Herren von Friedel und von Angmar nach der Messe noch einen kleinen Abstecher in die „Parkklause“ unternommen, auf „einen kleinen Kamilentee“.

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Tee war hervorragend und der Herr von Angmar schlug vor, zur geschmacklichen Aufwertung noch jeweils einen kleinen „Wacholder“ zu bestellen. Erste Bedenken sind schnell überwunden, so dass gegen 17.00 die Gläser erneut befüllt werden.

17.10 Runde des Herrn von Friedel auf „Die Dragoner“

17.15 Runde meinerseits auf „Die Marine“

17.20 Runde des Herrn von Angmar auf „Die Kaiserliche Infantrie“

17.25 Gemeinsame Runde „Auf seine Majestät“

17.30 Gemeinsame Runde „Auf den Kaiser“

17.35 Runde des Herrn von Friedel auf „Unseren geliebten Souverän“

17.40 Runde von Klotz/von Angmar „Auf das schöne Wetter“

17.45 Runde des Herrn von Angmar „Ein letztes Glas bevor wir gehen“

17.50 Runde meinerseits, so genannter „Absacker“

17.50 Runde des Herrn von Friedel „Auf das Vaterland“

17.55 Runde des Herrn von Angmar „Auf unser Vaterland“

18.00 Runde meinerseits „Ein letztes Glas aufs Vaterland, bevor wir zahlen“

18.05. Gemeinsame Runde „Auf die Kameradschaft“, absingen heroischer Lieder

18.10 Letzte Runde des Tages

18.11 Runde von irgendwem „Auf den Beginn der neuen Minute“

18.12 Weitere Runden „Auf den Beginn jeder neuen Minute“

Ab 18.30 weitere Runden auf irgendwas, nachspielen prägender Kriegserlebnisse über Tisch und Bänke, unter Einbeziehung der anderen Gäste.

…19.00 oder so, Trinken Schnaps direkt aus der Flasche, Herr von Angmar feuert mit Revolver in die Decke, Gäste verlassen die Parklause

…irgendwann, Wirt ist entfleucht, überall Flaschen…keine Munition mehr..Trinken noch „Eine letztes Glas“, versuchen selbst die Zeche auszurechnen. Herr von Friedel errechnet für alle zusammen 4,75 „oder so“. Potzdonner, ich knalle generös 5 Euro auf den Tisch, dann verlassen wir redlichst die verwüstete Stube.

Heute seltsamerweise leichtes Kopfweh, ebensolches Befinden bei den anderen Herren, wie mir telefonisch versichert wurde. Erneuter Beweis dafür, das „Quertrinken“ nichts bringt, sapperlot. Den anfänglichen Kamillentee hätte man unbedingt weglassen müssen!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Die bessere Gesellschaft, Gesundheit

Diabolischen Antänzer zu Fall gebracht

Werte Heimseitenbesucher,

manch einem steht der Haderlump ins Gesicht geschrieben und ohne jeden
Zweifel ist ein gut informierter Herr wie ich stets in der Lage, einen dreisten Gauner
bereits im Ansatz als einen solchen zu enttarnen, sapperlot.

So geschehen heute in der Bäckerei Pfannkucher, in der ich ein Gespräch zwischen
Frau Sobottke, der Inhaberin des Tanzschule Sobottke, und einem unbekannten
Herrn verfolgen konnte, der sich in dem Gespräch um eine Stelle als „Antänzer“
bewarb. Ein Antänzer indes, ist ein trickreich beschwingter Taschendieb vor dem
Kölner Hauptbahnhof, wie ich aus den Gazetten der letzten Tage lernen durfte,
Potztausend!

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Sogenannte „Antänzer“

Da hier also akute Gefahr im Verzug war, bewies ich abermals Geistesgegenwart und täuschte SELBER mit einem fröhlichen Lachen auf den Lippen einen plötzlichen

Anfall von unkontrollierter Tanzeswut vor. Schwungvoll und immer schwungvoller drehte
ich mich um den Stehtisch, packte diesen endlich, ließ ihn sodann zentrifugal abheben und
um mich kreisen um ihn dann schließlich – mit einem fröhlichen „Juche“ und dem schweren,
eisernen Fußteil voran – mit im Rheinland so genannten „Schmackes“ gegen die Kniescheiben
des Hallodris zu schleudern.

Es knackte sogleich, laut und herzhaft – und verkündete glasklar: die Tanzkarriere dieses Herrn
würde erst einmal auf unbestimmte Zeit beendet sein, harhar!

Nur meiner lauten, an der tosenden See erprobten Kommandostimme war es zu verdanken,
dass ich das nun einsetzende Wehklagen und Geschrei noch übertönen konnte, indem
ich, ganz Kavalier der alten Schule, meine Mütze abnahm, vor Frau Sobottke einen leichten
Diener andeutete und sie mit einem Augenzwinkern lautstark wissen ließ: „Ich tat es für Sie
Madame, für Sie, NICHT jedoch für die Stadt Köln, sapperlot!“

Danach verließ ich die Bäckerei ohne mich auch nur einmal umzudrehen – jedoch mit dem guten
Gewissen, durch meinen Einsatz ein weiteres mal eine schwere Straftat, am Ende gar eine Gewalttat,
vereitelt zu haben. Wie schön, sapperlot!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Diabolisches

Höchste Pflegestufe

Werte Heimseitenbesucher,

„Kommen Sie nur, kommen Sie“ rufe ich mit einem herzlichen Lachen im Gesicht und drücke dem
Herrn vom Amt anerkennend die Schulter, als er auch die letzte Stufe meiner steilen Treppe in den
ersten Stock überwunden hat. Sogleich verwandelt sich mein Griff aber auch in einen eisenharten
Schraubstock, der sicherstellt, dass der Herr nicht vor der Zeit den Rückweg nach unten antreten kann,
sapperlot. „Und nun schauen sie mein Guter“ kommt es über meine noch immer freundlich lächelnden
Lippen „Wir stehen nun direktemang auf meiner Pflegestufe, sogar auf der allerobersten, harhar. Und
sie wollten mir nicht glauben, dass ich bereits eine besitze!“. Der schmächtige Herr mit der Brille windet sich
etwas unter meinem eisenharten Griff, den ich nun langsam in Richtung seines Genicks verlagere und
beginnt zögerlich seinen Einwand wie folgt zu formulieren: „Also Herr von Klotz, ich verstehe nicht ganz…
wie gesagt müssen wir jetzt ernsthaft über eine Heimeinweisung…sie wissen doch, dass…“, doch da
unterbreche ich ihn mit einem sanften Knuff gegen das Schultergelenk, dass es unter dem Pullover knackt,
ziehe in ganz dicht an mein Gesicht und lasse ihn in meine Augen starren, die nun eine dramatische Wandlung in stechende, kleine Punkte durchmachen. „Und wollen sie denn gar nicht wissen, WARUM ich dies meine oberste Pflegestufe nenne, sapperlot?“ zischt es durch meine nur noch aus einem Spalt bestehenden Lippen und bevor der Kerl sein heiseres „Ja..aber..“ zu Ende gehaucht hat, bricht es aus mir heraus, laut wie ein Donnerschlag, dass die Bilder an der Wand sich von selber schief stellen „Ich nenne diese Stufe so, weil ich von hier aus jeden Lulatsch, der es wagt mein Haus mit irgendeinem Kokolores zu betreten, hinunter zu stoßen pflege, sapperlot!“.

Und kaum dass das Wort geendet ist, gebe ich dem Hallodri einen Stoß vor die Brust, dass er die erste Hälfte der Treppe im freien Fall überwindet, bevor er in der Mitte hart aufsetzt und sodann unter den tollsten Kapriolen und Überschlägen den Weg bis ganz nach unten zurücklegt. Dort liegt er erst einmal wie ein Käfer der alle Beinchen von sich gestreckt hat, wobei eines der Beinchen so abgewinkelt ist, dass ich nicht umhin komme, den Herrn ob seiner anatomischen Geschicklichkeit zu loben. Freundlichst lüfte ich sodann die Kappe und rufe hinunter, dass ich mich nun zu einem kurzen Mittagsschlaf zurückzuziehen gedenke und man kenne ja den Ausgang selbst nicht wahr?
Indes, sollte noch weiterer Gesprächsbedarf bestehen, so soll der gute Mann einfach liegen bleiben, damit wir NACH meinem Mittagsschlaf noch über die so genannte PFLEGEZUSATZVERSICHERUNG schwadronieren können, sapperlot.

Danach drehe ich mich, ohne ein weiteres Wort zu verlieren auf dem Absatz um und begebe mich in mein Schlafzimmer,  um zu notieren, solange die Erinnerung noch frisch ist: „Daran denken: nach Schlummer schauen, ob Lulatsch noch vor der Treppe liegt! Wenn ja, wie versichert nochmals nach oben tragen und zusätzlich Pflege angedeihen lassen!“
Leider muss ich mir immer häufiger derlei Dinge aufschreiben, das Gedächtnis lässt immer weiter nach und es ist eine Schande wie der Staat verdiente, redliche Senioren wie mich gänzlich ohne Hilfe alleine wohnen lässt, dem Schicksal ganz überlassen. Irgendwann einmal werde ich vielleicht die Treppe hinunterfallen, ich mag mir gar nicht ausmalen, wie so etwas aussehen könnte, sapperlot!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack, Gesundheit

Phobisches Mittagessen (lecker)

Werte redliche Brettbesucher,

pünktlich zur Mittagszeit, betrete ich voller Elan die Düsseldorfer Parkklause und suche mir sogleich einen strategisch gelegenen Tisch an der Tür zum Hinterzimmer – ist mir doch bekannt, das hinter der geschlossenen Türe heute wieder das monatliche Treffen der „Anonymen Phobiker“ abgehalten wird, sapperlot!

Kaum hat Herr Luigi, der Pächter der redlichen Parkklause, den versammelten Phobikern das Mittagessen hereingebracht, begebe ich mich auf alle Viere und beginne zaghaft an der Tür zu kratzen, wobei ich das das herzerfrischende Maunzen einer jungen Katze imitiere.

Ich muss indes recht überzeugend sein, kann ich doch durch die Türe Wortfetzen erhaschen, die in freudig-belustigtem Tonfall das „niedliche Kätzchen“ zum Thema haben. Als endlich ein Stuhl gerückt wird und einer der Herrschaften sich der Türe nähert, wird es Zeit die so genannte „Metamorphosierende Phase“ einzuleiten.

Das niedliche Maunzen wird jäh abgelöst von einem unheilvollen Gurgeln und Würgen, der Tonfall wird tiefer, lauter und bedrohlicher, bis es sich schlussendlich anhört, als wäre der Leibhaftige persönlich in das Katzentier gefahren. Zudem kratze ich nunmehr nicht mehr an der Unterseite der Tür, sondern unmittelbar neben der Türklinke, was nur durch ein beachtliches Wachstum innerhalb von Sekunden zu erklären wäre, sapperlot.

Als Höhepunkt der Schelmerei, lasse ich nun zudem meine Stimme erklingen,
indes als eine Mischung aus Katzenlauten, menschlicher Stimme und gurgelndem Knurren.

„Grrrlllleich…“ gurgelt es aus mir heraus, während ich hart auf die Türklinke schlage, „..komme ich.. herrrein!!!“

Potzdonner und Paukenschlag, im Hinterzimmer kommt Bewegung in die Sache und ich höre deutlich das Umstürzen von Stühlen, wilde Schritte sowie berstende Blumentöpfe, die wohl beim Sturm auf die Fensterbank zu Boden geworfen werden. Die Herren Phobiker setzen offenbar kollektiv zur Flucht aus dem Fenster an, harhar.

Einen Moment noch herrscht Tumult, dann jedoch ist es vorbei und ich öffne vorsichtig die Türe. Im Hinterzimmer erwarten mich eine reichhaltige Auswahl an frischen Speisen und Getränken, wobei ich mich für ein Wiener Schnitzel mit Frittierstangen, sowie ein frisch gezapftes Bier vom Fass entscheide. Das Wissen darum, dass mich dieser Schmaus keinen Heller kosten wird, lässt das Mahl gleich doppelt vergnüglich werden, sapperlot.

Beim Hinausgehen vergessen ich es natürlich nicht, den Herrn Luigi auf die neuerliche Flucht der Anonymen Phobiker und deren kollektiven Zechprellerei hinzuweisen, was unbedingt durch eine Anzeige zu ahnden wäre, „…WENN es nicht unser Christliches Gewissen einfordern würde, diesen armen, verstörten Menschen noch eine allerletzte Chance einzuräumen!“

Ich möchte ja schließlich auch im kommenden Monat noch lecker essen gehen, sapperlot!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Der Seesack, Erbauliches, Kulinarisches

Mein schönstes Kriegserlebnis, Teil II

Werte redliche Heimseitenbesucher,

es war im Jahre 1916. Mein alter Freund, der Kapitän Harmsen, schickte sich an die Blockade in der Beeringstraße zu durchbrechen, um den Kaiserlichen Truppen in den Kolonien Nachschub an Zahnseide und Schuhpolitur zu bringen.

Heureka, Planung war das A und O, führte sein Weg doch geradewegs durch ein tükisches Minenfeld, welches der Feind vor der Küste angelegt hatte.

Drei Tage und drei Nächte brüteten wir über den Seekarten, beobachteten mittels Sekstanten den Sternenhimmel, führten die kompliziertesten Berechnungen durch, bis der Kurs der „Seemöve“ endlich stand. Heureka, wie schön! Wir waren die größten!

„Nur ein halbes Grad Abweichung..“ sagte Kapitän Harmsen „…und der Klabautermann bekommt uns mit Mann und Maus, da gibt es kein Vertun! In dem tückischen Minenfeld wird auf Navigationsfehler kein pardon gegeben!“

Doch sowohl dem Kapitän als auch der Mannschaft war klar, dass das Wagnis in Angriff genommen werden musste. Kaiserliche Truppen ohne Schuhpolitur – diese Vorstellung trieb auch den hart gesottensten Seemännern die Tränen der Ergriffenheit in die Augen, sapperlot. Zu Dutzenden meldete man sich freiwillig für diese Mission.

Parbleu, ich habe noch genau vor Augen, wie die „Seemöve“ aus dem Hafen fuhr, während die Kapelle „Muss I denn zum Städele hinaus“ spielte. Auf der Brücke stand Kapitän Harmsen, wie ein Fels erstarrt, die Hand zum militärischen Gruß an die Hutkante gelegt.

Auch wenn er ehrfurchtsvoll schwieg, so konnte ich es in seinen Augen lesen: „Ein halbes Grad nur und es ist aus, Potzdonner! Nun heißt es sklavisch auf den errechneten Kurs und den Himmel vertrauen!“

Heureka, auch wenn ich den exakten Kurs mitberechnet hatte, teilte ich die Ansicht, dass auch der Himmel ein Wörtchen mitzureden habe. Ich hatte daher in der Nacht zuvor, ohne das Wissen meines Kameraden, eine herrliche Marienstatue an Bord gebracht, ganz aus reinem Eisenerz und diese direkt neben dem Kompass versteckt.

Ich stand am Quai und salutierte redlichst zurück und änderte diese Stellung erst, als die „Seemöve“ am fernen Horizont verschwunden war. Das war das letzte, was ich von dem Schiff und meinem Freunde, dem Kapitän Harmsen gesehen habe.

„Sä la Gärr“, wie der Franzose sagt.

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Der Seesack, Redliche Kriegserlebnisse

Kartoffelernte gerettet!

Werte Heimseitenbesucher,

ein Spaziergang bei flirrender Hitze über die Felder, Heureka, da denkt man zurück
an die schönen Zeiten in Tobruk und das Herz lacht im Leibe. Jäh unterbrochen wird
mein redlicher Spaziergang jedoch beim Anblick eines so genannten, „Bäuerlichen
Wasserwerfers“ welcher völlig ohne Aufsicht und ohne Unterlass etliche hundert Liter Wasser
auf die Kartoffelpflanzen feuert, so dass die Ernte zu ertrinken droht! Potztausend, sofort
steht mir die Lage voll umfänglich vor Augen – wird doch der vergessliche Landmann gewiss zur
Brotzeit geeilt sein und dabei völlig vergessen haben, den diabolischen Dieselmotor abzustellen,
welcher nun – vielleicht bis in die Abendstunden hinein (!) – ohne jegliche Kontrolle das kostbare
Nass auf die Felder verteilen wird. Feurio, sogleich versuche ich das Ungetüm zum Schweigen
zu bringen, indes ist der Schaltkasten abgeschlossen, wahrscheinlich damit kein Unbefugter Hallodri
widerrechtlich an der Maschine hantieren kann. Welch fataler Fehler offenbart sich dort, da nun
selbst ein umfassend befugter Herr wie ich den Apparat nicht nicht zum Stillstand bringen kann!

Zum Glück jedoch entdecke ich mit geschultem Auge, dass zwar das Steuerpult, nicht jedoch
der Dieseltank verschlossen wurde, sapperlot! In windeseile schütte ich Sand, kleine Zweige und
5 Tüten Zucker, welche ich im Cafe Heinemann eingesteckt habe, in den Tank und bete dabei
laut zur lieben Himmelskönigin, auf das die Ernte doch noch gerettet werde. DA! Mit einem
furchtbaren Gurgeln, welches dem alten Frontkämpfer sagt, dass es das unwiderruflich  „gewesen ist“,
gibt die Maschine den Geist auf und der Strahl des kostbaren Wassers bricht ab!

Heureka!!

Einen Moment verharre ich noch in stiller Freude, dann setze ich meinen Weg entlang des
Feldes mit welkem Kartoffelkraut fort. Die gnadenlose Sonne setzt den Pflanzen wohl sichtbar zu,
jaja, so ist der Lauf der Dinge, wie ich mit einem leisen Seufzer quittieren muss.

Das ich es war, welcher seine Ernte gerettet hat, wird das Bäuerlein wohl nie erfahren, harhar,
im Himmel jedoch, wird auch darüber redlichst Buch geführt werden. Eine schöne Gewissheit, sapperlot!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles, Der Seesack

Bei der MPU

Werte Heimseitenbesucher,

wie angekündigt, habe ich mich nach dem kaum erwähnenswerten Zwischenfall mit
meinem Porsche in der so genannten „Spielstraße“ heute zu einer so genannten
MPU eingefunden, damit die Herren Mediziner und Verkehrsexperten noch etwas
von mir lernen können, sapperlot.

Parbleu, als ich den großen Saal betrete, erblicke ich direktemang eine Horde von offensichtlichen Trinkern,
Blödianen und Tunichtguten, die anscheinend ebenfalls zu dieser Untersuchung geladen wurden,
um einen gewissen Kontrast zu meinen hervorragenden Ergebnissen zu schaffen!

Um das so genannte „Eis“ zu brechen, lüfte ich freundlichst den Hut und nenne die versammelte Baggage
lachend „Eine Horde von Trinkern, Blödianen und Tunichtguten“, allerdings ohne den gewünschten Erfolg.
Ich tippe sogleich mit dem Finger an die Stirne und mache zudem das allseits bekannte Zeichen von
Ballaballa, um die allgemeine Humorlosigkeit abzustrafen.

Dann nehme ich an einem der Pulte platz und betrachte den so genannten „Fragebogen“, welchen ich nach
bestem Wissen und Gewissen auszufüllen habe.

„Rote Ampel? Gilt nicht für mich!“

„Tempo 30 Zone? Gilt nicht für mich!“

„Vorfahrtsregelung? Von Amts wegen immer auf meiner Seite“

„Fahradfahrer von links? Linke immer sofort auf die Haube, ansonsten ignorieren!“

Mit heiterem Ernst gehe ich durch die Fragen, welche allesamt für mich ohne jede Relevanz sind,
da Amtspersonen meines Kalibers natürlich von jeglicher kleinbürgerlichen Ordnung befreit
sind, sapperlot. Ein entsprechendes Papier mit der Unterschrift von Paul von Hindenburg
führe ich selbstverständlich immer zur Legitimation mit mir.

Um dabei die trockene Kehle zu ölen, nehme ich einige große Schlucke Marillenlikör aus
meiner Feldflasche, mit der ich wiederum einen Anlauf wage und den versammelten Herrschaften,
inklusive Prüfern, zuproste. Auch hier zeigt sich erneut die völlige humorlosigkeit dieses Packs,
welches ich daraufhin – sehr zutreffend, möchte ich meinen – als „Pack“ beschimpfe.

Als endlich die Stunde um und die Feldflasche leer ist, erhebe ich mich schwankend und knalle
den versammelten Herrschaften meinen Bogen auf den Tisch. „Bestanden“ rufe ich und funkel
die Experten dabei böse an um ihnen direktemang deutlich zu machen, dass eine Auswertung in
meinem Falle gänzlich unnötig sein wird, sapperlot.

Sichtbar eingeschüchtert von meiner Marillenlikör durchdämpften Stimme, wagt es nur einer
der amtlichen Filous kurz das Wort zu ergreifen, bevor ich ihn auch schon gepackt und im
Schwitzkasten mit zum Parkplatz geschleift habe.

Nach einem wahren Höllenritt mit 110 Stundenkilometern im ersten Gang, quer durch die
Spielstraße am Hollunderbusch und über den benachbarten Spielplatz hinweg, wo es mir doch fast
gelingt, einen arbeitslosen Dschankie zu überfahren, liefere ich den den bleichen Herrn von
der MPU Stelle wieder vor seiner Amtsstube ab.

Zitternd, mit geweiteten Augen, ringt er deutlich um passende Worte, welche ich ihm sogleich
aufs redlichste souffliere. „Bestanden, nicht wahr?“ brülle ich ihn schneidigst an und
lege ihm dabei meine Hand auf die Schulter, dass er in den klappernden Knien einknickt.
„Bestanden mit Auszeichnung, alles andere wäre töricht NICHT WAHR, POTZTAUSEND?“

Als er nickt, zieht ein Lächeln über mein Gesicht und ich verpasse ihm sanft einen harten
Stoß vor die Brust, so dass der Herr auf dem Rasen platz nimmt.

„Na bitte!“ Rufe ich erfreut. „Wie nicht anders zu erwarten war!“

Nun muss ich mich allerdings sputen, steht doch noch ein Besuch bei dem Herrn
Ambrosius Wahnfeuer an, den ich während meines letzten Sanatoriumsaufenthaltes
kennenlernen durfte. Er will mich heute in die hohe Kunst einführen, in abgelegenen
Papiercontainern Feuer zu entfachen, welches „keinem schaden kann, außer den
Trapezoiden Störenfrieden“ welche sich gerne in solchen Behältnissen einnisten,
nachdem ihnen der Sprung in unsere Dimension geglückt ist. Heureka, wie spannend
und nützlich zugleich!

Ich beschließe, als Abkürzung die A40 in Gegenrichtung zu benutzen.
Praktisch völlig ungefährlich, wenn man dabei konsequent auf dem Seitenstreifen bleibt
und mit Fernlicht fährt, wie jeder erfahrene und geistig gesunde Automobilist wird bestätigen
können!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

Kategorien: Aktuelles

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