Der liebe Kaiser

Die rechte Zeit

K. u. k modert nahezu führungslos, der Brite ist mehr als eine Ärmelkanallänge entfernt, der Russe weiterhin suspekt und mit dem osmanischen Despoten betreibt man ein für beide Seiten fruchtbares Zweckbündnis. Zudem sprießt der Terrorismus. Kurzum: ganz Europa gleicht einem Pulverfass. Wenn der Kaiser alsbald zurückkommt, wird er sich sogleich bestens zurechtfinden.

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Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Historische Exkurse

Ich werde nicht gelber Kaiser!

Der Kaiser von Japan ist ja bekanntermaßen Amtsmüde, weswegen der werte Herr Schnabel mir, völlig folgerichtigerweise, die Amtsnachfolge antrug.

ein durchaus vortrefflicher Gedanke. Ich müsste wohl lügen, würde ich mir anmaßen zu behaupten, dass ein solches Kaiser-Amt nicht stets einen gewissen Reiz ausübt. Zumal der Souverän in Japan ja bekanntermaßen als gottgleich gilt, was sich stets recht günstig auf den sozialen Status und die Bonität bei Aufnahme eines Kredits auszuwirken pflegt. Ich weiß schließlich wovon ich spreche, werde ich doch im fernen Amazonas-Gebiete bei den Blähi-Indios seit Jahr und Tag als Gottheit verehrt (man nennt mich „Der wie zehn Monsune donnert“).

Kurzum: das Amt würde sich auf den ersten Blick ganz vortrefflich in meinem Portfolio machen, zumal ich dem einzig wahren Kaiser und dem richtigen Allmächtigen mit dieser schönen Ämteranhäufung kaum ins Gehege käme – schließlich „zählen“ heidnische Ämter allenfalls als Annehmlichkeiten ohne echten sakrosankten Mehrwert.

Dem sei nun wie ihm wolle: Bei näherer Betrachtung ist es mir – allen Annehmlichkeiten zum Trotze – doch ganz unmöglich, den besagten Posten anzutreten. Ich habe mich einmal probehalber in der landestypischen Tracht gewandet und ich muss schon sagen: selbst für die Verhältnisse einer asiatischen Gottheit biete ich einen selten albernen Anblick, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Diabolisches

Die Helm-Mode der Saison

Kopfbedeckungen mit Raubvogel-Aufsatz – ein wahrhaft zeitloses Accessoir und auch in diesem Frühjahr wieder der letzte Schrei im urban-kaisertreuen Subkultur-Milieu.

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Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Die bessere Gesellschaft, Redliche Lebenshilfe

Wahltag. Eine Nachbetrachtung

Wertes Wahlvolk,

ich persönlich pflege beim Urnengange schon seit Jahr und Tag exakt dieselbe Praxis: ich mache drei Kreuze und erwarte weiterhin sehnlichst die Rückkehr unseres geliebten Kaisers.

Freilich kommt man um eine Beobachtung des Ausganges dieser verzichtbaren Volksvergnügung nicht umhin. Ich muss schon sagen – die meiste Verwunderung bescherte mir der partiell durchaus recht durchschlagende Erfolg der grünen Hallodris.

Sieht man den unübersehbaren Tatsachen ganz nüchtern ins Auge, so hat diese Partei von unverbesserlichen Kaulquappen-Nummerieren doch ihre Daseinsberechtigung schon vor Jahren verloren. Schließlich ist die durchaus sinnvolle Disziplin der Mülltrennug schon längst in der deutschen Lebenswirklichkeit angekommen und jedermann bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

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Mülltrennung – eine deutsche Kerndisziplin

Vor kurzem hat man gar ein Bakterium entdeckt, welches sich von Kunststoff und Plastik ernährt. Dergleichen war mir selbstredend schon intuitiv bewusst, weshalb ich meine Einkaufsbeutel schon seit Jahren im Walde entsorge, wo bekanntermaßen von Natur aus Unordnung herrscht und sich garstige Bazillen daher mannigfach tummeln.

Auch sonst leuchtet die korrekte Kehricht-Lese glasklar ein: Altbatterien gehören auf die Heide und dienen dort dem possierlichen Duracell-Häschen als Nahrung. Der ganze Rest wird im Klosett heruntergespült – so ist sichergestellt, dass die Atlantis-Meermenschen stets über ausreichendes Baumaterial für ihre Unterwasserhütten verfügen.

Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist selbstverständlich der braune Biomüll – dieser kommt bekanntermaßen nach Sachsen-Anhalt, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Historische Exkurse, Zur Weltpolitik

Prosit Neujahr!

Hochgeehrte Damen und Herren!

Die Welt feiert den Tag des heiligen Silvesters und das neue Jahr – wir redliche Christen sind da keine Ausnahme, Potztausend! Ich persönlich werde den heutigen Abend im Beisein meines mittlerweile halbvollen Urinsammelbehälters, meines schnieken Hörgerätes wie auch meiner löblichen, rezeptpflichtigen Demenzmedikamente geniessen. Selbstverständlich gehören auch sogenannte „Vorsätze“ zur alljährlichen Silvesterprozedur, hierzu zählen nicht etwa die vorsätzliche Körperverletzung wie das Zünden gehörschädigender Feuerwerkskörper durch vorbestrafte Jugendliche: nein, es handelt sich um banale Bestrebungungen, welche für das nächste Jahr geplant sind.

Meine Vorsätze sind redlicherweise: noch löblicher, noch christlicher, noch kaisertreuer und noch frommer zu werden. Wohl wahr, einige überaus komplizierte Aufgaben, wenn man bedenkt, wie löblich, christlich, kaisertreu und fromm meine Wenigkeit doch bereits ist, Sackerlot. Seien Sie froh, geschätzter Leser, dass Sie sich nur mit solch überaus simplen Vorsätzen wie dem Verlust einiger Pfunde beschäftigen müssen! Wenn man das seinige Dasein so nahe der Perfektion fristet, wie man es als Dr. Waldemar Drechsler leider zu tun pflegt, so fallen einem die guten Vorsätze nicht mehr so leicht in den redlichen Schoss, gell. Welch ein Frust mein Leib bei diesem Gedanken durchfährt!

Frustriert ob seiner Existenz nahe der ultimativen Perfektion,
Dr. Waldemar Drechsler

Kategorien: Aktuelles, Der liebe Kaiser, Die bessere Gesellschaft, Dr. Waldemar Drechsler gibt sich die Ehre

Mein schönstes Kriegserlebnis

Werte Heimseitenbesucher,

an dieser Stelle soll Ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Ihre schönsten und herzerwärmensten Kriegserlebnisse mit der geneigten Netzgemeinde zu teilen. Schwelgen Sie ruhig in wohliger Nostalgie und lassen Sie uns allesamt an jenen Erinnerungen teilhaben, in welche Sie sonst nur mit dem innersten Kreis Ihres Stammtisches einweihen. Ich möchte selbst den Anfang machen.

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Ich entsinne mich noch trefflichst, fast, als hätte es sich vor fünfzig Jahren zugetragen.

Unsere Einheit war versprengt, in ungeordneten Teilen hatten wir uns in einem Schützengraben vor Verdun verschanzt, der Engländer befand sich unmittelbar visavis. Tagein, tagaus pflegte das Artilleriefeuer über uns hinwegzupfeifen, dass es eine wahre Freude war.
Das schlimmste an unserer Situation war jedoch zweifellos: ich war der letzte überlebende der dritten Schreibstuben-Einheit, eine bestens ausgebildete Elite-Truppe heldenhafter Bürokraten.
Ohne unser Zutun wäre ein ordnungsgemäßer Kriegsverlauf kaum denkbar gewesen, ob der famose Paragraf 34 der Leipziger Schusswaffenverwesungsverordnung (Nachladeintervall mindestens 3,6 Sekunden) oder der Reichskonservendosenerlass (Rechtsdrehende Öffnung verbindlich) – wir hatten darüber zu wachen, dass auch im Kriege alles seine Ordnung hatte.

Nun befanden wir uns in diesen Tagen in einer garstigen Patt-Situation: zwar war uns der Gegner sowohl zahlenmäßig, als auch vom Munitionsvolumen deutlich unterlegen, jedoch reichten die Farbbänder meiner Reiseschreibmaschine lediglich, um einen Schützengrabenausfallbefehl mit einfachem Durchschlag zu erstellen – jeder halbwegs vernünftige Mensch wird verstehen, dass ein derart schludrig erstellter Befehl keinesfalls Rechtskraft erlangen kann. Zudem (und fast noch schlimmer) war die Stempeltinte fast aufgebraucht.
Somit blieb mir kaum eine andere Wahl, als aufs Entschiedenste auf ein Aussetzen des Angriffes zu insistieren, bis die Feldpost ein neues Farbband und Tinte zu liefern imstande war. Ganz im Sinne des Kaisers, möchte man meinen.

Jedoch bekam ich es mit dem größten Feind in den eigenen Reihen zu tun: dem garstigen Feigling, in diesem Falle mit dem Obergefreiten Hans Bestfleisch:

[Bild: cjf7dt26z57jfx9k4.jpg]

Entgegen meiner ausdrücklichen Diestanweisung wartete dieser heimtückische Lümmel schlicht ab, bis ich mich zur Ruhe gelegt hatte, um einen Angriff auf die Stellung des Feindes zu organisieren und diese sozusagen „im Handstreich“ zu nehmen.

Groß war meine Überraschung am nächsten Morgen, wie der geneigte Leser sich sicher ausmalen kann.
Nun, den Schaden hatte ich zu tragen – mühsam musste ich den in Gefangenschaft geratenen Feinden neue Waffen aushändigen, um sie abermals in ihrer Stellung anzusiedeln, welche ohne legale Grundlage eingenommen wurde – ein untragbarer Skandal für Kaiser und Vaterland.
Über den garstigen Quasi-Deserteur Bestfleisch verfasste ich indes umgehend eine gepfefferte Protestnote mit Antrag auf ein Disziplinarverfahren . Wie erfreulich, dass die Satzung hierfür bloß einen Durchschlag vorsah.

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