Monatsarchiv: Mai 2013

Meilensteine meiner Familiengeschichte, Teil II

Das antike Griechenland: Der bis dato nicht in Erscheinung getretene Philosoph Achilles-
Pythagoras Frydlopoulos begründet die philosophische Strömung des „Zucht-und-
Ordnungialismus“ (ἀκρίβεια-ἀκρῑβής δείκνῡμι).

Achilles-Pythagoras Frydlopoulos in einer zeitgenössischen Darstellung (Fragment)

Schon Jahre zuvor forschte dieser große Denker der Antike an einem wirksamen Mittel, die
lottehafte Jugend für die Belange des Staates zu interessieren, während diese ihm eine lange
Nase zog und sich der Muße hingab.
Erst der Zufall bringt ihn der Lösung näher. Als er, auf seinen Gehstock gestützt, missmutig
durch die Straßen Athens spaziert, stößt er mit diesem versehentlich an einen
seinen Rausch ausschlafenden Jugendlichen. Als dieser mit lautem Schmerzensgezeter
aufspringt, und sich somit zum ersten Mal an diesen Tag bewegt, ruft Achilles-Pythagoras
„Heureka!“
Umgehend stellt er den ersten seiner zehn, später in einer Fibel zusammengefassten Lehrsätze
auf:

„Und so scheint es, dass der Stock und das Jungmannen-Gesäß in einer eigentümlichen
Beziehung stehen: berührt der Eine das Andere, so ist ein Energieschub die Folge. Der Erste
ist, um dem Zweiten ein Antrieb zu sein.“

Später gelingt es ihm, seine Ontologie noch zu verfeinern:

„Und so scheint es, als haben einige zackige Worte, in ebenso zackigem Tone, eine zusätzliche
Wirkung. Stock x Zucht = ordentlicher Jungmann! Heureka!“

Nachdem man diesen großen Denker infolge einer infamen Intrige garstiger halbstarker
Sophisten aus Athen vertreibt, gründet er später seine Akademie auf dem Berg Zeter bei
Mordio. Leider kann er dort nur noch wenige Jahre lehren, bevor ihn bei der Demonstration
einer Standpauke der Schlagfluss ereilt. Sein Denken jedoch lebt noch heute fort in der
Sittengeschichte des christlichen Abendlandes.

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Kategorien: Familienchronik

Sonderangebote! Greifen Sie umgehend zu!

Hochgeschätzte Kundschaft,

Abermals erscheint mir die Zeit für gekommen, mich von einigen Exemplaren meines reichhaltigen Titelmagazines zu trennen, erwiesen sich diese doch zuletzt als besonders hartnäckige Einleger desselben, Potztausend!

Dabei handelt es sich bei der Unlust des geneigten Kunden, diese zu erwerben, respektive sich mit diesen zu schmücken lediglich um eine garstige Furcht, je, eine geradezu irrationale Furcht vor dem Extraordinären, welche den Titelhändler immerzu aufs Neune vor ein Rätsel zu stellen vermag.

Kommen wir also zu den redlichen Sonderangeboten:

Professor der Geologie

Stets als „langweilig“, sowie als „Titel für Verlierer“ verschrien, handelt es sich hier in Wahrheit um eine titeltechnische Köstlichkeit, welche gerade Ihnen, sollten Sie dem nachmaligen Anforderungsprofile entsprechen, Ihren weiteren Lebenswege nachhaltig versüßen könnte.

Ihnen fiel der Umgang mit Menschen seit jeher eher schwer?

Man beliebte Sie stets einen ungehobelten Klotz zu heißen?

Nun, handelte es sich bei dergleichen in Ihrem bisherigen Lebenswege stets um eine besonders garstige Verunglimpfung, so wird Ihnen mit dem Erwerb dieses keuschen Titels umgehend die Fähigkeit verliehen, solcherlei Dummsinn ohne weitere Gewissensbisse als Kompliment aufzufassen, ist doch gerade ein ungehobelter, und somit Naturbelassener Stein für einen redlichen Geologen von großem Interesse.

Weitere Vorteile liegen in diesem Falle auf der Hand (oder auf dem Stein, wie immer Sie wünschen):

–  Von nun an sollte es Ihnen ein Leichtes sein, besonders enervierende Zeitgenossen mit einem beherzten Steinwurf umgehend zu Schweigen zu bringen, sollten Sie bei der gewiss aus einer solchen Handlung resultierenden polizeilichen Vernehmung angeben, Sie haben an dem Klag beim Aufschlag lediglich zu überprüfen versucht, ob es sich um Gestein aus dem Jura, oder doch eher aus der Frühkreidezeit handele, so sollten Sie selbst bei einem bisweilen bei der Gegenseite auftretenden Schädelbasisbruch kaum rechtlich zu belangen sein.

–  Um redliche Urlaubsreisen werden Sie sich fortan kaum zu bemühen haben, ist es Ihnen doch ein Leichtes, sich von der Universität an die schönsten Orte des Erdballes entsenden zu lassen, um die dortige Gesteinsstruktur zu erforschen, sollte man hinterher Garstigerweise Ergebnisse von Ihnen verlangen, so finden Sie das nötige Gestein zur Not auch innerhalb Ihres Schrebergartens

–  Versteigern Sie eventuell aufgefundene, versteinerte Dinosauriergerippe gewinnbringend an den Meistbietenden

–  Entledigen Sie sich unliebsamen Besuchs auf einfache Art und Weise  – sobald Sie die Dias Ihrer letzten Forschungsreise nach Kleinasien vom Speicher holen, werden auch die hartnäckigsten Verwandten recht schnell eines vergessenen Termins gewahr

Sie sehen – bei diesem Titel handelt es sich um einen zu Unrecht schändlichst verschmähten solchen, zumal bei einem ausgesprochenen Dumpingpreis von nur 200 Euronen kaum Anlass zu eingehenderen Überlegungen besteht, greifen Sie umgehend zu, in diesem Falle handelt es sich beim Ruf dieses Titels in der Tat um mehr Stein, als Sein, Potzdonner!

Zeremonienmeister/in des Bestattungsinstituts Grundwurm

Hier haben wir es abermals mit einem schändlichst unterschätzen Exemplare innerhalb des breiten Reigens der verkäuflichen Titel zu tun, scheint doch in diesem Falle die unbegründete Scheu vor dem Tode an sich einige Hemmungen beim Kunden zu verursachen, dabei sind gerade hier zahlreiche Vorteile auszumachen, die sich dem ersten, zumeinst flüchtigen Blicke verschließen.

Sie waren schon immer ein Mensch, welcher zahlreiche, zumeist hochinteressante Geschichten zu erzählen hat, allein: die Zuhörer blieben aus?

Ich kann Ihnen an dieser Stelle versichern: sobald Sie Ihre Stelle antreten, werden Sie es mit dem geduldigsten Zuhörern zu tun bekommen, welche die Gattung Mensch zu bieten hat:

Keine Zwischenrufe, keine dummsinnigen Kommentare, kein ermüdetes Dreinblicken, und zudem eine ständig wechselnde Klientel, welcher Sie somit ohne Weitere Gewissensbisse exakt denselben Schwank ein weiteres Mal berichten können, und wir alle Wissen: eine wahrhaft redliche Geschichte wird bei jedem abermaligen Erzählen immerzu besser.

Insbesondere das Interesse der redlichen Damen unter Ihnen, werte Kunden, sollte ich hiermit zu wecken verstanden haben, denn gibt es eine verführerische Vorstellung für ein Frl., denn die Aussicht auf eine willige Hörerschaft?

Gerade für die Damenwelt ergeben sich beim Ankauf dieses Titels zahlreiche weitere Vorteile:

–  Endlich können Sie sich beim Umgang mit redlichen Herren völlig entspannen, haben Sie doch bei den hier vorhandenen solchen stets die sichere Gewissheit, dass Sie sich in diesem Falle kaum mehr sonderlich anzustrengen haben, um Ihr Gegenüber ins Grab zu bringen, hier trennen Sie lediglich einige Spatenstiche vom großen Ziel

– Hier können Sie endlich sämtliche Dekorationswünsche verwirklichen, welche Ihnen ihr Gatte stets untersagte, es wird Ihnen niemand dreinzureden versuchen, sollten Sie den soeben dahingeschiedenen Oberamtsrat mit einem Schleifchen im Haar bedenken wollen.

–  Stets werden Sie sämtliche Damen Ihres Kränzchens beneiden, sobald Sie angeben, sich als redliche Reisebegleiterin zu verdingen, dass es sich hierbei um die letzte solche handelt, können Sie in diesem Falle selbstverständlich getrost verschweigen,

Nun, meine Damen, ich sehe schon – gewiss ist es mir mit diesen Zeilen gelungen, Ihr Interesse zu wecken, bitte ersuchen Sie Ihren Gatten umgehend um die erforderlichen 230 Euronen (welch Spottpreis!) und wir werden ins Geschäft kommen.

Nun gut, werte Kundschaft, zunächst wollen wir es bei diesen Angeboten belassen, jedoch werde ich mein redliches Magazin weiterhin durchforsten, um Ihnen auch weiterhin beste Qualität zu kleinstmöglichen Preisen bieten zu können, vorerst verbleibe ich als,

Ihr

Baron von Friedel

Kategorien: Aktuelles

Meilensteine meiner Familiengeschichte, Teil I

Werte redliche Leser,

in den nächsten Wochen möchte ich Ihnen einige Meilensteine der Familiengeschichte derer von Friedel ein wenig näher bringen. Gewiss werden Sie mir nach der Lektüre beipflichten, dass nicht nur ich selbst ein Mensch von geradezu bedrückender Redlichkeit bin, sondern auch von solchen Menschen abstamme. Potztausend!

Selbstverständlich lassen sich nicht alle historischen Ereignisse stets zu hundert Prozent rekonstruieren; sind doch die ersten Eintragungen der Chronik noch auf einer Höhlenwand nahe des Stammsitzes meiner Familie zu finden. Indes besteht an der Wahrhaftigkeit an sich kein Zweifel.

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Altsteinzeit, Zeitpunkt ungewiss

Hu’bo-Bo’go Fr’duk’ak, der als Stammvater des Geschlechtes derer von Friedel gilt, erfindet
den Humor und wird somit zum bedeutendsten kulturellen Erneuerer vor Beginn der
Jungsteinzeit, einer ansonsten eher ernsten Epoche.


Hu’bo-Bo’go Fr’duk’ak (moderne Darstellung, Quelle http://www.panoptikum.net/ )

Die Legende will, dass Fr’duk’ak dereinst in einen heftigen Streit mit einem anderen Mitglied
der Sippe geriet, Historiker mutmaßen, dass es dabei um die Verteilung der Jagdbeute ging.
Schließlich ist Fr’duk’ak der Diskussion überdrüssig, und beendet diese mit einem herzhaften
Knüppelschlag auf das Haupt seines Kontrahenten, eine zu damaligen Zeiten nicht unübliche
Form der Argumentation. Der Zufall will es jedoch, dass der somit Unterlegene schwer
getroffen rückwärts stolpert und Kopf über in einem Haufen Mammut-Kot landet.

Plötzlich spürt der ganze Stamm ein seltsames Grimmen in der Bauchgegend, dass sich zu
krampfartigen, aber zugleich nicht unangenehmen Zuständen ausweitet – der sogenannte
„Kopf-Klopfer“, eine Frühform des Schenkelklopfers, war geboren.


Lachender Stamm nach einem Kopf-Klopfer (zeitgenössische Darstellung)

Natürlich ist das weitere Dasein Fr’duk’aks von dem Versuch geprägt, seinen spektakulären
Durchbruch noch zu steigern.

So erfindet er, als der bei ihm verhasste Stammeshäuptling von einem Säbelzahntiger
zerrissen wird die Schadenfreude, und als ihn kurze Zeit danach exakt das selbe Untier
erwischt sogar die Ironie.

Kategorien: Familienchronik

Endlich: Redlichkeit-Anschnur ist zurück!

Werte Heimseitenbesucher,

wie jeder redliche Mensch schon rein intuitiv weiß, ist es um das Abendland schlecht bestellt. Zwar wäre es durchaus verfrüht, bereits einen Untergang desselben herbeizuschreiben, allerdings besteht ohne jeden Zweifel die Notwendigkeit, um seinen Erhalt mit Flamme und Schwert zu fechten.

Dies war dereinst der Grundgedanke, welcher zur Gründung von Redlichkeit-Anschnur führte, nach Meinung führender Experten und des Kaisers eine der redlichsten Heimseiten im gesamten Internetz. Einige Jahre sind inzwischen ins Land gezogen. Leider führten einige Gründe dazu, dass die Seite um das Jahr 2008 vom Netz gehen musste. Zwar war sie noch im durchaus redlichen Internetzarchiv verfügbar, jedoch ist eine museale Ausstellung keineswegs mit dem gesellschaftspolitischen Auftrage einer redlichen Heimseite zu vereinbaren.

Wie kam es dereinst zum Abschnurgang von Redlichkeit-Anschnur? Hier reihte sich in der Tat ein tragischer Umstand an den nächsten. So musste Herr Dr. Leimhuber sich beispielsweise einer völlig aus der Luft gegriffenen Klage wegen Korruption stellen. Derzeit verbüßt er eine Haftstrafe. Es wäre kaum übertrieben, ihn als politischen Gefangenen der Sozen-Bande zu bezeichnen. Tragischer ist indes noch das Schicksal des Herrn Birnbaum, einer wahren Kapazität der Redlichkeit. Er verstarb ausgesprochen unerwartet. Ein Herr, welcher die besten Jahre noch vor sich hatte. Herr Baldian Loth hingegen verschrieb sich der Zucht von Kampfhunden, welche er auf Prittstift-Schnüffler abrichtet.

Sie sehen schon – es war nicht einfach. Man sollte sich indes zu keiner Zeit der Illusion hingeben, dass die Verredlichung der Welt ein einfaches Unterfangen darstellt. Wir sind allerdings bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, bis dereinst der Kaiser, und schlussendlich der Heiland zum Jüngsten Gericht wiederkehrt.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass sich unsere neue Heimseite derzeit noch im Aufbau befindet. Es ist allerdings unser Vorhaben, an dieser Stelle sämtliche Inhalte zugänglich zu machen, welche sich auch auf der alten Heimseite befanden.

In diesem Sinne: werden, beziehungsweise bleiben Sie Redlich!

Kategorien: Aktuelles

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