Monatsarchiv: Juni 2015

Stolz und Gottesurteil

Werte Damen und Herren,

Welch überaus begrüßenswerte Entwicklung in der Tat, dass sich dieser Tage eine zunehmende Zahl von Fratzenbuch-Nutzern in die Farben des Regenbogens hüllt. Da will auch ich keinesfalls nachstehen. Symbolisiert dieser doch schon seit alttestamentarischen Zeiten jenen Bund, den der Herr mit den Menschen nach Ende der Sintflut schloss, er war das Zeichen des Friedens, der Versöhnung mit Gott, nachdem er alles Leben auf Erden, Noah und seine tierischen Mitreisenden ausgenommen, gnadenlos ersäuft hatte. Aber zugleich war und ist er ein Mahnmal, welches den Menschen da sagen will: „treibt es nicht allzu bunt, sonst muss ich abermals korrigierend eingreifen. Und siehe da: schon schmelzen die sogenannten „Polkappen“, was man durchaus als Vorzeichen einer baldigen Neuauflage nehmen darf. Ich blicke diesem Tag schon heute mit nervöser Vorfreude entgegen.

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Selbstredend leben wir heute in anderen Zeiten. Eine Arche muss nicht eigens konstruiert werden. Vielmehr werden ausgewählte Senioren und Pensionisten komfortable Kreuzfahrschiffe – wie zum Beispiel das „Traumschiff“ – besteigen und so in angenehmster Bequemlichkeit dem sinnlosen Überlebenskampf des sündigen Pöbels zusehen. Auch Tiere werden selbstredend mit an Bord genommen, allerdings reichen zur Schnitzelverarbeitung geeignete Arten wie Schweine oder Rinder vollends aus. Da darf durchaus in sinnvoller Weise selektiert werden. Zumal Hummer und Partygarnele ja bekanntermaßen ohnehin im Meer vorkommen.

Sobald dann der Wasserpegel wieder sinkt gehen wir frisch erholt und braungebrannt wieder an Land, bereit ein neues, rein gerontokratisches Utopia zu erschaffen, ganz ohne Unzucht und laute Ballspiele zur Mittagsruhe. Eine Welt, in der drei Fernsehprogramme endlich wieder ausreichen.

Wer dann unsere Renten zahlt, fragen Sie sich? Nun, recht einfach: nachdem heutzutage fast alle Geldströme ganz unbar und virtuell um den Globus mäandern können diese selbstverständlich auch nicht vom Wasser durchweichen und unbrauchbar werden. Ein jeder wird sich einen Schrebergarten von der Fläche des Saarlandes leisten können!

Sie sehen – ist erst einmal die unbetagte Bevölkerung dahin wird ein jeder von uns einen friedvollen und sorgenfreien Lebensabend verleben können.

Was soll man da noch sagen, außer, nun:

Vor uns die Sintflut!

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Kategorien: Erbauliches, theologische Meditationen

militärtaktische Überlegungen am Sonntagabend

Werte Damen und Herren,

wieder einmal gleich das gute, alte Europa einem veritablen Pulverfass; jederzeit kann es sozusagen „krachen“: Und wir wissen doch allesamt, worauf solche Situationen letztlich hinauslaufen: am Ende wird IMMER Russland angegriffen, so sehr ich den Zaren auch schätze. Mit dem Kriege ist es eben wie mit der immerwährenden, frigiden Keuschheit: beide muss man sportlich betrachten.

Nun, sei es wie es will; jedenfalls ist, wie jeder geopolitisch interessierte Zeitgenosse schon seit den Zeiten Bonapartes zweifellos weiß, das größte Problem des angehenden Russlanderoberers in erster Linie der bitterkalte russische Winter.

Genau hier müssen also die militärtaktischen Überlegungen ansetzen. Wie erfreulich, dass ich bereits einen raffinierten Schlachtplan ersonnen habe. So hat das Strick-Kränzchen der Seniorenbegegnungsstätte „Wilhelmine Lübke“ nach meinen Plänen die nämliche Schutzhülle erschaffen. Merke: ein warmer Panzer ist ein effektiver solcher. Zunächst dachte ich eher an eine Ummantelung aus vergleichsweise preisgünstigen Handtüchern. Indes Haben sich diese historisch viel eher bewährt, um neugewonnene Gebiete sogleich für jedermann kenntlich zu reservieren.

Strickpanzer

Sie sehen jedenfalls – komme, was da will, wir sind bereits jetzt bestens präpariert. Ganz am Rande muss man sich indes fragen, warum unsere sogenannte „Verteidigungsministerin“ nicht selbst auf einen solchen Gedanken kommt. Wozu hält man sich schließlich ein Frauenzimmer in solcher Position, wenn es sich nicht einmal auf die handarbeitliche Aufwertung unserer Kriegsmaschinerie versteht?

Kategorien: Aktuelles, Zur Weltpolitik

Darwinistischer Unsinn zur Kaffeezeit

Sonntagnachmittag, Seniorenbegegnungsstätte „Wilhelmine Lübke“. Kaffeezeit. Einträchtig sitze ich charmanter Gesellschaft Damen Borsemann, Hagenkötter und von Priesnitz (allesamt verwitwet) bei einer schönen Partie „Skräppel“. Plötzlich erhebt sich der alte Grieneisen, welcher mich schon eine ganze Weile mit zu zornigen Schlitzen zusammengezogenen Augen fixierte. Mit mühsamen, schwankenden Schritten (Krampfadern) nähert er sich. Noch bin ich nicht auf der Hut; doch immerhin bereits gewarnt. Was mag der alte Miesepeter im Schilde führen?

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Der alte Grieneisen – Ein Prahlhans vor dem Herrn

Endlich hat der senile Unhold unseren Tisch erreicht. „Friedel“, raunt er, „Sie gebärden sich hier wie ein Alpha-Männchen. Das geht mir gegen den Strich, Sapperlot!“ „Soso“, antworte ich – aber nichts weiter. Vielmehr fixiere ich ihn ebenfalls aus zusammengekniffenen Augen. Alle Galle, alles Gift lege ich in meinen festen, unnachgiebigen Blick. Die Damen beobachten uns in gespanntem Schweigen. Langsam bekommt Memme Grieneisen es mit der Angst. Erwartungsgemäß. Endlich kann er meinem Blicke nicht mehr standhalten und senkt den Seinen. Auf diesen Moment habe ich gewartet. Der Titan-Griff meines Gehstockes schnellt just in diesem Moment in seine Leistengegend. Er soll sehen, welche Strafe ihm sein Betragen einträgt.

Sein schmerzvoller Aufschrei überrascht mich wenig. „Da sehen Sie“, brülle ich, „was Sie davon haben, mich herauszufordern, Potztausend!“, während Grieneisen sich – noch gekrümmter als sonst – wieder in seine Ecke trollt. Den Rest des Nachmittages wird er sich angstvoll wimmernd in seinem Sessel verkriechen.

„Das hat er nun von seinen Darwinistischen Irrlehren“, bemerke ich nicht ohne Lakonik, während ich souverän das Wort „Kreationismus“ aus Spielbrett lege. Wieder einmal gewonnen. Die Witwenschwaar kichert bewundernd. So hat jeder wieder den Platz inne, den ihm der Herr zugedacht hat.

Wie schön.

Kategorien: Aktuelles

Die Beisetzung der alten Wambold

Werte Damen und Herren,

[Bild: rip.gif]

Heute die Beerdigung der alten von Wambold besucht. Was Rang und Namen hat und zudem noch am Leben ist, machte nahezu geschlossen seine Aufwartung. Selbst Generalleutnant Dulpar ließ es sich nicht nehmen, der Freifrau seine letzte Aufwartung zu machen, nebst seiner zweiten Gattin, einem ausgemachten Flittchen. Nachtclubtänzerin – ein Skandal!

Abseits solcher gesellschaftlichen Suizide sei eins Vorausgeschickt: meine aufgrund der höchst geschmacklosen Todesanzeige nachgerade unterirdischen Erwartungen wurden doch übertroffen, wenn auch nur marginal. Man ist über die Jahre doch ein höchst anspruchsvoller Trauergast geworden, meine diesbezüglichen Ansprüche zu erfüllen, ist sicher nicht eben leicht.

Die Wambold indes sah so gut aus, wie schon seit Jahren nicht mehr. Rosiger Teint, straffe Gesichtshaut, fast liebliche Züge. Ganz verschwunden der verhärmte Ausdruck und die charakteristischen, gen Boden deutenden Schmisse in der Mundgegend. Auch vom prominenten Hautlappen am Halse keine Spur zu sehen. Wäre von ausgemachtem Interesse, welcher Spachtelmasse sich der Einbalsamierer bedient hat. Man wird schließlich selbst kaum jünger.

Die Trauerreden des Geistlichen und einiger enger Freunde indes eher uninspiriert, unnötig salbungsvoll, fast schon salbadernd. Die Verstorbene wurde unnötigerweise als liebliches Wesen dargestellt, keineswegs aber als die giftige alte Vettel, die sie ganz zweifellos war. Konsequenterweise nickte ich alsbald ein. Erst die allgemeine Aufbruchstimmung weckte mich schließlich.

Als Veranstaltungsort hatte man den großen Festsaal der „Burenschanz“ ausgewählt. Eher Rustikal, ganz zweifellos, aber doch wenigstens nicht salopp. Zumindest wurde somit trotz der Verarmung der Familie etwas aristokratische Würde bewahrt.

Der Leichenschmaus ließ indes einiges zu wünschen übrig, das Entrecôte zäh und zu durch, die Süßkartoffeln zu hart, zudem mit einer penetranten Muskat-Note. Zum Dessert nur drei Torten zur Auswahl – etwas spärlich, bedenkt man die schiere Singularität des Anlasses. Geheiratet und Gestorben wird schließlich nur einmal im Leben. Und wer in derart knickriger Weise von den Menschen sich verabschiedet, der kann ein liebevolles Andenken nur bedingt erwarten. Wir halten fest: am Ende am falschen Ende gespart.

Ein weiterer Minuspunkt, wenn nicht gar ein absoluter Lapsus: der Aufbau des Dessert-Buffets selbst: positioniert in einem viel zu engen Korridor der Lokalität, schaute ein jeder, der das Pech besaß, sich unmittelbar hinter dem Herrn Professor Nackel zu befinden, sozusagen mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Dazu sollte man wissen, dass der Herr Professor sich keineswegs mit drei Büffetgängen zufriedenzugeben pflegt. Ich möchte beschwören, dass dieser Mann imstande ist, seinen Kiefer auszuhängen.

Nun allerdings genug von der Verpflegung. Immerhin wusste die Gesellschaft zu überzeugen. Auch bei der Zusammensetzung der einzelnen Tische bewies man Feingefühl und Sinn für alte Fehden und Freundschaften. So soll es sein! Ich hätte beispielsweise wenig Wert darauf gelegt, mit dem Baron von Guldenburg den Tisch zu teilen, welchem ich vor Jahren im Rahmen eines Duells das linke Ohrläppchen abschoss.

Solche selten gewordenen Zusammenkünfte bieten selbstverständlich stets eine willkommene Gelegenheit, sich über die aktuellen Geschehnisse im weiteren Bekanntenkreise auf den neusten Stand zu setzen.

So kam ein durchaus angeregtes Tischgespräch zustande. Mit Schrecken vernahm ich die Krankheitsgeschichte des Hofrats Brunz; bis vor einem Jahr war dieser noch quietschfidel, dann plötzlich die fatale Diagnose: ein dackelgroßer Tumor, Metastasen überall. Noch einmal erschien er beim mittwöchlichen Kanasta, dann, innerhalb von drei Wochen: weg vom Fenster. Schauerlich!

Verstorben sind weiterhin: Studiendirektor Brömmelkamm (erholte sich nicht mehr von seinem Sturze im Dezember des letzten Jahres, 98), Generaldirektor i.R. Haushahn (Fettsucht, 86), sowie die Kapitänswitwe Boersen (ehrenvoller Tod auf See im Entmüdungsbecken des örtlichen Physiotherapeuten, 105).

Ich persönlich konnte mir fürderhin noch einen lästigen Praxisgang sparen, als sich ein mir vorher unbekannter Tischgenosse als Dermatologe herausstellte. Bereitwillig nahm dieser das nässende Furunkel an meinem Rektum, welches mich bereits seit einem Monat plagt in Augenschein. Freilich hielt ich mich auch nicht weiter damit auf, lang und breit nach seiner Zustimmung zu fragen, sondern präsentierte ihm die schmerzhafte Scheußlichkeit direktemang; schließlich ist ein Mediziner qua Hyppokrates zur Nothilfe verpflichtet.

Den restlichen Abend ließ ich mit einigen Kräuterbitter ausklingen, welche mir die Verdauung der acht Stück Torte nicht unerheblich erleichterten.

Insgesamt darf gesagt werden: eine mittelmäßige, teils aber auch durchaus gelungene Veranstaltung, wenn man bereit ist, hie und da einige Abstriche zu machen. Es darf mit Spannung erwartet werden, ob die Beerdigung des Hofrats in der nächsten Woche sich eher dem Maßstab annähert, den die Beisetzung des alten von Hoffstätter in letzten Jahre gesetzt hat. Diese soll in der „Goldenen Eiche“ stattfinden, über deren Küche mir bereits viel gutes zu Ohren kam.

Immerhin kehrte ich in halbwegs beschwingter Stimmung und mit einem Gefühl der inneren Befriedigung in meine Stadtvilla zurück: einigermaßen gespeist, ein medizinisches Problem gelöst, abermals einige überlebt.

Am heutigen Tage indes leide ich unter leichten Bauchschmerzen, deren Ursache sich mir nicht wirklich erschießen will. Ich werde mich wohl von der Fahrbereitschaft zu meinem Hausarzt chauffieren lassen. Sicher ist schließlich sicher, insbesondere in Gesundheitsfragen. Zumal ich die Beerdigung in der nächsten Woche auf gar keinen Fall verpassen möchte.

Ihr

[Bild: sig.gif]

Kategorien: Aktuelles, Die bessere Gesellschaft

Moderne Verirrungen fäkaler Natur

Werte Herrschaften,

Ist es nicht nicht so, dass sich der äußerst verwirrende Charakter moderner Großeinkaufstempel besonders exemplarisch anhand ganz elementarer Dinge, wie beispielsweise der Verrichtung unausweichlicher Bedürfnisse aufzeigen lässt?

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Ein sogenannter „Donnerbalken“ – eigentlich eine klare Sache

Insbesondere, wenn man ein sogenanntes „Gartenzentrum“ besucht und darob eher ein Klosett im Landhausstil (sprich: einen Donnerbalken) erwartet, man aber erst nach dem Platznehmen (und an der steten Vorwärtsbewegung, sowie den kreischenden Mitkunden) bemerkt, dass es sich vielmehr um das Geländer einer seltsamen, schnurgeraden Fahrtreppe handelt, unter welches man die Eimer lediglich als Köder für kurzentschlossene Impulskäufer platziert hat. Mich deshalb der Verrichtung einer „öffentlichen Notdurft“ zu bezichtigen, ist doch nachgerade hanebüchen, Potztausend!

Kategorien: Diabolisches

Die Jugend – einmal mehr!

Werte Damen und Herren,

Diese Jugend! Weiß nichts, kann nichts, leistet noch nicht einmal mehr Wehrdienst und wird sodann ganz folgerichtig andersherumsechsuell. Kurzum: diese Generation ist zu nichts zu gebrauchen und denkt nur an sich, was sich trefflich an dem sogenannten „Pflegenotstand“ illustrieren lässt. Da wird stets gejammert und gegreint, man könne in solchen Berufen „einfach nicht genug verdienen“.

Feurio! Da wird nicht nur ganz unverhohlen der Generationenvertrag gebrochen, nein, es kommt somit zudem eine moralische Verderbtheit zutage, die ihresgleichen suchen kann, aber niemals finden wird.
Haben wir in unserer Jugend nach Aufwandsentschädigung und Vergütung gefragt, als wir uns für die ältere Generation aufopferten? Aber keineswegs, verfügten wir doch noch über Anstand und einen fest in uns verankerten (ja – hineingeprügelten) moralischen Kompass!

Ich beispielsweise hätte für meine Erbtante Gretel alles gegeben – sogar eine Niere. Was ich denn schließlich sogar tat. Ich entsinne mich noch trefflich an ihr die Rührung in Ihrem ehrwürdigen Antlitz, als sie mir mit schwacher Stimme zuraunte: „Aber Jessal (so nannte man mich in meiner Jugend im engsten Familienkreise) ich brauche doch gar keine Niere.“ Noch heute schießen mir umgehend Tränen der Rührung in die Augen, denke ich an die schier unglaubliche Bescheidenheit dieser sicherlich schwerkranken Frau.

Doch selbstverständlich ließ ich mich davon nicht beirren. In meinem jugendlichen Eifer hatte ich mir die besagte Niere nämlich bereits im Vorfeld meines Besuches von einem Barbier, der auch als Pferdedoktor arbeitete entfernen lassen. Ich wollte der geliebten Tante eine Überraschung bereiten.

So kam es leider zu jenem bedauerlichen Unfall. Als die Tante sich nämlich unerwarteterweise erhob, um nach der noch auf meiner Tischseite befindlichen Zuckerdose zu greifen, hatte ich die Niere bereits aus ihrem Behältnis genommen und ihr zugeworfen. Das leider noch gefrorene Organ traf die arme Tante mit einiger Wucht an der Schläfe. Sie verstarb noch in dem Moment. Der Fluch der guten Tat, möchte man sagen.

Und so, werte Damen und Herren, kam ich zu meiner ersten Million, Potztausend!

Kategorien: Diabolisches, Erbauliches

Kontakt zu Außerirdischen

Ein höchst informativer Artikel des redlichen Herrn Kaplan. Ganz zweifellos eröffnet sich hierdurch eine völlig neue, ungeahnte Sicht auf die mögliche Gesinnung der Besucher aus dem Weltenraume. Bislang wurde in einschlägigen Internetz-Publikationen stets ausdrücklich vor den Gedankenstrahlen der Apha-Menschen gewarnt. Sollte ich also künftig tatsächlich auf die inzwischen altbekannte Gewohnheit verzichten können, jeden Abend meinen mit Aluminiumfolie umwickelten Strahlenschutzhelm aufzusetzen? Das wäre ja nachgerade revolutionär!

Johannes Kaplan

Außerirdische Die Menschen stellen sich Außerirdische, wie hier in einem modernen Zukunftsfilm, oft als hässliche und gefährliche Kreaturen vor. Aber sind die Wesen von anderen Sternen wirklich so grauslich?

Liebe Leserinnen und Leser,

lange habe ich überlegt, ob ich dieses ungewöhnliche und vielleicht auch etwas unheimliche Thema überhaupt in meinem Internetz-Tagebuch ansprechen soll. Ich erzählte einmal Oberschwester Olga davon, aber die hat nur gelacht und dann einige Worte auf Russisch gemurmelt, die ich zwar nicht verstand, die aber sehr abfällig klangen. Lange Zeit habe ich nicht den Mut gefunden, an die Öffentlichkeit mit meinem Erlebnis zu gehen. Nun habe ich mich aber dazu entschlossen, Ihnen mitzuteilen, was ich da erlebe.

Ich habe schon seit Jahren Kontakt zu Außerirdischen!

Wenn ich nachts in meinem Bett liege und dort redlich schlafe, werde ich manchmal durch einen „Strahl“ wach, der auf meinen Körper gerichtet ist. Wie ich mittlerweile weiß, wird dieser „Strahl“ von den redlichen…

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Kategorien: Aktuelles

Üble Nachrede: ein Un-Ding

Werte Leser,

und abermals erhebt sich allenthalben weinerliches Geheul‘. „Despot“ oder „Gewaltherrscher“ – dies sind nur zwei Beispiele für die infamen Anschuldigungen, die dem sympathischen Souverän von neidischen Unkenrufern entgegengeschleudert werden. Selbstverständlich wähnen sich solche Individuen in intimer Kenntnis der koreanischen Volksseele, die vermeintlich nach „Selbstbestimmung“ und „Rechtsstaatlichkeit verlangt. Die Wahrheit ist doch: zumeist entstammen solche Einlassungen doch vielmehr der besonders heutzutage weitverbreiteten Denkschule der tolldreisten Ferndiagnose.

Politisch interessierte Zeitgenossen haben es bereits geahnt: selbstverständlich beziehe ich mich auf Herrn Un.

Doch warum überhaupt die ganze Aufregung? Nun, ich sage es Ihnen: der gute Herr Un hat in seiner Eigenschaft als schneidiger Innovator mit einer weiteren Binsenweisheit aufgeräumt, welche seit ehedem kreuzbrav besagte: „wer schläft, der sündigt nicht“. Dank der unermüdlichen Forschungsarbeit des Herrn Un wissen wir nun: unter Umständen eben doch!

Ich möchte, werte Leser, an dieser Stelle die Prognose wagen, dass sich Herr Un vom verheerenden Echo der hiesigen Journaille auch weiterhin nicht wird beirren lassen (gottlob versteht er dem Vernehmen nach unsere Landessprache nicht). Auch weiterhin wird er uns mit überraschenden Neuerungen auf dem gesellschaftspolitischen Sektor beglücken, wie es sein Genius von ihm verlangt. Dafür hat Herr Un als Vollblutsouverän schließlich eine Antenne, sozusagen den sechsten „Un-Sinn“, Potztausend!

Kategorien: Aktuelles, Zur Weltpolitik

Ein Welttag des Fleischgenusses – es wird höchste Zeit!

Werte Damen und Herren,

ist es nicht nachgerade seltsam, dass es heutzutage für fast jede größere oder kleinere Belanglosigkeit einen sogenannten „Welttag“ gibt, bloß nicht für die gute Sitte des tagtäglichen Fleischgenusses?

Der „Tag des deutschen Butterbrotes“ in allen Ehren; dennoch fehlt mir ein wenig die angemessene Anerkennung für ebenjenes Nahrungsmittel, welches durch seinen schieren Eiweißreichtum die großartigen zivilisatorischen Leistungen unseres Heimatlandes erst ermöglicht hat. Man darf doch berechtigterweise fragen: wären wir durch redundantes Wiederkäuen von Grünzeug zum Volk der Dichter und Denker geworden? Die Antwort liegt wohl auf der Hand. War nicht der Architekt unserer großartigen Nation, ich spreche selbstverständlich von Bismarck, stets der Ansicht, dass ohne einen vernünftigen Braten mit mehr als ausreichender Soße keine Politik, ja, schon gar kein Staat zu machen sei? Da sehen Sie es!

Sei es wie es will. Ich jedenfalls begehe meinen ganz eigenen Welttag des Fleischgenusses genau heute, nämlich am Todestage meines alten Freundes und Sozius Edelbert Botsch-Amperle. Und was für ein Fleischesser von Schrot und Korn er doch war! Schon zum Frühstück konnte er ohne weiteres zehn Weißwürste verspeisen, nicht ohne sich hernach noch ein kleines Brötchen mit Griebenschmalz zur Abrundung zu genehmigen.

Auch brüstete er sich gerne, schon von jeder existierenden Tierart (und von wenigstens drei inzwischen ausgestorbenen) sämtliche Innereien wenigstens einmal verzehrt zu haben. Unvergessen auch, dass er es dereinst tatsächlich bewerkstelligte, in einem Landgasthof so viele Semmeln mit Ochsenfetzen zu ordern, dass der Güterverkehr im gesamten Landkreis für geschlagene zwei Tage zum erliegen kam.

Jaja, so war er, der gute Edelbert. Leider wurde auch er dereinst ein Opfer der Fleischesser-Seuche, dem garstigen Rinderwahn. Dieser durchlöcherte sukzessive sein ganzes Hirn, bis von seinem vormals messerscharfen Verstande nichts mehr übrig blieb.

So endete ein großer Fleischesser schließlich schändlichst als menschliches Gemüse. Welch bittere Ironie!

Umso mehr ein Grund für mich, ihm heute Mittag mit einem zarten Bœuf Stroganoff zu gedenken. Ich wünsche einen gesegneten Appetit!

Kategorien: Aktuelles

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