Gesundheit

Kopfweh vom Kamillentee

Werte redliche Heimseitenbesucher,

gestern mit den Herren von Friedel und von Angmar nach der Messe noch einen kleinen Abstecher in die „Parkklause“ unternommen, auf „einen kleinen Kamilentee“.

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Tee war hervorragend und der Herr von Angmar schlug vor, zur geschmacklichen Aufwertung noch jeweils einen kleinen „Wacholder“ zu bestellen. Erste Bedenken sind schnell überwunden, so dass gegen 17.00 die Gläser erneut befüllt werden.

17.10 Runde des Herrn von Friedel auf „Die Dragoner“

17.15 Runde meinerseits auf „Die Marine“

17.20 Runde des Herrn von Angmar auf „Die Kaiserliche Infantrie“

17.25 Gemeinsame Runde „Auf seine Majestät“

17.30 Gemeinsame Runde „Auf den Kaiser“

17.35 Runde des Herrn von Friedel auf „Unseren geliebten Souverän“

17.40 Runde von Klotz/von Angmar „Auf das schöne Wetter“

17.45 Runde des Herrn von Angmar „Ein letztes Glas bevor wir gehen“

17.50 Runde meinerseits, so genannter „Absacker“

17.50 Runde des Herrn von Friedel „Auf das Vaterland“

17.55 Runde des Herrn von Angmar „Auf unser Vaterland“

18.00 Runde meinerseits „Ein letztes Glas aufs Vaterland, bevor wir zahlen“

18.05. Gemeinsame Runde „Auf die Kameradschaft“, absingen heroischer Lieder

18.10 Letzte Runde des Tages

18.11 Runde von irgendwem „Auf den Beginn der neuen Minute“

18.12 Weitere Runden „Auf den Beginn jeder neuen Minute“

Ab 18.30 weitere Runden auf irgendwas, nachspielen prägender Kriegserlebnisse über Tisch und Bänke, unter Einbeziehung der anderen Gäste.

…19.00 oder so, Trinken Schnaps direkt aus der Flasche, Herr von Angmar feuert mit Revolver in die Decke, Gäste verlassen die Parklause

…irgendwann, Wirt ist entfleucht, überall Flaschen…keine Munition mehr..Trinken noch „Eine letztes Glas“, versuchen selbst die Zeche auszurechnen. Herr von Friedel errechnet für alle zusammen 4,75 „oder so“. Potzdonner, ich knalle generös 5 Euro auf den Tisch, dann verlassen wir redlichst die verwüstete Stube.

Heute seltsamerweise leichtes Kopfweh, ebensolches Befinden bei den anderen Herren, wie mir telefonisch versichert wurde. Erneuter Beweis dafür, das „Quertrinken“ nichts bringt, sapperlot. Den anfänglichen Kamillentee hätte man unbedingt weglassen müssen!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

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Höchste Pflegestufe

Werte Heimseitenbesucher,

„Kommen Sie nur, kommen Sie“ rufe ich mit einem herzlichen Lachen im Gesicht und drücke dem
Herrn vom Amt anerkennend die Schulter, als er auch die letzte Stufe meiner steilen Treppe in den
ersten Stock überwunden hat. Sogleich verwandelt sich mein Griff aber auch in einen eisenharten
Schraubstock, der sicherstellt, dass der Herr nicht vor der Zeit den Rückweg nach unten antreten kann,
sapperlot. „Und nun schauen sie mein Guter“ kommt es über meine noch immer freundlich lächelnden
Lippen „Wir stehen nun direktemang auf meiner Pflegestufe, sogar auf der allerobersten, harhar. Und
sie wollten mir nicht glauben, dass ich bereits eine besitze!“. Der schmächtige Herr mit der Brille windet sich
etwas unter meinem eisenharten Griff, den ich nun langsam in Richtung seines Genicks verlagere und
beginnt zögerlich seinen Einwand wie folgt zu formulieren: „Also Herr von Klotz, ich verstehe nicht ganz…
wie gesagt müssen wir jetzt ernsthaft über eine Heimeinweisung…sie wissen doch, dass…“, doch da
unterbreche ich ihn mit einem sanften Knuff gegen das Schultergelenk, dass es unter dem Pullover knackt,
ziehe in ganz dicht an mein Gesicht und lasse ihn in meine Augen starren, die nun eine dramatische Wandlung in stechende, kleine Punkte durchmachen. „Und wollen sie denn gar nicht wissen, WARUM ich dies meine oberste Pflegestufe nenne, sapperlot?“ zischt es durch meine nur noch aus einem Spalt bestehenden Lippen und bevor der Kerl sein heiseres „Ja..aber..“ zu Ende gehaucht hat, bricht es aus mir heraus, laut wie ein Donnerschlag, dass die Bilder an der Wand sich von selber schief stellen „Ich nenne diese Stufe so, weil ich von hier aus jeden Lulatsch, der es wagt mein Haus mit irgendeinem Kokolores zu betreten, hinunter zu stoßen pflege, sapperlot!“.

Und kaum dass das Wort geendet ist, gebe ich dem Hallodri einen Stoß vor die Brust, dass er die erste Hälfte der Treppe im freien Fall überwindet, bevor er in der Mitte hart aufsetzt und sodann unter den tollsten Kapriolen und Überschlägen den Weg bis ganz nach unten zurücklegt. Dort liegt er erst einmal wie ein Käfer der alle Beinchen von sich gestreckt hat, wobei eines der Beinchen so abgewinkelt ist, dass ich nicht umhin komme, den Herrn ob seiner anatomischen Geschicklichkeit zu loben. Freundlichst lüfte ich sodann die Kappe und rufe hinunter, dass ich mich nun zu einem kurzen Mittagsschlaf zurückzuziehen gedenke und man kenne ja den Ausgang selbst nicht wahr?
Indes, sollte noch weiterer Gesprächsbedarf bestehen, so soll der gute Mann einfach liegen bleiben, damit wir NACH meinem Mittagsschlaf noch über die so genannte PFLEGEZUSATZVERSICHERUNG schwadronieren können, sapperlot.

Danach drehe ich mich, ohne ein weiteres Wort zu verlieren auf dem Absatz um und begebe mich in mein Schlafzimmer,  um zu notieren, solange die Erinnerung noch frisch ist: „Daran denken: nach Schlummer schauen, ob Lulatsch noch vor der Treppe liegt! Wenn ja, wie versichert nochmals nach oben tragen und zusätzlich Pflege angedeihen lassen!“
Leider muss ich mir immer häufiger derlei Dinge aufschreiben, das Gedächtnis lässt immer weiter nach und es ist eine Schande wie der Staat verdiente, redliche Senioren wie mich gänzlich ohne Hilfe alleine wohnen lässt, dem Schicksal ganz überlassen. Irgendwann einmal werde ich vielleicht die Treppe hinunterfallen, ich mag mir gar nicht ausmalen, wie so etwas aussehen könnte, sapperlot!

Redlichst
Bodo von Klotz, Konteradmiral a.D.

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Skandal im Enddarmzentrum

Werte Damen und Herren,
geschätzte Mitpatienten,

Sie sehen mich fassungslos. Da versucht man doch, alles möglichst richtig zu machen und sich wie ein vorbildlicher Patient zu betragen, schon der eigenen Gesundung zu liebe. Doch wird es einem gedankt? Selbstverständlich nicht einmal im Ansatz!

Da wird man also dazu verdonnert, eine solche „Probe“ einer ausgesprochen unerfreulichen Substanz abzugeben, natürlich unbedingt vom Tage, sozusagen frisch gepresst. Weiterhin soll diese bis spätestens Punkt elf abgeliefert werden. Da wird der Metabolismus einem prekären Termindruck unterzogen, dem er sich leider nur höchst widerwillig unterwirft.

Es stellt sich also fast zwingend die Frage: was tun, um nicht im entscheidenden Moment zu versagen? Sicherlich ist eine gezielte Selbstmedikation unabdingbar – serbische Bohnensuppe erschien mir hier nachgerade als DAS Mittel der Wahl – allerdings muss diese doch AUSGESPROCHEN präzise erfolgen, will man vermeiden, dass alle minutiöse Vorbereitung als paukender Walkürenritt schon vor dem eigentlichen „Festspieltermin“ in der erbärmlichen Akustik des heimischen Privés verpufft. Dem passionierten Wagnerianer wird die schiere Unwürdigkeit eines solchen Vorganges schon rein intuitiv einleuchten.

stuhlprobe

Doch damit der schier erdrückenden Erwartungshaltung noch immer nicht genug: auch die zu produzierende Menge ist einer strickten Reglementierung unterzogen. So soll diese ganz EXAKT ein winziges Löffelchen befüllen, dessen Fassungsvermögen in etwa einem halben Teelöffel entspricht. Gerade den hochbetagten Herrschaften unter der Leserschaft wird nur allzu schmerzlich bewusst sein, dass weitaus größere Mengen bisweilen schon ein jähes Aufhusten als unerwünschte Dreingabe auf ekelhafte Weise sekundieren. Und getroffen will ein solcher Löffel im Übrigen auch erst einmal sein, zumal selbst dergestaltige Zielübungen sich nicht einmal im Repertoire von einschlägigen Studentenverbindungen finden lassen. Somit ist selbst ein gestandener Akademiker heillos überfordert.

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich am letzten Donnerstag begann, die Vorbereitungen für eine termingerechte Abgabe am nächsten Tag zu treffen. Von der erwähnten Bohnensuppe standen fünf Dosen bereit. Ab sieben Uhr abends verzehrte ich halbstündlich eine halbe davon, dazu jeweils ein schönes Glas Sauerkrautsaft. Hernach jeweils eine halbe Tafel „Herrenschokolade“ zur Vermeidung einer frühzeitigen Evakuierung. Mir also mangelnde Planung vorzuwerfen erschiene mir somit als blanker Hohn. Aber ist es angesichts solch immenser Erwartungen nicht nur allzu menschlich, dass sich eine makellose Perfektion schlicht nicht erreichen lässt?

Jedenfalls wollte sich der sehnlichst erwartete Erfolg in den frühen Morgenstunden nicht einstellen, und mit jeder weiteren Stunde wuchs der Erfolgsdruck, bis er sich schließlich ins schier unerträgliche steigerte (vom inneren Druck ganz zu schweigen). So kam es, dass ich mich um viertel vor Elf bislang unverrichteter Dinge, aber durchaus noch guter Hoffnung in der Praxis einfand und bereits das Probenwägelchen des Laborhelfers am Empfangstresen vorfand. Bei diesen Anblick indes begannen meine Gedanken zu rasen: könnte ich mir ein Versagen im alles entscheidenden Moment jemals verzeihen? Was nur würde der Kaiser dazu sagen?

Der Gedanke daran, unseren geliebten Souverän derart bitterlich zu enttäuschen schien indes ungeahnte Kräfte, ja, nachgerade alles in mir freizusetzen. Plötzlich zählte jede Sekunde, für Floskeln und Erklärungen blieb keine Zeit. Hunderte Male hatte ich den nun folgenden Ablauf in der vergangenen Nacht im Kopfe durchexerziert. Und was soll ich sagen: alles klappte geradezu perfekt, von der vollendet eingesprungenen Halbhocke bis hin zur gleichzeitigen Ausrichtung des Löffelchens in der von mir im Vorfeld errechneten, idealen Entfernung. Ich konnte den Löffel auch wunderbar treffen. Nun, ich traf ihn unter anderem.

Am Ende der ganzen Chose steht nun also ein Lokalverbot im Enddarmzentrum. Immerhin: der Befund ist unbedenklich, Potztausend!

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