An die AutobahnraststΓ€ttenmΓΌlltonne

Da stehst Du, unerklΓ€rlich Rund,
ungekannte Tiefe,
was glitzert da im tiefen Schlund?
Ah! PrΓ€servative!

Γ„onenlang magst Du hier steh’n,
seit wann, kann niemand wissen,
hast trutzig Deinen Dienst verseh’n
– und der ist echt beschissen.

So schluckst Du Jahr um Jahr galant,
was andere entbehren,
ganz stoisch, wie ein Erdtrabant,
und ohne Dich zu wehren.

Woher kommt dieser Gleichmut nur,
ganz ohne Seelenlast,
trotz Tampons, Windeln, Kot-Lasur,
nur ruhigeΒ Tonnen-Rast?

Wie ein Idol stierst Du mich an,
hΓΆhnisch grient Dein Schlund:
„Ich binΒ Tonne, Du nur Mann,
und das nicht ohne Grund:

Wer hier zu mir gekommen ist,
wird bald auch wieder gehen,
wenn Du schon lΓ€ngst verschwunden bist,
werd‘ ich noch immer stehen.

So leb‘ ich hier als stiller Gott,
kann, was ich verrichte,
ich entsorge Eu’ren Schrott
– Euch dann die Erdgeschichte.“

So steh‘ ich mit dem Eispapier,
bereit, wieder zu fahr’n,
vonΒ Ferne her rauscht die A vier,
fast wie der Ozean.

*) Aus meiner gefeierten Anthologie „Debatten mit Dingen“. Jetzt auch beim BΓΌcher-Club Ihres Vertrauens und jeder wohlsortierten AutobahnraststΓ€tte erhΓ€ltlich

tonne

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Kategorien: Aktuelles, Erbauliches

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