Der Ungeist der Weihnacht

scrooge

Heute erschien mir des Nachts ein etwas amorpher Herr, der sich zwar zunΓ€chst als „Geist der Weihnacht“ vorstellte, sich bei nΓ€herem Hinsehen aber ganz eindeutig als mein vor Jahresfrist verstorbener Freund und Kompagnon Dr. Horst Brezner herausstellte. Allerdings bot er in der Tat einen gespenstischen Anblick: ΓΌber und ΓΌber war er mit Ketten behΓ€ngt, verbreitete einen gar pestilenten Muff und wirkte auch sonst nur wenig geschΓ€ftsfΓ€hig. Noch wΓ€hrend er von „Umkehr“, „drei weiteren Geistern“ und Γ€hnlichem Schwachsinn schwadronierte, kam mir siedendheiß in den Sinn, daß ich diesem ausgemachten Nassauer bereits Jahre vor seinem Ableben generΓΆserweise drei Euro geborgt hatte.
Nachdem ich den spukenden Schnorrer mit angemessen donnernder Stimme von diesem Umstand unterrichtete, schien die Brandrede Brezners jedenfalls bereits einige Vehemenz einzubüßen. Sichtlich verunsichert gemahnte er nochmals, ich solle „nicht so enden wie er“, worauf ich brΓΌllend versetzte, daß „ich meine Rechnungen zu zahlen pflege“ und ihn zugleich attestierte, als Geist „weit weniger furchterregend denn als Halsabschneider“ zu sein.

Worauf ich mit dieser EtΓΌde ΓΌberhaupt hinaus will? Nun, lassen Sie mich zum Punkt kommen: Das letzte Hemd hat eben DOCH Taschen! So kam ich in meiner Eigenschaft als anstΓ€ndiger Herr nach Jahren doch noch zu meinen lΓ€ngst verloren- und beerdigtgeglaubten drei Euro. Wann, so muss man mit einigem Recht fragen, war der Geist der Weihnacht je lebendiger?
WΓΌnsche weiterhin ein Frohes, etc. pp.

Kategorien: Aktuelles, Das Christfest

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