Ein Welttag des Fleischgenusses – es wird hΓΆchste Zeit!

Werte Damen und Herren,

ist es nicht nachgerade seltsam, dass es heutzutage fΓΌr fast jede grâßere oder kleinere Belanglosigkeit einen sogenannten „Welttag“ gibt, bloß nicht fΓΌr die gute Sitte des tagtΓ€glichen Fleischgenusses?

Der „Tag des deutschen Butterbrotes“ in allen Ehren; dennoch fehlt mir ein wenig die angemessene Anerkennung fΓΌr ebenjenes Nahrungsmittel, welches durch seinen schieren Eiweißreichtum die großartigen zivilisatorischen Leistungen unseres Heimatlandes erst ermΓΆglicht hat. Man darf doch berechtigterweise fragen: wΓ€ren wir durch redundantes WiederkΓ€uen von GrΓΌnzeug zum Volk der Dichter und Denker geworden? Die Antwort liegt wohl auf der Hand. War nicht der Architekt unserer großartigen Nation, ich spreche selbstverstΓ€ndlich von Bismarck, stets der Ansicht, dass ohne einen vernΓΌnftigen Braten mit mehr als ausreichender Soße keine Politik, ja, schon gar kein Staat zu machen sei? Da sehen Sie es!

Sei es wie es will. Ich jedenfalls begehe meinen ganz eigenen Welttag des Fleischgenusses genau heute, nÀmlich am Todestage meines alten Freundes und Sozius Edelbert Botsch-Amperle. Und was für ein Fleischesser von Schrot und Korn er doch war! Schon zum Frühstück konnte er ohne weiteres zehn Weißwürste verspeisen, nicht ohne sich hernach noch ein kleines Brâtchen mit Griebenschmalz zur Abrundung zu genehmigen.

Auch brΓΌstete er sich gerne, schon von jeder existierenden Tierart (und von wenigstens drei inzwischen ausgestorbenen) sΓ€mtliche Innereien wenigstens einmal verzehrt zu haben. Unvergessen auch, dass er es dereinst tatsΓ€chlich bewerkstelligte, in einem Landgasthof so viele Semmeln mit Ochsenfetzen zu ordern, dass der GΓΌterverkehr im gesamten Landkreis fΓΌr geschlagene zwei Tage zum erliegen kam.

Jaja, so war er, der gute Edelbert. Leider wurde auch er dereinst ein Opfer der Fleischesser-Seuche, dem garstigen Rinderwahn. Dieser durchlΓΆcherte sukzessive sein ganzes Hirn, bis von seinem vormals messerscharfen Verstande nichts mehr ΓΌbrig blieb.

So endete ein großer Fleischesser schließlich schÀndlichst als menschliches Gemüse. Welch bittere Ironie!

Umso mehr ein Grund fΓΌr mich, ihm heute Mittag mit einem zarten BΕ“uf Stroganoff zu gedenken. Ich wΓΌnsche einen gesegneten Appetit!

Kategorien: Aktuelles

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