Aus meiner Familienchronik

„Vor dem Thore aber, da hatten sich allesamt dy BΓ€uer versammelt um dem Herrn Klotho vom schlymmen Hunger zu klagen. Nun wollte es aber just an dysem Morgen dass der redlyche Bischof in der Klotzburg weihlte. Und als da der allerchristlichste Bischof die zu Tod hungernden BΓ€uerlein sah, die ein wyldes Geschrai vor dem Tohre machten mit allerlei Schabernack und Krimassen, da lachte der dicke Bischof von den Zinnen herab, den HΓΌhnerschlegel in der Hand. Und es lachte auch die dicke Frau vom Bischof, und die fette erste Buhle vom Bischof und die dΓΌrre zweite Buhle vom Bischof, und die dicken Kinder vom Bischof, 7 an der Zahl und auch die 12 anderen Kinder von den Buhlen, die im Hof mit dem Gesindel im Unrath spielten. Da ΓΌberkahm den Ritter von Klotze die heilige Wut und er rief voll Zorn, wehey euch, ihr ruchlohsen, die ihr meine allerchristlichsten GΓ€ste beim Mahle stΓΆret. Des Thodes sollt ihr allesamt sein, rief er im Zorn, griff sein Schwert und ritt durch ihre Reihen, wie der dunkle Schnitter garselbst. Der Bischof aber, lobte in der Andacht noch am selben Thage den redlychen Einsatz fΓΌr Mutter Kirche und nannte den Ritther Klotho einen wahren Christenmenschen. Auch, weil die noch ΓΌbrigen BΓ€uerlein, nicht mehr als Finger an einer Hand daran sind, nun wieder genug zu essen hatten, da doch die HΓ€lfte auf den Gottesacker kahm. Der Ritter aber selbst wurde ganz rΓΌhrselig bei dem Lobe, hatte er doch schon immer gewusst, was fΓΌr ein wackerer Kerl er da war!“

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Kategorien: Familienchronik

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